Was kann ein Bauer ohne seine Felder tun? Er kann seiner Arbeit nicht ordentlich nachgehen. Und was ist ein Landstrich ohne arbeitende Bauern? Er ist von Nahrungsmitteln abhängig, die von außen eingeführt werden müssen, im schlimmsten Fall sogar auf andauernde Nahrungsmittelhilfe. Die Überschwemmungen im Sommer 2010 zerstörten nicht nur 70 Prozent der Reisernte im Swat-Tal, sondern auch viele Feldterrassen, Wassermühlen und Bewässerungskanäle. Große Ackerflächen wurden von Schlamm bedeckt und konnten lange Zeit nicht kultiviert werden.
Um dies zu verändern, unterstützt Malteser International gemeindebasierte Wiederaufbaumaßnahmen im Swat-Tal. Zusammen mit den Gemeinden legen die Malteser die dringendsten Bedürfnisse fest, um die lokale Infrastruktur wieder herzustellen und die Basis für einen Wiederbeginn der Landwirtschaft auf den zerstörten Flächen zu legen. In einem ersten Schritt werden Feldterrassen und Bewässerungskanäle, aber auch Zugangswege und Brücken über Gebirgsbäche wieder instand gesetzt. Die Bevölkerung beteiligt sich im Rahmen von „Cash for Work“-Aktivitäten. In einem zweiten Schritt erhalten die am stärksten betroffenen Bauern, die auch ihre Geräte und Saatgutvorräte in den Fluten verloren haben, die notwendigen Mittel, um eine Ernte im Sommer 2011 möglich zu machen.
Es waren die schwersten Überflutungen seit Beginn der Aufzeichnung: Im Juli und August 2010 ließen heftige Monsunregenfälle die Flüsse in Pakistan schnell ansteigen. Im Norden des Landes rissen Sturzfluten der Gebirgsbäche alles mit, was zu nah am Fluss gebaut oder gelagert worden war: Brücken und Straßen, Häuser und das Hab und Gut vieler Menschen. Matsch- und Schlammlawinen blockierten Straßen, viele Kommunikationswege wurden zerstört. Im Süden Pakistans sorgte eine Flutwelle entlang des Indus für weiträumige Überschwemmungen, die das Tiefland mehrere Monate lang unter Wasser stehen ließen. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In allen betroffenen Gebieten verloren Menschen ihre Einkommensquelle, als Schlamm ihre Felder bedeckte, das Wasser ihre Ernte zerstörte und Nutztiere starben. Mehr als 20 Millionen Menschen waren von der Flut betroffen, 1.750 kamen ums Leben.
Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre dauern – genauso wie das Engagement von Malteser International. Der Grundsatz des „build back better“ ist dabei besonders wichtig: Die Malteser unterstützen die Gemeinden dabei, ihre Lebensbedingungen - verglichen mit der der Situation vor der Flut - zu verbessern und ihre Verwundbarkeit im Hinblick auf zukünftige Katastrophen - seien sie natürlich oder von Menschen verursacht - zu verbessern.
Malteser International arbeitet seit dem Erdbeben im Oktober 2005 in Pakistan. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit und Katastrophenvorsorge. Präsent zu sein bedeutet für Malteser International auch immer, schnell auf sich neu entwickelnde Notsituationen reagieren zu können.
| Projektdaten | |
| Dauer: | Januar bis Mai 2011 |
| Finanzierung: | Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Deutschland), Malteser International, Spenden |
| Partner: | Lasoona |
| Kontakt | |
| Malteser: | Dr. Jürgen Clemens |
| info(at)malteser-international.org |
Gesundheit und sauberes Wasser für die Menschen in Punjab – Die Fluthilfe der Malteser im südlichen Pakistan (2011, Alexander Bühler)
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