Distrikt Kohistan / Provinz Khyber Pakthunkhwa / Pakistan

Nicht nur im akuten Notfall: Basisgesundheitsversorgung und Unterstützung des Gesundheitssystems

Gefährlicher Spielplatz: Kinder riskieren Infektionen, wenn sie in den Abwasserkanälen spielen.
Gefährlicher Spielplatz: Kinder riskieren Infektionen, wenn sie in den Abwasserkanälen spielen.

Himalaja – allein der Name beschwört Bilder von beeindruckenden Hochgebirgssilhouetten herauf. Aber die Menschen in den abgeschiedenen Hochtälern haben oft ein schwieriges Leben, meist ohne gesicherten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Nach den Monsunüberschwemmungen im Sommer 2010 wurde die Situation noch problematischer. Malteser International unterstützt deswegen die lokalen Gesundheitsbehörden in ihrer Arbeit.

Malteser International stellt Mitarbeiter für drei Basisgesundheitsstationen im Tehsil Palas des Distriktes Kohistan zur Verfügung. Ihre Hauptaufgabe ist es, Kranke und Verletzte zu behandeln. Doch auch die Vorsorge gegen potentielle Gesundheitsrisiken kommt nicht zu kurz. Zudem erfassen sie den Ausbruch von Krankheiten, um das Risiko von Ansteckungen und weiterer Verbreitung zu vermeiden. Nach Abschluss der Nothilfephase werden sich die Malteser in der Region auf Prävention und Mutter-Kind-Gesundheit als Teil eines umfassenden Kapazitätsbildungsprojektes konzentrieren.

Es waren die schwersten Überflutungen seit Beginn der Aufzeichnung: Im Juli und August 2010 ließen heftige Monsunregenfälle die Flüsse in Pakistan schnell ansteigen. Im Norden des Landes rissen Sturzfluten der Gebirgsbäche alles mit, was zu nah am Fluss gebaut oder gelagert worden war: Brücken und Straßen, Häuser und das Hab und Gut vieler Menschen. Matsch- und Schlammlawinen blockierten Straßen, viele Kommunikationswege wurden zerstört. Im Süden Pakistans sorgte eine Flutwelle entlang des Indus für weiträumige Überschwemmungen, die das Tiefland mehrere Monate lang unter Wasser stehen ließen. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In allen betroffenen Gebieten verloren Menschen ihre Einkommensquelle, als Schlamm ihre Felder bedeckte, das Wasser ihre Ernte zerstörte und Nutztiere starben. Mehr als 20 Millionen Menschen waren von der Flut betroffen, 1.750 kamen ums Leben.

Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre dauern – genauso wie das Engagement von Malteser International. Der Grundsatz des „build back better“ ist dabei besonders wichtig: Die Malteser unterstützen die Gemeinden dabei, ihre Lebensbedingungen - verglichen mit der der Situation vor der Flut - zu verbessern und ihre Verwundbarkeit im Hinblick auf zukünftige Katastrophen - seien sie natürlich oder von Menschen verursacht - zu verbessern.

Malteser International arbeitet seit dem Erdbeben im Oktober 2005 in Pakistan. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit und Katastrophenvorsorge. Präsent zu sein bedeutet für Malteser International auch immer, schnell auf sich neu entwickelnde Notsituationen reagieren zu können.

  • Ein verbesserter Zugang der von den Monsunüberschwemmungen betroffenen Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen Basisgesundheitsdienstleistungen
  • Verbessertes Hygieneverhalten der von den Monsunregen betroffenen Bevölkerung
  • Basisgesundheitsversorgung an staatlichen Gesundheitseinrichtungen durch dafür zur Verfügung gestellte Mitarbeiter
  • Bereitstellung von Medizin und medizinischen Geräten
Projektdaten
Dauer:Seit Dezember 2010
Finanzierung:Aktion Deutschland Hilft, Malteser International, Spenden
 
Kontakt
Malteser:Dr. Jürgen Clemens
info(at)malteser-international.org
 

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