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Nepal: Unruhen und naher Wintereinbruch verschärfen die Lage

Kathmandu/Köln. Im Hinblick auf den bevorstehenden Wintereinbruch bereitet Malteser International weitere Hilfsmaßnahmen in den Distrikten Sindhupalchowk und Khavre nordöstlich der Hauptstadt vor. „Laut nepalesischer Wettervorhersage steht den Menschen ein strenger Winter bevor. In den Monaten Dezember bis Februar sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 2.000 Meter, so dass auch ein Teil unserer Projektregion betroffen sein wird“, berichtet Arno Coerver, Malteser International Länderkoordinator, aus Kathmandu. In den 63 von den Maltesern betreuten Siedlungen in sieben Gemeinden sollen gemeinsam mit den Dorfbewohnern für Familien winterfeste Unterkünfte gebaut werden. Diese werden mit raucharmen Öfen zum Heizen und Kochen sowie mit Solarlicht ausgestattet. 1.250 besonders bedürftige Familien erhalten zusätzlich zu Bau- und Isoliermaterialien auch Winterkleidung, Decken, Matratzen und Grundnahrungsmittel. 

In den sechs Monaten nach dem Beben hat Malteser International für 70.000 Menschen Hilfsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund einer Million Euro umgesetzt: Mehr als 10.000 Familien – insgesamt über 62.000 Menschen – versorgte die Hilfsorganisation mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Zeltplanen und Werkzeugsets und half ihnen, den Schutt in ihren Häusern und Dörfern zu beseitigen. Fast 7.500 Kranke und Verletzte wurden seit Mai in dem von Malteser International geleiteten Feldhospital in Lamosanghu nahe der chinesischen Grenze behandelt. Seit Verabschiedung der neuen nepalesischen Verfassung haben Aufstände in den Distrikten des Terai zu politischen Unruhen und Blockaden an der Grenze zwischen Indien und Nepal geführt, welche auch die Hilfe erschweren. „Die LKWs mit unseren Baumaterialien stehen seit Wochen an der Grenze mit Warteschlangen zwischen sieben und elf Kilometern Länge“, so Coerver. „Wir hoffen, dass es nach der Vereidigung des neuen Premierministers Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Nepal und Indien gibt. Doch selbst dann wird es noch mindestens zwei Wochen dauern, bis alle LKWs abgefertigt sind.“ Erschwerend kommen die momentanen Engpässe in der Benzinversorgung und das zweiwöchige Dashein-Festival, das größte und bedeutendste Hindu-Festival hinzu, das überall in Nepal gefeiert wird und zu dem alle Nepalesen traditionell in ihre Heimatorte zurückkehren.  

„Wir müssen die Baumaterialien jetzt so rasch wie möglich in die entlegenen Bergdörfer, die alle auf einer Höhe zwischen 700 und bis zu 2.000 Metern liegen, bringen“, betont Coerver. Um die Menschen in den Unterkünften vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen, bestehen Wände und Dach aus jeweils zwei Schichten, die mit Sperrholz und weiterem Füllmaterial isoliert werden. Eine Kunststoffschicht unter dem Bodenbelag verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Boden eindringt. Zusätzlich werden Latrinen und Händewaschstellen gebaut. „Die Familien erhalten das Baumaterial kostenlos von uns und bauen ihre Häuser selbst unter unserer Anleitung.“

Malteser International wird das Land auch in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit seinen lokalen Partnern, dem Rural Self-Reliance Development Center (RSRD), dem Krankenhaus in Dhulikhel und der Kathmandu Universität, beim Wiederaufbau unterstützen. Schwerpunkte der weiteren Hilfe werden neben dem Wiederaufbau von Häusern und Gemeindezentren die Gesundheitsversorgung über ein Feldhospital, weitere Gesundheitszentren und mobile medizinische Teams, die Reparatur von Wasserversorgungssystemen sowie Angebote zur psychosozialen Unterstützung und Einkommen schaffende Maßnahmen sein.

Achtung Redaktionen:

Arno Coerver, Malteser International Länderkoordinator in Nepal, und weitere Experten stehen für Interviews zur Verfügung.
Vermittlung: +49 221 9822-155, petra.ipp(at)malteser-international.org 

 

Ihr Kontakt

Katharina Kiecol
+49-(0)221-96441-181
Email: katharina.kiecol(at)malteser-international.org

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