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Katastrophenvorsorge und Klimaschutz in Haiti

Kaum ein anderes Land ist stärker von Naturkatastrophen betroffen als Haiti. Besonders schlimm trifft es im Falle einer Katastrophe die arme Bevölkerung in den Slumgebieten der Insel, die zuletzt 2016 Hurrikan Matthew beinahe schutzlos ausgesetzt war.

Wir stärken Gemeinden des Slums Cité Soleil in der Katastrophenvorsorge: Gemeinsam mit lokalen Organisationen und den Gemeinden erstellen wir Schutzkonzepte und statten Schutzunterbringungen aus. Außerdem klären wir über die wichtige Bedeutung der Mangrovengebiete für den Klima- und Küstenschutz auf und forsten die Mangrovenwälder entlang der Küste wieder auf.

Haiti gehört zu den drei am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffenen Ländern der Welt. Regelmäßig wird die Insel von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Hurrikanen heimgesucht. Das Ausmaß der Katastrophen wird durch den Rückgang der Wälder verstärkt. Nur noch zwei Prozent des Landes sind bewaldet. Der Mangrovenbestand an den Küsten hat sich teils bis zu 86 Prozent verringert.

Das liegt daran, dass die Produktion von Holzkohle eine der Haupteinkommens- und Energiequellen auf der Insel ist und die Abholzung vorantreibt. Unser Projektgebiet Village des Rapatriés im Slum Cité Soleil weist einen der wenigen noch existierenden Mangrovenbestände im Großraum Port-au-Prince auf. Wegen der nicht nachhaltigen Abholzungen ist jedoch auch dieser schon stark zurückgegangen.

Dabei sind Wälder wichtige Kohlenstoffspeicher und tragen zum Klimaschutz bei. Mangroven senken zudem das Katastrophenrisiko, indem sie vor Überschwemmungen in Küstengebieten schützen.

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit von 10.000 Familien in den von Armut und Naturkatastrophen betroffenen Gemeinden Village des Rapatriés und Projet Drouillard im Slumgebiet Cité Soleil
  • Aufbau lokaler Kapazitäten auf institutioneller Ebene und in den betroffenen Gemeinden
  • Wiederherstellung und Schutz von Mangroven und anderen resistenten Pflanzen
  • Weiterbildung und Ausstattung lokaler Katastrophenvorsorge-Komitees
  • Umsetzung eines gemeindebasierten Maßnahmenplans zum Küsten- und Mangrovenschutz
  • Schaffung von Alternativen zur Einkommensgenerierung und der Abholzung von Mangroven

Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden und lokalen Partnern führen wir Maßnahmen durch, die zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Slumbewohner und Minderung des Katastrophenrisikos beitragen. Durch die Schulung der Gemeinden im nachhaltigen Umgang und Schutz resistenter Pflanzen sowie durch Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge, können sich die Gemeinden an den Klimawandel anpassen.

  • Wir bauen lokale Kapazitäten auf und führen Trainings für unsere lokalen Partnerinstitutionen durch.
  • Wir bilden ein Umwelt-Komitee auf und schulen Umwelt-Multiplikatoren.
  • Wir führen Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung zum Zusammenspiel von Umweltschutz, Klimawandel, Wasser-, Sanitär- und Hygienebedingungen und Ernährung durch.
  • Gemeinsam mit den Gemeinden erstellen wir Pläne zur Wiederaufforstung und Schutz der Mangroven und setzen diese um.
  • Wir bauen zwei Baumschulen auf und forsten 10 Hektar des Mangrovengebiets entlang der Küste wieder auf.
  • Wir erarbeiten ein langfristiges Schutzkonzept für die Gemeinden und setzen dieses gemeinsam mit ihnen um.
  • Wir statten vier Gemeindeschutzunterbringungen aus.
  • Wir schaffen Einkommensalternativen zur Kohleproduktion und Möglichkeiten für eine nachhaltige Nutzung des Mangrovengebiets in den Bereichen nachhaltige Fischerei, Tierzucht, Vermarktung energiesparender Öfen, Biogasproduktion etc.

 

Länderinfos

Hauptstadt: Port-au-Prince
Fläche: 27.750 km²
Bevölkerung: ca. 11,1 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Januar 2017 - Dezember 2019
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner: PENAH, RRH-CIPROG, ABIUDEA


Letzte Änderung: August 2018

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