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Syrien: Neue Welle von Luftangriffen nach Ende des Waffenstillstands

In höchster Gefahr: Ein Neugeborenes im Kinderkrankenhaus in Aleppo, das die Malteser unterstützen: Foto: Mostafa Soltan

In höchster Gefahr: Ein Neugeborenes im Kinderkrankenhaus in Aleppo, das die Malteser unterstützen: Foto: Mostafa Soltan

Köln. Das Aussetzen aller UN- Hilfslieferungen innerhalb Syriens wird die Lage der Menschen noch weiter verschlimmern. Am Montagabend wurde ein Hilfskonvoi bestehend aus 31 Lastwagen angegriffen. Der Konvoi war eindeutig als Hilfslieferung gekennzeichnet. 31 LKW hatten Hilfsgüter für 78.000 Menschen in Orum al-Kubra geladen, 18 Wagen wurden bei dem Angriff schwer beschädigt und 20 Menschen starben.

„Der letzte Vorfall ist nur einer in einer langen Folge von gezielten Angriffen auf medizinische Einrichtungen und andere soziale Infrastruktur in der Region Aleppo“, sagt Janine Lietmeyer, Ländergruppenleiterin für die Region Nahost. „Das Ende des Waffenstillstands verdüstert die ohnehin grauenhafte Situation der Menschen in den belagerten Gebieten, die nun wieder intensiven Luftangriffen ausgesetzt sind. Unsere Partner berichten von über 100 Luftangriffen und mindestens 30 Fassbomben, die im Laufe des Dienstags über Ost-Aleppo abgeworfen wurden. Damit begann eine neue Welle der Gewalt.“

Auch das Kinderkrankenhaus in Aleppo, das von Malteser International unterstützt wird, wurde in den Sommermonaten wiederholt bombardiert und die Einrichtung musste aus Sicherheitsgründen in den Keller verlegt werden. Im Kinderkrankenhaus wurden im vergangenen Monat um die 4.000 Kinder ambulant behandelt, davon fast die Hälfte Babies unter einem Jahr. Die Kinder leiden an Atemwegsinfekten und Durchfall, alarmierend waren außerdem einzelne Masern- und Meningitisinfektionen. Zwar ist die Medikamentenbevorratung derzeit noch ausreichend, hingegen gehen die Treibstoffvorräte der Klinik zur Neige, von denen die Stromversorgung und somit letztlich der stationäre Krankenhausbetrieb – insbesondere für die Neugeborenen in den Brutkästen – abhängt.

„Wenn keinerlei Versorgungsgüter in die belagerten Stadtteile geliefert werden können, bedeutet das den schleichenden Tod für die eingekesselten Menschen“, warnt Lietmeyer. „Ich habe die Partner gefragt, was wir in der akuten Situation noch tun können, um zu helfen und die Antwort war sehr einfach: Betet für uns.“

Malteser International unterstützt seit Juli 2015 das Kinderkrankenhaus in Aleppo, bezahlt Mitarbeitergehälter und finanziert die Beschaffung von Krankenhausgegenständen, wie Inkubatoren und Beatmungsgeräten. Darüber hinaus versorgt die Partnerorganisation von Malteser International in vier Basisgesundheitsstationen und einem Krankenhaus rund 300.000 Menschen an der türkisch-syrischen Grenze. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sind Binnenflüchtlinge, die in Lagern entlang der Grenze leben. Auch für sie wird die Sicherheitssituation immer schwieriger.

Achtung Redaktion:
Janine Lietmeyer, Ländergruppenleiterin für die Region Nahost bei Malteser International steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung.
Vermittlung: +49 221 9822-155, katharina.kiecol(at)malteser-international.org

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