
Nach 27 Jahren Bürgerkrieg kam es im April 2002 in Angola endlich zu einem Waffenstillstandsabkommen. Weite Teile des Landes waren während des Krieges für die humanitäre Hilfe nicht zugänglich. Nach Beendigung der Kämpfe wird nun das Ausmaß der katastrophalen Situation der Bevölkerung immer deutlicher. Die Infrastruktur ist zerstört, die landwirtschaftliche Produktion liegt unter dem Subsistenzniveau und kann die Bevölkerung nicht ausreichend versorgen, Minen befinden sich als Gürtel um Ortschaften und auf Straßen, es gibt keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen und zur Gesundheitsversorgung.
Die prekären Transportmöglichkeiten erschweren den Zugang zur notleidenden Bevölkerung und erhöhen die Kosten der Hilfe. Die Nahrungsmittelknappheit und die jahrzehntelange Unterversorgung wirken sich insbesondere auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung aus. Die Folgen der völlig unzureichenden medizinischen Versorgung sind eine außerordentlich hohe Kinder- und Müttersterblichkeit. Nur 3 von 4 Neugeborenen erreichen das 5. Lebensjahr. 45 dieser Kinder sind an ihrem 5. Geburtstag chronisch mangelernährt. Die Lebenserwartung liegt bei nur 46 Jahren. Die Provinz Kuando Kubango im extremen Südosten Angolas wird auch "das Ende der Welt " "o fim da terra" genannt. Seit dem Waffenstillstand sind über die Provinzhauptstadt Menongue hinaus erst zwei Hauptverkehrsachsen für die humanitäre Hilfe offen. 90 der Provinz sind nur per Flugzeug, über Namibia oder gar nicht für internationale Organisationen erreichbar. Die Provinz ist mit 3 Personen pro km sehr dünn besiedelt. Hinzu kommen jedoch demobilisierte Soldaten mit ihren Familien, im eigenen Land vertriebene Angolaner und spontan aus den Nachbarländern zurückkehrende Flüchtlinge. In Kuando Kubango stehen zur Versorgung der Bevölkerung nur 3 Ärzte, 1 Referenzkrankenhaus und 30 staatliche Gesundheitseinrichtungen (zumeist Gesundheitsposten in sehr schlechtem Zustand) zur Verfügung. Die Gesundheitseinrichtungen sind mit zu wenig und unterqualifizierten Personal besetzt. Deshalb sind insbesondere Frauen und Kinder medizinisch unterversorgt. Die Versorgung der staatlichen Einrichtungen mit Medikamenten erfolgt nur sporadisch. Behandelbare Krankheiten wie Malaria können in dieser Provinz einen tödlichen Verlauf nehmen, da die Bevölkerung nicht medizinisch versorgt wird.
| Projektdaten | |
| Dauer: | 2003 to April 2008 |
| Finanzierung: | Malteser International, ECHO (Humanitarian Aid Department of the European Commission) |
| Partner: | Lokale Gesundheitsbehörde, lokale Partnerorganisationen und Frauengruppen |
| Kontakt | info(at)malteser-international.org |
Interview mit Matthias Heiden (Auslandsreferent Malteser Köln) und Dirk Büttgen (Malteser Dormagen) über ihre Projektreise in den Südsudan auf center.tv (13.04.2012) zum Interview