Hungersnot am Horn von Afrika: Kinder besonders betroffen
Malteser International weitet Hilfe im Norden Kenias aus - Nahrungsmittel und Medikamente für 73.000 Menschen
Mehr als 12 Millionen Menschen - darunter mehr als eine halbe Million Kinder - leiden Hunger infolge einer schweren Dürre am Horn von Afrika. Im Norden Kenias ist bereits jedes dritte Kind akut mangelernährt. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben.
Anhaltende Trockenheit hat zur schlimmsten Dürrekatastrophe der vergangenen 60 Jahre in der Region geführt. Tagelang schleppen sich Mütter mit ihren Kindern durch die versengte Steppe, verzweifelt auf der Suche nach Nahrung. Viele sterben auf der Flucht vor Entkräftung. Auch in den überfüllten Flüchtlingslagern ist die Lage katastrophal, es gibt kaum genug Essen und Medikamente für alle. In die ländlichen Gebieten sind bisher kaum Hilfslieferungen gelangt.
Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel und Medikamente, da sie extrem geschwächt und deswegen besonders anfällig für Krankheiten sind.
Im Nordosten Kenias stellt Malteser International in den beiden Regionen Isiolo und Marsabit mit Nahrungsmitteln und Medikamenten die Grundversorgung von insgesamt 73.000 Menschen über zunächst vier Monate sicher. In Zusammenarbeit mit Helfern der beiden Diözesen verteilen die Malteser monaltiche Rationen aus Reis, Mais, Bohnen, Speiseöl und Salz an die Familien. Besonders Bedürftige wie Kinder, schwangere und stillende Frauen sowie alte und kranke Menschen erhalten zusätzliche Monatsrationen aus Unimix - einem mit lebensnotwendigen Nährstoffen und Vitaminen angereichertem Mehl - und Speiseöl.
Die Gesundheitszentren in der Region unterstützt Malteser International mit Medikamenten, um Durchfallerkrankungen, Wurmbefall und bakterielle Infektionen behandeln zu können. Zum Schutz vor Malaria verteilen die Malteser an rund 1.000 Familien Moskitonetze.
Ute Kirch, Malteser Nothilfekoordinatorin, berichtet aus Marsabit im Nordosten Kenias: "In der Region von der Größe Bayerns sind zwei Regenzeiten ausgefallen, die Weidegründe sind ausgetrocknet, so dass das Vieh stirbt und die Familien - in der Regel Halbnomaden - kein Geld haben, um Lebensmittel zu kaufen. Auch die weiteren Aussichten sind nicht gut: Ende Oktober soll zwar die kleine Regenzeit beginnen. Doch selbst wenn es regnet, wird es nicht ausreichen. Es wird viele Monate, wenn nicht gar Jahre dauern, bis sich Mensch und Tier von den Folgen dieser Dürre erholt haben."
In der Region Isiolo schulen die Malteser zudem in den Dörfern rund 480 Mütter und zeigen ihnen, wie sie auch mit wenigen Nahrungsmitteln Mangelernährung und damit einhergehende Krankheiten vermeiden können und mangelernährte Kinder richtig pflegen.
Im Anschluss an die akute Nothilfe plant Malteser International bereits längerfristige Hilfen in der Region, damit sich die Bevölkerung für künftige Dürrezeiten wappnen und dann eigenständig versorgen kann, unter anderem duch den Aufbau von Getreidebanken und Einkommen schaffende Maßnahmen.
Schon bei vorherigen Dürren in den Jahren 2006 und 2009 haben die Malteser in den Diözesen Marsabit und Isiolo im Norden Kenias geholfen. Sie sind seit zehn Jahren in Kenia tätig.
Helfen Sie uns Leben zu retten! Jeder Euro hilft, damit Menschen nicht vor Hunger sterben müssen.
Sehen Sie hier das Video:
"Dürre am Horn von Afrika - Hilfe für eine bessere Zukunft"
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Dürre am Horn von Afrika: Hilfe für eine bessere Zukunft (2011, ich.tv)

Hungerkatastrophe Ostafrika: Nothilfe-Koordinatorin Ute Kirch im Interview mit Radio Stephansdom (28. Juli 2011)
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Interview
Hungerkatastrophe Ostafrika: Ute Kirch, Nairobi, berichet im Interview mit dem Domradio Köln (08.08.11) über die Nothilfe der Malteser im Norden Kenias.
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