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Psychosoziale Hilfe für intern Vertriebene

Gemeinsam mit den ukrainischen Maltesern kümmert sich Malteser International um die psychosoziale Betreuung intern Vertriebener in den Regionen Kiew, Luhansk und Donezk. Viele der Betroffenen mussten aufgrund der Auseinandersetzungen in der Ostukraine ihre Heimat verlassen, haben Angehörige verloren und fürchten weitere Kriegshandlungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der psychosozialen Hilfe für Kinder und deren Familien, um auf diese Weise die Gesamtfamilien zu stabilisieren.

Infolge der Auseinandersetzungen in der Ostukraine zwischen der Regierung und separatistischen Gruppen kam es in der Vergangenheit zu mehreren Flucht- und Vertreibungswellen. Derzeit sind schätzungsweise rund 1,6 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht und Vertriebene im eigenen Land. Das seit dem 15. Februar 2015 erzielte Waffenstillstandsabkommen wird nach wie vor als fragil eingeschätzt. Die Angst vor neuen Kämpfen ist groß.

Die Vertriebenen leiden häufig unter traumatischen Erlebnisse und Ängsten, die ihnen die Orientierung und psychische Stabilisierung an ihren Aufnahmeorten nicht nur erschweren, sondern manchmal auch unmöglich machen. Obschon ein hohes Maß an Solidarität herrscht, bleiben – insbesondere mit zunehmender Dauer des Konfliktes – auch Spannungen zwischen Vertriebenen und der Bevölkerung nicht aus.

  • Psychosoziale Stabilisierung von rund 15.000 Betroffenen des Ukraine-Konfliktes
  • Stabilisierung lokaler Strukturen (zuständige Behörden, Fachpersonal, Freiwillige), die psychosoziale Unterstützungsdienste für Betroffene des Konfliktes anbieten und weiterentwickeln

Zielgruppen:

  • Rund 6.000 Menschen werden durch die Verteilung von Informations- und Bildungsmaterial in Bürgerzentren betreut und psycho-sozial betreut
  • Mehr als 5.800 Menschen nehmen an psycho-sozialen Kursen teil
  • Mehr als 2.800 Menschen werden mit mobilen Kliniken medizinisch versorgt
  • Besonders schwere Fälle werden an das Traumazentrum in Kiev überwiesen
  • Rund 800 Sozialarbeiter, Psychologen und ehrenamtliche Helfer betreuen die Vertriebenen
  • Organisation von Gesprächsrunden, Sensibilisierungsarbeit und Traumaberatung für lokale Verantwortliche
  • 200 Fachkräfte und Freiwillige werden in Supervision und Monitoring geschult

Direkte Unterstützung von Vertriebenen und Aufnahmegemeinschaften:

  • Psychosoziale Unterstützung in Form von Einzel- und Gruppengesprächen
  • In Einzelfällen werden Bedürftige auf Basis der psychologischen Indikation an das Traumazentrum in Kiew überwiesen. Über einen Nothilfefonds erfolgt bei Bedarf die Übernahme von Fahrtkosten nach Kiew, um die Behandlung im Traumazentrum wahrnehmen zu können. Für schätzungsweise 700 Fälle wird eine vertiefte Behandlung aufgrund von Traumata oder post-traumatischen Belastungsstörungen sinnvoll erscheinen.
  • Psychosoziale Unterstützung durch mobile Teams

Fortbildung und Sensibilisierung - Unterstützung der mittelfristigen Selbsthilfe:

  • Gespräche am Runden Tisch mit Vertretern der lokalen Behörden und Zivilgesellschaft sowie für Fachpersonal
  • Kurztrainings für Vertreter der lokalen Behörden zu psychosozialen Folgen von Konflikten und Vertreibung, zu den Bedürfnissen der Vertriebenen und zu Modellen der Hilfestellung
  • Systematisch aufbauende Trainingsreihe für psychosoziales Fachpersonal und Volontäre an sieben Projektstandorten
  • Produktion und Vertrieb von Informations-, Trainings- und Fachmaterialien für lokale Behörden und Fachpersonal
  • Supervision für Fachkräfte und Freiwillige zur Qualitätssicherung

Länderinfos

Hauptstadt: Kiew
Fläche: 603.628 km²
Bevölkerung: ca. 45,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit Mai 2015
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden
Partner: Malteser Ukraine, Psychologischer Krisendienst Kiew (Gesellschaft zur Überwindung der Folgen traumatischer Erlebnisse), Words help

Letzte Änderung: Februar 2018

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