Léogâne / Haiti

Nothilfe und Wiederaufbau nach dem Erdbeben

Das Erdbeben am 12. Januar 2010 traf die Haitianer mit unvorstellbarer Härte. Als eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre war Haiti besonders verwundbar. Mehr als 212.000 Menschen starben, über 300.000 Menschen wurden verletzt und bis zu 1,2 Million Menschen wurden obdachlos. Besonders dramatisch ist die Situation in Port au Prince, wo mehrere große Stadtteile vollkommen zerstört sind, ähnlich wie Carrefour oder Léogâne in der Nähe des Epizentrums sowie unzählige weitere Städte und Dörfer.

In den Camps in Léogâne und Darbonne werden nicht nur durch das Erdbeben verwundete behandelt sondern alle, die Hilfe brauchen.
In den Camps in Léogâne und Darbonne werden nicht nur durch das Erdbeben verwundete behandelt sondern alle, die Hilfe brauchen.
Hoffnung für Haiti: Sulotte Amilcar, Krankenschwester der kubanischen Assoziation des Malteserordens, mit einem Neugeborenen.
Hoffnung für Haiti: Sulotte Amilcar, Krankenschwester der kubanischen Assoziation des Malteserordens, mit einem Neugeborenen.
Auf dem Gelände der Malteser International Krankenstation: Trinkwasser für die Überlebenden des Erdbebens. Foto: Tobias Kann
Auf dem Gelände der Malteser International Krankenstation: Trinkwasser für die Überlebenden des Erdbebens. Foto: Tobias Kann
Das vorhandene Gesundheitssystem ist durch die Katastrophe völlig überfordert, die Infrastruktur stark eingeschränkt.
Unmittelbar nach dem Erdbeben hat Malteser International mit Unterstützung des internationalen Netzwerkes des Malteserordens mit Hilfsmaßnahmen begonnen. In Port-au-Prince kümmerte sich ein internationales Team aus Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern um die medizinische Erstversorgung in dem teilweise zerstörten Krankenhaus Francois de Sales. Daneben unterstützen die Malteser zwei Organisationen aus der Dominikanischen Republik, die in Haiti tätig sind, bei der Verteilung von Lebensmitteln und weiteren Hilfsgütern sowie der psycho-sozialen Betreuung der Überlebenden. In einem vom Malteserorden seit mehr als 15 Jahren geförderten Krankenhaus in Milot im Norden des Landes konnten Schwerverletzte, die per Hubschrauber transportiert wurden, chirurgisch behandelt werden. Ferner wurden Nahrungsmittel für 1.000 Patienten, Familienangehörige und Freiwillige in Milot beschafft.

Inzwischen konzentriert Malteser International seine Hilfen auf die Stadt Léogâne, die 30 km westlich von Port au Prince liegt und zu 90% zerstört wurde. In einem Gesundheitsposten kümmert sich ein internationales Malteser Team um die Verletzten, leistet Geburtshilfe und stellt eine Basisgesundheitsversorgung sicher. Eine zweite Gesundheitsstation betreiben die Malteser im rund 30 Kilometer entfernten Darbonne. Mobile medizinische Teams behandeln Verletzte und Kranke auch in den umliegenden Dörfern.
Auch mittel- und langfristig wird sich Malteser International im Bereich der Basisgesundheitsversorgung engagieren und Hilfsmaßnahmen zur Sicherung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene (WASH) starten. Gemeinsam mit Partnerorganisationen werden die Malteser Impfkampagnen unterstützen sowie Kampagnen zur Gesundheits- und Hygieneerziehung durchführen. Ferner werden sie sich auch um die psycho-soziale Betreuung der Überlebenden kümmern.
  • Sicherstellung der medizinischen Versorgung
  • Sicherung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene (WASH)
  • Wiederaufbau von Krankenhäusern und Gesundheitszentren
  • Integration der medizinischen Maßnahmen in die staatlichen Gesundheitsstrukturen
  • Nachhaltige Verbesserung der medizinischen Grundversorgung und der Lebensbedingungen der Menschen in Léogâne und Umgebung
  • Psycho-soziale Betreuung von Überlebenden des Erdbebens
  • Medizinische Notversorgung der Überlebenden des Bebens in Port-au-Prince
  • Installation eines Erdbebenfrühwarnsystems
  • Verteilung von Medikamenten, Nahrungsmitteln und weiteren Hilfsgütern
  • Medizinische Grundversorgung für etwa 75.000 Einwohner des Landkreises Léogâne
  • Aufbau und Betrieb von zwei Gesundheitsstationen in Léogâne und Darbonne
  • Medizinische Grundversorgung der Bevölkerung in den Dörfern des Umlands durch mobile medizinische Teams
  • Unterstützung von Impfkampagnen
  • Durchführung von Kampagnen zur Gesundheits- und Hygieneerziehung
  • Bereitstellung von drei Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen
  • Wiederaufbau und Inbetriebnahme von Krankenhäusern in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen
  • Durchführung von Workshops für Frauen und Kinder zur psycho-sozialen Rehabilitierung in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen
Projektdaten
Dauer:Seit Januar 2010
Finanzierung:Auswärtiges Amt, Aktion Deutschland Hilft (ADH), Büro für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO), Nachbar in Not, internationales Netzwerk des Malteserordens, Spenden, Malteser International; Sachspenden: EADS, Sectyelectronics, Air Berlin
Partner:internationales Netzwerk des Malteserordens, COTEDO, MUDHA, arche noVa
Personal:

5 internationale Mitarbeiter, wechselnde Freiwilligeneinsätze des internationalen Netzwerks des Malteserordens, etwa 40 lokale Mitarbeiter (lokales Team noch im Aufbau)

Kontakt
Malteser:Maren Paech
info(at)malteser-international.org
 

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