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Malteser fordern zum Weltflüchtlingstag: "Wir müssen die Menschlichkeit und Nächstenliebe in den Vordergrund stellen"

Der 29-jährige Eddy Agbouvboure floh vor den Übergriffen einiger Sektenmitglieder aus Nigeria. Foto: Frank Kaiser/Malteser

Von einem besseren Leben für sich und ihre Kinder träumt die 40-jährige Kulu in einem Flüchtlingscamp in Nigeria. Foto: Emily Kinskey/Malteser International

Köln. Die Zahl der Menschen, die in vielen Ländern auf der Welt ihre Heimat verlassen müssen, steigt kontinuierlich. Derzeit leben fast 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Hinter dieser Zahl stehen jeweils Individuen, die ihre Heimat zurücklassen mussten und von einer besseren Zukunft träumen.

„Wer vor Krieg und Gewalt aus Syrien, dem Irak oder beispielsweise aus Nigeria flieht und lebensgefährliche Wege riskiert, benötigt unsere Hilfe. Als Christen haben wir die Pflicht, immer wieder die Menschlichkeit und Nächstenliebe im Umgang mit den Menschen in den Vordergrund zu stellen und ihnen zur Seite zu stehen, solange sie unsere Hilfe benötigen", sagt Douglas Graf von Saurma-Jeltsch, Vorstandsmitglied des Malteser Hilfsdienstes und Präsident von Malteser International Europa.

Ob im Malteser Hilfsdienst, den nationalen Assoziationen des Malteserordens oder in den derzeit 29 Einsatzländern von Malteser International: Die Malteser unterstützen Millionen Flüchtlinge aus Krisengebieten in Amerika, Europa, Asien und Afrika. Hinter diesen großen Zahlen stehen viele Träume von einem sicheren Leben.

Träume, wie der von Eddy Agbouvboure: Der 29-jährige Nigerianer stammt aus Benin-Stadt im Süden Nigerias. Als Christ wurde er von den Mitgliedern einer Sekte bedroht und verfolgt. Immer wieder überfielen sie ihn. Aus Angst, dass etwas Schlimmeres passieren könnte, flüchtete Eddy Agbouvboure vor drei Jahren nach Europa. „Auf der Bootsreise nach Italien hatten wir irgendwann kein Essen und Wasser mehr. Zwei meiner Mitreisenden starben“, sagt er. Mittlerweile lebt Agbouvboure in Meschede in der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes NRW, in der die Malteser die Menschen betreuen. Nun träumt er davon, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. „Ich möchte in Sicherheit und Frieden leben und Deutscher werden.“ 

Auch die 40-jährige Kulu träumt von einem besseren Leben. Vor drei Jahren floh sie mit ihren Kindern und ihrem Mann vor den Angriffen der islamistischen Terrormiliz Boko Haram aus ihrer Heimat Baga in Nigeria. Im Nordosten des Landes kämpfen die Rebellen bereits seit neun Jahren unter anderem für die Einführung der Scharia, töten und entführen Menschen. Mittlerweile hat sich der gewaltsame Konflikt zu einer humanitären Notsituation entwickelt, die die gesamte Region um den Tschadsee betrifft.

Während ihrer Flucht war Kulu mit ihrem achten Kind schwanger. Sie erlebte mit, wie ihr Mann von den Rebellen erschossen wurde und erlitt eine Fehlgeburt. „Damals verlor ich fast den Verstand“, sagt sie. Mittlerweile lebt sie in der sichereren Millionenstadt Maiduguri und wird dort von Malteser International unter anderem mit Trinkwasser und Hygieneartikeln versorgt. Auf der Flucht musste Kulu ihren gesamten Besitz zurücklassen. Doch an einem Traum hält sie fest: „Ich wünsche mir, dass meine Kinder eines Tages wieder zur Schule gehen können, damit sie es später besser haben werden.“

Seit 2001 wird der Weltflüchtlingstag jedes Jahr am 20. Juni begangen, um auf die Millionen Menschen hinzuweisen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Weitere Informationen zum Weltflüchtlingstag und Geschichten geflüchteter Menschen finden Sie hier.

Achtung Redaktionen:
Douglas Graf von Saurma-Jeltsch, Vorstandsmitglied des Malteser Hilfsdienstes und Präsident von Malteser International Europa, steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung.

Vermittlung: +49 (0)221 96441 181, katharina.kiecol(at)malteser-international.org

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