
Bildung ist der Schlüssel für die langfristige Entwicklung eines Landes. In Haiti kann jedoch mehr als die Hälfte der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Schulen sind häufig überfüllt, schlecht ausgestattet und für Kinder aus ländlichen Gegenden schwer erreichbar. Zudem können es sich ärmere Familien oft nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken.
Bereits vor dem Erdbeben am 12. Januar 2010 war dies im Distrikt Léogâne Realität. Nach der Katastrophe, die 90% des Stadtzentrums zerstörte, wurde es für Kinder nahezu unmöglich, die Schule zu besuchen. Von der Zerstörung waren auch zehn, von der Episkopalen Kirche geleitete Schulen in Darbonne und dem umliegenden Hinterland und somit 1.500 Schüler betroffen.
Mit Aktivitäten, die Nothilfe sowie temporäre Lösungen und Langzeitplanung verbinden, konnte Malteser International diesen Schülern helfen, so schnell wie möglich zur Schule zurückzukehren, und gleichzeitig eine für die Zukunft bessere und sicherere Lernumgebung in Zusammenarbeit mit den Dörfern schaffen.
In der erste Phase nach dem Erdbeben stellte Malteser International Zelte als Übergangs-Klassenräume zur Verfügung, verteilte Schulmaterial und übernahm die Lehrergehälter, um die Wiederaufnahme des Unterrichts zu gewährleisten. Zudem bauten die Teams bereits kurze Zeit später temporäre Schuleinrichtungen in Darbonne und La Colline auf, um bessere Lernbedingungen für die Schüler zu schaffen.
Zurzeit befinden sich alle zehn Schulen (ein Kindergarten, eine Grund- und eine Mittelschule in Darbonne sowie sieben Grundschulen in abgelegenen, ländlichen Gegenden im Distrikt Léogâne) in der Wiederaufbauphase. Zudem wird ein Berufsbildungszentrum neu errichtet. Alle Gebäude werden sowohl erdbeben- als auch zyklonresistent gebaut, um zukünftigen Katastrophen standzuhalten.
In Zusammenarbeit mit den Dörfern und den von Eltern, Lehrern und Schülern gegründeten Schulvereinen entwickelt Malteser International Ideen zur Verbesserung der Infrastruktur von Schulen. Als Vorbild gelten dabei die von UNICEF entwickelten kind- und behindertengerechten Schulen mit Schulküchen und Zugang zu sanitären Einrichtungen und sauberem Trinkwasser.
Über den Bau der Schulen hinaus werden die Malteser die Dörfer und Gemeinden stärken. Dazu werden sie Schülern aus ärmeren Familien Stipendien zur Verfügung stellen, Gemüsegärten anlegen, und Trainings für die Dorfbewohner im Bereich Katastrophenvorsorge durchführen, um sie auf künftige Notfälle vorzubereiten und vor diesen zu schützen.
| Projektdaten | |
| Dauer: | Seit 1. März 2010 |
| Finanzierung: | Aktion Deutschland Hilft (ADH), BMZ-ENÜH, Malteser International |
| Partner: | Episkopalische Kirche Haiti – Kirchengemeinde Darbonne |
| Kontakt | |
| Malteser: | Maren Paech |
| 0221-9822- 277 | |
| info(at)malteser-international.org |
Malteser International in Haiti - ein Jahr nach dem Erdbeben (2011, mmpro)
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