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Kampagne „Vergessene humanitäre Krisen“ startet am 22. Januar

Malteser International: „Ungleichheiten in der Beantwortung menschlichen Leids müssen vermieden werden“

Köln. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen beteiligt sich Malteser International an der in dieser Woche startenden bundesweiten Kampagne des Auswärtigen Amtes „Vergessene Humanitäre Krisen“. Ihr Ziel ist es, in der Gesellschaft den Blick für das "Vergessene" zu schärfen und auf die Schicksale von in Not geratenen Menschen aufmerksam zu machen. 

„Mit dieser Kampagne möchten wir dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit mobilisiert wird und Krisen rechtzeitig wahrgenommen werden“, erläutert Sid Johann Peruvemba, stellvertretender Generalsekretär und Programmdirektor von Malteser International. „Wir müssen ein funktionierendes humanitäres System schaffen, in dem die begrenzten finanziellen Ressourcen zur Beantwortung von Krisen gleichmäßig verteilt und lokale Akteure und Partner angemessen gestärkt werden.“ 

Im Fokus der Öffentlichkeit stehen meist aktuelle Großkrisen und Naturkatastrophen. Doch daneben gibt es eine Vielzahl weiterer humanitärer Krisen wie beispielsweise in Myanmar, Kolumbien oder der Demokratischen Republik Kongo, die in den Hintergrund geraten sind. „Krisen werden vernachlässigt und ungleich beantwortet, weil sie finanziell ungleich behandelt werden, weil politische Verantwortung aufgrund fehlender Betroffenheit nicht ausreichend wahrgenommen wird und weil die humanitäre Hilfe selbst aufgrund einer steigenden Unterfinanzierung und angesichts der Vielzahl von Krisen und Konflikten immer mehr an ihre Grenzen stößt“, so der Programmdirektor von Malteser International.

Der aktuelle weltweite humanitäre Bedarf übersteigt die derzeitigen Möglichkeiten der internationalen Gemeinschaft. „Noch nicht einmal die Hilfe in den medienträchtigen Krisen wie beispielsweise im Nahen Osten kann ausreichend finanziert werden“, stellt Peruvemba fest. „Und auch die Ressourcen der Hilfsorganisationen, diese Hilfe umzusetzen, sind begrenzt.“ Da es für die in der humanitären Hilfe tätigen Organisationen wesentlich schwieriger ist, Spenden für vergessene Krisen als für in den Medien aktuelle und präsente Krisen einzuwerben, weist Peruvemba auf die große Bedeutung zweckfreier Spenden hin. „Sie geben uns die Möglichkeit, die Gelder dort einzusetzen, wo sie aktuell am dringendsten gebraucht werden, also auch in den von der Öffentlichkeit vergessenen Krisenregionen“, so Peruvemba.

Die Kampagne „Vergessene humanitäre Krisen“ startet am 22. Januar 2016 im Rathaus in Münster mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Aus den Medien, aus dem Sinn?“, an der auch der stellvertretende Generalsekretär von Malteser International teilnehmen wird.

Ein ausführliches Interview mit Sid Johann Peruvemba zum Kampagnenthema „Vergessene humanitäre Krisen“ finden Sie hier.

Achtung Redaktionen: Sid Johann Peruvemba, stv. Generalsekretär und Programmdirektor von Malteser International, steht für Interviews zur Verfügung. Vermittlung: +49 221 9822-155, petra.ipp(at)malteser-international.org 

Weitere Informationen zur Auftaktveranstaltung und Podiumsdiskussion am 22. Januar 2016 in Münster finden Sie hier.

Ihr Kontakt

Katharina Kiecol
+49-(0)221-9822-155
Email: katharina.kiecol(at)malteser-international.org

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