Im Norden riss das Wasser Wohnhäuser, Moscheen, Schulen, Gesundheitsstationen, Brücken und Straßen mit sich, als es in Sturzfluten bergab rauschte. Zurück blieben nur Trümmer, Matsch und Schlamm. Im südlichen Tiefland überschwemmte das Wasser breite Landstriche, unzählige Pakistani mussten vor den Wassermassen fliehen. Rund 20 Millionen Menschen sind betroffen: Familien haben ihren Besitz und ihre Ernte verloren, Kinder können nicht zur Schule gehen, denn diese werden dringend als Übergangsunterkünfte benötigt. Zusätzlich bedrohen vielfältige Krankheiten die Bevölkerung.
Die Malteser arbeiten bereits seit dem schweren Erdbeben vom 8. Oktober 2005 in Pakistan, unter anderem auch in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KPK) im Nordwesten des Landes. Hier betreuten sie Binnenvertriebene, die im Frühsommer 2009 vor den Kämpfen zwischen Taliban-Rebellen und der pakistanischen Armee fliehen mussten und später wieder in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt waren. In dieser Provinz liegt auch das Swat-Tal, das als erstes überschwemmt wurde. Deshalb waren die Malteser auch sofort vor Ort und konnten umgehend vor allem medizinische Nothilfe leisten.
Die Planungen von Malteser International gehen aber auch bereits in die Zukunft und somit über die akute Not der Menschen hinaus. Die Vorbereitungen für die Wiederaufbauphase sind schon in vollem Gange. Vieles muss wieder aufgebaut werden und dafür gesorgt werden, dass die Menschen vor ähnlich katastrophalen Schäden bewahrt werden.
- Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung
- Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Hygiene
- Verbesserung der sanitären Grundversorgung
- Stärkung der Kapazitäten der Bevölkerung in Katastrophenvorsorge
Die Malteser leisten derzeit Nothilfe in drei stark betroffenen Distrikten - in Swat und Kohistan (KPK) im Nordwesten und im südlichen Rahim Yar Khan (Punjab):
- Einsatz von insgesamt 10 medizinischen Teams bestehend aus Ärzten, Hebammen und Arzthelfern und Hygieneberatern
- Entsendung der medizinischen Teams in so genannten mobilen Kliniken auch in abgelegene Orte
- medizinische Behandlungen vor allem von akuten Durchfall- und Atemwegserkrankungen sowie Impfungen gegen verbreitete Krankheiten wie Masern
- Aufklärung über den Zusammenhang zwischen mangelnder Hygiene, dem richtigem Umgang mit Trinkwasser und der Vermeidung von Krankheiten
- Unterstützung staatlicher Gesundheitseinrichtungen
- Verteilung von Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hilfsgütern für Familien, u.a. mit Hygieneartikeln, Kochsets und warmen Decken
- Reparatur, Wiederaufbau und Ausstattung von Gesundheitszentren
- Weiterbildung von Mitarbeitern in den Gesundheitszentren
- Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, sanitären Grundversorgung und Hygiene
- Reparatur, Wiederaufbau und Ausstattung von Schulen
- Instandsetzung von landwirtschaftlich genutzten Flächen
- Bereitstellung von Saatgut, Dünger und Werkzeugen zur Förderung der Landwirtschaft
- Ausbildung der Behörden und der Bevölkerung in Katastrophenvorsorge
| Projektdaten | |
| Dauer: | Seit Juli 2010 |
| Finanzierung: | Aktion Deutschland Hilft, Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, WHO, Nachbar in Not, Unternehmen, Privatspender, Malteser International |
| Partner: | LASOONA, Paiman, Caravan (NROs aus Khyber Pakhtunkhwa) |
| Nida und Sungi (NROs aus Kohistan) |
| REED (NRO aus Rahim Yar Khan) |
| | |
| Kontakt | |
| Malteser: | Christof Ruhmich |
| info(at)malteser-international.org |