Für einen Einzelnen kann eine Krankheit eine vorher schon schwierige Situation noch verschlimmern. Für eine Gruppe von Menschen hingegen, wie beispielsweise eine Dorfgemeinschaft, kann dieser kranke Mensch eine große Gefahr darstellen. Im Extremfall kann er sogar zum Auslöser für eine Epidemie werden. Im Distrikt Rahim Yar Khan im südlichen Pakistan waren viele Dörfer überschwemmt worden. Die Gesundheitseinrichtungen dort wurden beschädigt oder komplett zerstört. In einigen Dörfern müssen die Menschen deswegen jetzt weite Wege auf sich nehmen, um die nächste Gesundheitseinrichtung zu erreichen. Die verbliebenen Gesundheitsstationen sind vielfach überlastet. Außerdem fehlt es ihnen an Medikamenten und medizinischen Geräten.
Malteser International unterstützt die Gesundheitsbehören im Distrikt Rahim Yar Khan mit drei medizinischen Teams. Diese Teams bestehen aus einem Arzt, einer „Lady Health Visitor“, einem Arzthelfer, der auch die Medikamente ausgibt und zwei Hygieneerziehern (ein Mann, eine Frau), die den Patienten richtiges Gesundheits- und Hygieneverhalten beibringen. Sie unterstützen die staatlichen Mitarbeiter an den Gesundheitseinrichtungen für einige Tage in der Woche. An den anderen Tagen halten sie in abgelegenen Dörfern Sprechstunde in Schulen oder Moscheen. Ihre Hauptaufgabe ist es, Kranke und Verletzte zu behandeln. Doch auch die Vorsorge gegen potentielle Gesundheitsrisiken kommt nicht zu kurz. Zudem erfassen sie den Ausbruch von Krankheiten, um das Risiko von Ansteckungen und weiterer Verbreitung zu vermeiden.
Nach Abschluss der Nothilfephase werden sich die Malteser in der Region auf Prävention und Mutter-Kind-Gesundheit als Teil eines umfassenden Kapazitätsbildungsprojektes konzentrieren.
Es waren die schwersten Überflutungen seit Beginn der Aufzeichnung: Im Juli und August 2010 ließen heftige Monsunregenfälle die Flüsse in Pakistan schnell ansteigen. Im Norden des Landes rissen Sturzfluten der Gebirgsbäche alles mit, was zu nah am Fluss gebaut oder gelagert worden war: Brücken und Straßen, Häuser und das Hab und Gut vieler Menschen. Matsch- und Schlammlawinen blockierten Straßen, viele Kommunikationswege wurden zerstört. Im Süden Pakistans sorgte eine Flutwelle entlang des Indus für weiträumige Überschwemmungen, die das Tiefland mehrere Monate lang unter Wasser stehen ließen. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In allen betroffenen Gebieten verloren Menschen ihre Einkommensquelle, als Schlamm ihre Felder bedeckte, das Wasser ihre Ernte zerstörte und Nutztiere starben. Mehr als 20 Millionen Menschen waren von der Flut betroffen, 1.750 kamen ums Leben.
Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre dauern – genauso wie das Engagement von Malteser International. Der Grundsatz des „build back better“ ist dabei besonders wichtig: Die Malteser unterstützen die Gemeinden dabei, ihre Lebensbedingungen - verglichen mit der der Situation vor der Flut - zu verbessern und ihre Verwundbarkeit im Hinblick auf zukünftige Katastrophen - seien sie natürlich oder von Menschen verursacht - zu verbessern.
Malteser International arbeitet seit dem Erdbeben im Oktober 2005 in Pakistan. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit und Katastrophenvorsorge. Präsent zu sein bedeutet für Malteser International auch immer, schnell auf sich neu entwickelnde Notsituationen reagieren zu können.
| Projektdaten | |
| Dauer: | Seit Oktober 2010 |
| Finanzierung: | Nachbar in Not (Österreich), Aktion Deutschland Hilft, Malteser International, Spenden |
| Kontakt | |
| Malteser: | Dr. Jürgen Clemens |
| info(at)malteser-international.org |
Gesundheit und sauberes Wasser für die Menschen in Punjab – Die Fluthilfe der Malteser im südlichen Pakistan (2011, Alexander Bühler)
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