Distrikt Teluk Wondama, Provinz West Papua/Indonesien

Katastrophenvorsorge: Erlebnisse und Erfahrungen nutzen, um angemessene Reaktionen zu erarbeiten

Viele Bewohner von Wasior leben noch in Notunterkünften.
Viele Bewohner von Wasior leben noch in Notunterkünften.
Die Zerstörungen der letzten Flut sind noch an vielen Stellen sichtbar.
Die Zerstörungen der letzten Flut sind noch an vielen Stellen sichtbar.

Oktober 2010: Wasior, eine abgelegene Region der indonesischen Provinz West-Papua, wird überschwemmt. 8.000 der knapp 12.000 Einwohner sind betroffen, 150 Menschen sterben und rund 1.000 Häuser werden komplett zerstört. Das Wasser steht drei Meter hoch, Schlammmassen und Geröll begraben 70 Prozent der Häuser unter sich. Bis zu 4.000 Menschen leben noch heute in Notunterkünften, die kurz nach der Katastrophe von den Behörden errichtet wurden.

Trotz dieser und ähnlicher Erfahrungen in der Vergangenheit sind die Menschen in Wasior nicht auf den Katastrophenfall vorbereitet. Dass mit geringem Aufwand viele Menschenleben und auch ihre Lebensgrundlagen gerettet werden können, ist ihnen nicht bewusst. Malteser International arbeitet mit seiner indonesischen Partnerorganisation YEU (YAKKUM Emergency Unit) zusammen, die den Menschen in Wasior dieses Wissen vermittelt und ein angemessenes Verhalten im Katastrophenfall einübt. Langfristig sollen lokale Komitees das Katastrophenmanagement übernehmen. Die Erfahrungen aus der jüngsten Flut fließen dabei mit ein.

Projektgebiet ist der Sub-Distrikt Wasior des Distrikts Teluk Wondama in West-Papua; Wasior liegt auf einer bergigen Landzunge in der Bucht von Wondama. Die Dörfer befinden sich  hauptsächlich in der Nähe der Küste, deswegen ist die Bevölkerung sowohl durch von starken Regenfällen verursachten Überflutungen und damit einhergehenden Erdrutschen als auch durch von Erdbeben ausgelösten Tsunamis gefährdet.

  • Sensibilisierung der betroffenen Bevölkerung  für Risiken durch Naturkatastrophen und Erarbeitung von angemessenen Reaktionsstrategien
  • Umsetzung von gemeindebasierten Notfallplänen
  • Frühwarnung der Bevölkerung vor Überschwemmungen
  • Durchführung einer gemeindebasierten Bedrohungs- und Anfälligkeitsanalyse in jedem Dorf. Als Ergebnis sollen Gefahren, Vulnerabilität, aber auch Kapazitäten im Bereich der Gemeinde in einer „Risk Map“ festgehalten werden, die dann der Dorfgemeinschaft vorgestellt und mit ihr diskutiert wird. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die kürzlich erlebte Flutkatastrophe und ihre Auswirkungen für die Dorfgemeinschaften gelegt.
  • Gründung, Schulung und regelmäßige Betreuung von lokalen „Village Disaster Management Committees“
  • Ausarbeitung und Umsetzung von gemeindebasierten Notfallplänen einschließlich Erster Hilfe, Ausschilderung von Fluchtrouten und Simulationen
  • Kampagnen zur Bewusstseinsbildung in allen Zieldörfern und Notunterkünften
  • Installation von Flutvorwarnsystemen
Projektdaten
Dauer:Seit August 2011
Finanzierung:Auswärtiges Amt, Malteser International
Partner:YEU (YAKKUM Emergency Unit)
 
Kontakt
Malteser:Julia Brunner
info(at)malteser-international.org
 

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