Der Distrikt Swat ist eine Region in Pakistan, die im Bezug auf Naturkatastrophen und politische Krisen vielen hohen Risiken ausgesetzt ist. Des Weiteren beobachteten die medizinischen Teams, die Malteser International seit 2009 dort einsetzt, eine ernsthafte Bedrohung durch infektiöse Krankheiten, vor allem Ausbrüche von akutem wässrigen Durchfall oder Masern. Die lokalen Behörden können auf solche gesundheitlichen Risiken nur dann reagieren, wenn das Gesundheitssystem darauf vorbereitet ist. Das aktuelle Katastrophenvorsorgeprojekt von Malteser International hat das Ziel, die Reaktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu verbessern – wissend, dass die nächste Katastrophe schneller passieren könnte als erwartet.
Solche Weiterbildungsmaßnahmen konzentrieren sich insbesondere auf Trainings, derzeit für zwei verschiedene folgenden Personengruppen: Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden des Distrikts lernen, das Gesundheitssystem auf mögliche Katastrophen vorzubereiten und die mit einer Katastrophe verbundenen Risiken zu minimieren. Sie zeichnen die Risiken für die Gesundheit in ihrem Bereich auf und entwickeln Notfallpläne. Letztlich werden diese Informationen in die Katastrophenpläne auf Distrikt- und Provinzebene einfließen.
Auch die Mitarbeiter verschiedener staatlicher Gesundheitseinrichtungen werden darin geschult, ihre Einrichtung auf mögliche Katastrophen vorzubereiten. Neben den Grundkonzepten der Katastrophenvorsorge lernen sie, wie sie ihre Einrichtungen ausstatten und bei Ereignissen mit vielen Toten und Verletzten reagieren sollten. Sie werden in Zukunft auch das Frühwarnsystem für die Erfassung verbreiteter Krankheiten mit Daten zu ansteckenden Infektionen füttern.
Es waren die schwersten Überflutungen seit Beginn der Aufzeichnung: Im Juli und August 2010 ließen heftige Monsunregenfälle die Flüsse in Pakistan schnell ansteigen. Im Norden des Landes rissen Sturzfluten der Gebirgsbäche alles mit, was zu nah am Fluss gebaut oder gelagert worden war: Brücken und Straßen, Häuser und das Hab und Gut vieler Menschen. Matsch- und Schlammlawinen blockierten Straßen, viele Kommunikationswege wurden zerstört. Im Süden Pakistans sorgte eine Flutwelle entlang des Indus für weiträumige Überschwemmungen, die das Tiefland mehrere Monate lang unter Wasser stehen ließen. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In allen betroffenen Gebieten verloren Menschen ihre Einkommensquelle, als Schlamm ihre Felder bedeckte, das Wasser ihre Ernte zerstörte und Nutztiere starben. Mehr als 20 Millionen Menschen waren von der Flut betroffen, 1.750 kamen ums Leben.
Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre dauern – genauso wie das Engagement von Malteser International. Der Grundsatz des „build back better“ ist dabei besonders wichtig: Die Malteser unterstützen die Gemeinden dabei, ihre Lebensbedingungen - verglichen mit der der Situation vor der Flut - zu verbessern und ihre Verwundbarkeit im Hinblick auf zukünftige Katastrophen - seien sie natürlich oder von Menschen verursacht - zu verbessern.
Malteser International arbeitet seit dem Erdbeben im Oktober 2005 in Pakistan. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit und Katastrophenvorsorge. Präsent zu sein bedeutet für Malteser International auch immer, schnell auf sich neu entwickelnde Notsituationen reagieren zu können.
| Projektdaten | |
| Dauer: | seit August 2010 |
| Finanzierung: | Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Deutschland), Weltgesundheitsorganisation, Malteser International |
| Kontakt | |
| Malteser: | Christof Ruhmich |
| info(at)malteser-international.org |
Gesundheit, NFI-Kits und Notunterkünfte: Die Fluthilfe der Malteser im nördlichen Pakistan (2011, Alexander Bühler)
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Nach der Flut: Christine Prokopf hat die Projekte im Swat-Tal besucht und berichtet über die Perspektiven der Arbeit dort.
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