Yangon Division / Myanmar

Wasser- und Sanitärversorgung in den Slums des Dawbon Townships

Ausschnitt aus einem Aufklärungsplakat zum guten hygienischen Verhalten.
Händewaschen ist ein einfaches, aber wirksames Mittel zur Vermeidung von Krankheiten: Aufklärungsplakat in Myanmar.

Das Dawbon Township ist eines der dicht besiedeltsten und bedürftigsten Gebiete im Großraum der Hauptstadt Yangon. Ein Gebiet von 3,62 km Größe bildet die Heimat von offiziell mehr als 73.000 Menschen. Dawbon entstand auf der früheren Müllhalde der Hauptstadt.

Hier zeigt sich die große Not der Bevölkerung: Wege sind durch Schlamm, Unrat und Kot kaum begehbar; Menschen leben gedrängt in Holz- oder Blechhütten ohne Sanitär- und Wasserversorgung; Haushaltswasser wird aus Teichen geholt und Trinkwasser muss täglich gekauft werden. Während der Regenzeit kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen, welche die ohnehin schon prekäre Situation noch verschlimmern.

Vor allem die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Das Fehlen jeglicher Wasser- und Sanitärversorgung führt zu vielen Durchfallerkrankungen, akute und chronische Unterernährung sind häufig die Folge, auch Infektions- und Atemwegserkrankungen breiten sich aufgrund der Lebensumstände schnell aus. Armut und geringer Bildungsstand tragen wesentlich dazu bei, dass selbst einfache Krankheitsvorsorgemaßnahmen nicht umgesetzt werden. Betroffen sind hauptsächlich schwangere Frauen und Kleinkinder, die zu den verwundbarsten Gruppen gehören.

Um den desolaten Lebensbedingungen in Dawbon entgegenzuwirken und die Gesundheitssituation der Bevölkerung zu verbessern, führen die Malteser in Dawbon seit Juni 2004 ein umfassendes Projekt in den Bereichen Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygiene durch.

Gemeinsam mit der Bevölkerung renovieren die Malteser traditionelle Regenwasserteiche und Brunnen und führen Filtersysteme ein, um die Trinkwasserqualität auf Gemeinde- und Haushaltsebene zu verbessern. Zudem bauen sie Haushaltslatrinen, legen Abwasserkanäle an und bauen ein nachhaltiges System zur Müllentsorgung auf. Ganz wesentlich ist die aktive Einbindung der Bevölkerung in die Maßnahmen, um die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit der Aktivitäten zu sichern. So errichten die Familien beispielsweise die Latrinen in Eigenleistung; je nach den finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Familien stellen die Malteser einen Teil oder alle benötigte Materialien zur Verfügung.

Begleitend leisten die Malteser in Zusammenarbeit mit den burmesischen Gesundheitseinrichtungen Hygiene- und Gesundheitsaufklärungsarbeit. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Krankheitsvorbeugung durch einfache und kostengünstige Maßnahmen.

Verbesserung der Gesundheits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung im Slumgebiet Dawbon durch:
  • Verbesserung der Sanitär- und Hygienesituation und Sicherstellung der ganzjährigen Versorgung mit sauberem Trinkwasser
  • Steigerung des Bewusstseins und des Wissens der Bevölkerung über Hygiene und Gesundheit
  • Renovierung von Regenwasserteichen, Bohrung von Tiefbrunnen und Installation von Wasserleitungen zur Gewährleistung einer sauberen Wasserversorgung für die Schulen und die bedürftigsten Teile des Townships
  • Bau von gegen Fliegen und Überschwemmung gesicherten Latrinen an allen Schulen und Gesundheitseinrichtungen sowie für 2.600 Haushalte in den ärmsten Gebieten
  • Bau von Abwasserkanälen, Abfallsammelbecken und Sicherstellung einer umfassenden Abfallwirtschaft
  • Gesundheitsvorsorge in Form von Aufklärungskampagnen durch die lokalen Gesundheitshelfer, v.a. in den Bereichen Ernährung und Hygiene, Ausbildung von freiwilligen Gesundheitshelfern
Projektdaten
Dauer:Seit Juni 2004
Finanzierung:Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); ECHO; Malteser International, private Spenden
Partner:Lokale Gesundheitsbehörden, lokale Selbsthilfegruppen
Personal:15 lokale Mitarbeiter, eine internationale Fachkraft

Kontakt
Malteser:Sandra Harlass
info(at)malteser-international.org
 

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