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Weltflüchtlingstag am 20. Juni: "Nein zur Errichtung von Mauern"

Rom/Köln. Als Beitrag zum diesjährigen Weltflüchtlingstag am 20. Juni startet der Souveräne Malteserorden mit seinen Werken und Hilfsdiensten in allen Einsatzländern die Kampagne „Nein zur Errichtung von Mauern“ mit dem Ziel, das öffentliche Bewusstsein für dieses weltweite Drama zu schärfen. Malteser International unterstützt die Kampagne über seine sozialen Medien mit einer digitalen Sammlung von Kurzbeiträgen und Fotos zum Thema „Jeder Flüchtling hat eine Geschichte“. Zudem wird Malteser International am 19. Juni beim Solidaritätsabend für Flüchtlinge, zu dem Rainer Maria Kardinal Woelki am Kölner Dom eingeladen hat, mitwirken und Beispiele der weltweiten Hilfe der Malteser für Flüchtlinge, Vertriebene und Asylbewerber vorstellen.

„Das Flüchtlingsdrama wird auch in den kommenden zehn Jahren nicht kleiner werden. Das Errichten von Mauern und Schranken ist keine Lösung. Angesichts dieses Dramas und der Hoffnungslosigkeit von Millionen von Menschen müssen wir neue Programme für humanitäre Hilfe starten, neue Formen der Zusammenarbeit mit den Heimatländern erarbeiten, in denen auch die asymmetrischen Kriege berücksichtigt werden, die derzeit von Truppen ohne Auftrag eines bestimmten Staats geführt werden“, erklärt der Großkanzler des Souveränen Malteserordens, Albrecht Boeselager, zu diesem Anlass. 

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs hat es weltweit nicht mehr so viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene gegeben wie heute. In Syrien herrscht seit mehr als vier Jahren Krieg. Alle 60 Sekunden ist hier eine Familie gezwungen ist, ihr Zuhause zu verlassen.  Schätzungen zufolge wird alle drei Sekunden ein Mensch irgendwo auf der Welt heimatlos. 52 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Naturkatastrophen, Kriegen und Hunger – die Hälfte davon Kinder. Rund 17 Millionen Menschen sind Flüchtlinge, mehr als 33 Millionen Binnenvertriebene, d. h. Flüchtlinge im eigenen Land, und rund 1,5 Millionen sind Asylsuchende. 2014 wurden in den Industrieländern 866.000 neue Asylanträge gestellt, die meisten von Syrern und Irakern.

Diese Zahlen belegen, dass die Welt in Flammen steht: Immer neue Krisen entstehen, alte Krisen brechen wieder aus.Der Souveräne Malteserorden, der in 120 Ländern mit 80.000 Freiwilligen, 33 Hilfsdiensten, 57 Prioraten und nationalen Assoziationen sowie seiner weltweit tätigen Hilfsorganisation Malteser International und einem bewährten diplomatischen Netzwerk vertreten ist, steht an vorderster Front, wenn es darum geht, Hilfe für Flüchtlinge und Binnenvertriebene zu leisten, und das sowohl in den Ländern, die in die Konflikte einbezogen sind, als auch an den Zielorten der Asylsuchenden. 

Beispiele für die weltweite Hilfe der Malteser für Flüchtlinge, Vertriebene und Asylsuchende:

In Kilis an der türkisch-syrischen Grenze betreibt Malteser International ein Feldhospital für die durch den Krieg in Syrien Verwundeten. Im Libanon leiten die libanesischen Malteser vier Sanitätszentren, in denen Flüchtlinge aus Syrien kostenlos behandelt werden; erst kürzlich wurde eine mobile Klinik  im Norden des Landes an der Grenze zu Syrien eröffnet. Im Nordirak betreiben Malteser International und medizinische Teams lokaler Partner in Erbil und Dohuk  eine mobile Klinik  sowie zwei Gesundheitszentren  zur Versorgungder Binnenvertriebenen – oftmals religiöse Minderheiten der Christen und Jesiden –, die vor der Gewalt von ISIS geflohen sind. 

In Afrika führen der Malteserorden und Malteser International seit Jahrzehnten zahlreiche Gesundheits- und Sozialprogramme durch. Nach der Verschärfung der humanitären Lage im Südsudan hat Malteser International seine Hilfe für die Binnenflüchtlinge ausgeweitet.  Allein 2014 versorgte Malteser International mehr als 7.600 Vertriebene im Südsudan  mit Nahrungsmitteln, Haushaltsartikeln sowie Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten. Im Nachbarland Uganda, wohin ebenfalls viele Südsudanesen geflohen sind, stellt Malteser International die Wasserversorgung für rund 12.000 Flüchtlinge sicher. 

Auch in Asien ist der Malteserorden mit Malteser International seit vielen Jahren aktiv: Von den Medien kaum beachtet hat das Drama der muslimischen Minderheit der Rohingya seinen Lauf genommen. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 haben Schätzungen zufolge mindestens 25.000 Rohingya, die in Myanmar Opfer von Diskriminierung sind, versucht, in andere Länder Südostasiens wie  Thailand und Malaysia zu fliehen. Seit 1993 verteilen die Malteser hier in den Flüchtlingslagern Medikamente, Hygienekits, Moskitonetze und Nahrungsmittel. Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal am 25. April dieses Jahres hat Malteser International sofort Nothilfeteams in die Region entsandt, um den Verletzten und Obdachlosen zu helfen.

Seit sieben Jahren fahren Teams der italienischen Malteser mit Medizinern, Pflegekräften und Rettungssanitätern an Bord der Schiffe der italienischen Marine mit, um die Bootsflüchtlinge zu retten, die auf überfüllten Booten versuchen, durch die Straße von Sizilien nach Europa zu kommen. Die humanitäre Krise dort wird verschärft durch die Konflikte im Nahen Osten, durch diktatorische Regimes, durch das Versagen von Staaten und durch die Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 haben fast 40.000 Menschen versucht, die italienische Küste zu erreichen, um sich von dort auf den Weg Richtung nördliches Europa zu machen. 

Die Bemühungen des weltweiten Netzwerks des Malteserordens enden aber nicht bei seiner humanitären Hilfe oder seinen Rettungseinsätzen. Sie setzen sich im täglichen Leben der Menschen fort, um ihnen bei der Integration zu helfen und ihnen auch ihre menschliche Würde wiederzugeben. In Frankreich und Deutschland führen die Malteser Sozialhilfeprogramme für Migranten ohne Papiere durch und unterstützen Asylbewerber. Allein in Deutschland betreuen die Malteser Flüchtlinge und Asylsuchende in bundesweit 30 Einrichtungen; laut Schätzungen werden 2015 rund 300.000 Flüchtlinge diese Hilfein Anspruch nehmen. Auch die Malteser Einrichtungen in Italien, Spanien, Belgien und Großbritannien, wo warme Mahlzeiten an die Obdachlosen – viele von ihnen Immigranten – ausgegeben werden, weiten ihre Hilfe kontinuierlich aus. 

Ihr Kontakt

Katharina Kiecol
+49-(0)221-96441-181
Email: katharina.kiecol(at)malteser-international.org

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