Tay Giang / Vietnam

Wald erhalten und ökologisch angepasst nutzen durch traditionelles Wissen der Ca Tu

Für die Ca Tu bedeuten die Konsequenzen der Brandrodung - Bodenerosion und der Verlust von Tier- und Pflanzenarten – eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.
Für die Ca Tu bedeuten die Konsequenzen der Brandrodung - Bodenerosion und der Verlust von Tier- und Pflanzenarten – eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.

Große Waldflächen werden abgebrannt, um Platz für Landwirtschaft zu schaffen: Für die Ca Tu, eine ethnische Minderheit in Zentralvietnam, bedeuten die Konsequenzen – Bodenerosion und der Verlust von Tier- und Pflanzenarten – eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.

Denn als indigene Bevölkerungsgruppe wissen sie, wie man den Wald ökologisch angepasst nutzen kann, also welche Techniken zum Anbau taugen und welche Heilmethoden sie dort gewinnen können. Ein verändertes  lokales Klima und ein erhöhter  Treibhauseffekt sind weitere Begleiterscheinungen der Brandrodung, die es einzudämmen gilt.

Um die natürliche Ressource Wald zu schützen und die Einkommenssituation von indigenen Familien durch alternative Einkommensmöglichkeiten und Übertragung von Eigentum an Wald zu verbessern, sensibilisiert Malteser International die Ca Tu im Distrikt Tay Giang, aber auch relevante lokale Mittler wie beispielsweise Mitarbeiter des Land- und Forstamtes, für die Themen des Walderhalts, die negativen Folgen der Brandrodung und der nachhaltigen Waldnutzung.

Außerdem werden Mechanismen geschaffen, um die Teilhabe der Ca Tu an der Waldentwicklung und der Verteilung der Eigentums- und Nutzungsrechte am Wald sicherzustellen. Letztlich werden die Ca Tu so selbst ihren Wald ökologisch nachhaltig nutzen können und wissen um Alternativen zur unkontrollierten Brandrodung.

Vietnam ist ein Land der zwei Geschwindigkeiten. Die Schere zwischen aufstrebenden Stadtregionen und ländlichen Armutsgebieten, vor allem in den Bergregionen, wo ethnische Minderheiten leben, geht immer weiter auseinander. Während die allgemeinen Armutsraten in Vietnam in der letzten Dekade enorm sanken, ist der Anteil der ethnischen Minoritäten unter den Armen gestiegen. Die Armutsrate im Tay Giang Distrikt beträgt 69,69%. 96% der dort lebenden Bevölkerung gehört zu der ethnischen Gruppe der Ca Tu. Diese ethnische Gruppe lebt in einem extrem abgelegenen bergigen Gebiet entlang der Grenze zu Laos. Der Verlust der angestammten Ackerflächen durch ein großangelegtes Umsiedlungsprogramm, Nahrungsmittelknappheit aufgrund der steilen Hanglagen, ein allgemeiner schlechter Gesundheitsstatus und praktisch kein Einkommen durch ineffektive Subsistenzlandwirtschaft sind die Probleme dieser  Bevölkerungsgruppe.
Eindämmung der  weitverbreiteten Praxis der unkontrollierten Brandrodung von Wäldern und Zerstörung der natürlichen Ressourcen im Tay Giang Distrikt, indem die lokale ethnische Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz des Waldes gestärkt und befähigt wird.
  • Schulung relevanter Mittler und Aufklärungskampagnen auf Dorfebene
  • Schaffung und Stärkung von Organisationen auf Dorf- und Gemeindeebene
  • Partizipative Umsetzung der Übertragung von Eigentum- und Nutzungsrechte am Waldauf Dorfebene
  • Trainings und Beratung der lokalen Bevölkerung sowie Marktanalysen zur Förderung angepasster Technologien und alternativer Einkommensmöglichkeiten
  • Kleinprojektefonds zur Implementierung von Klein- und Kleinstprojekten zum Walderhalt und der alternativen Einkommenserwirtschaftung
Projektdaten
Dauer:Seit Januar 2012
Finanzierung:Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Malteser International
Partner:Volkskomitee des Distriktes Tay Giang, Center for Rural Development

Kontakt
Malteser:Cordula Wasser
info(at)malteser-international.org
 

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