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Bessere Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik

Seit der Entmachtung des Präsidenten Bozizé im Jahr 2013 befindet sich die Zentralafrikanische Republik (ZAR) im Konflikt. Durch die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Séléka und den Anhängern des Präsidenten brach die staatliche Ordnung zusammen und es kam zu massiven internen Vertreibungen sowie Flüchtlingsströmen in die Nachbarländer. UN-OCHA geht von über 100.000 Flüchtlingen aus der ZAR in der Demokratischen Republik Kongo aus. Die Auseinandersetzungen zwischen den Milizen halten an und Ende 2015 kam es zu weiteren Gewaltausbrüchen in vielen Teilen des Landes. Auch wenn jüngste Anzeichen für eine Befriedung der Situation in der ZAR sprechen, hat dies noch keine Auswirkungen auf eine mögliche Rückkehr der Flüchtlinge in ihr Heimatland.

Die ohnehin schon kritische Situation der Gesundheitsversorgung in der isolierten Provinz Bas Uélé im Norden der Demokratischen Republik Kongo wird durch den Flüchtlingszustrom aus der ZAR noch verstärkt. Ein beachtlicher Teil der Flüchtlinge lebt nicht in Camps, sondern wird von der lokalen Bevölkerung zuhause aufgenommen und in der Regel auch versorgt.

Mit unserem Projekt möchten wir deshalb sowohl für die Flüchtlinge aus der ZAR als auch für die kongolesische aufnehmende Bevölkerung einen  Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung sicherstellen.

Nur bedingt befahrbare Straßen, marode Brücken und eine teilweise prekäre Sicherheitslage machen den Zugang zu der Region im Territoire Bondo sehr schwierig. Darunter leiden nicht zuletzt die lokalen Gesundheitszentren.

So stellt sie die Versorgung mit Medikamenten etwa vor eine große Herausforderung. Nur selten sind alle für die Behandlungen notwendigen Medikamente vorrätig und die Preise für Medikamente in der Gesundheitszone sind aufgrund ihrer Abgeschiedenheit extrem hoch. Viele Patienten können nur einen Teil der verschriebenen Medikamente kaufen.

Das in den Gesundheitszentren arbeitende Personal hat nur selten eine formelle Ausbildung genossen, häufig handelt es sich um eine Einarbeitung während der täglichen Arbeit. Besonders prekär ist die Lage in den Geburtsstationen, wo es an professionell ausgebildeten Hebammen fehlt. Das technische Wissen des Personals ist deshalb leider oft gering und die Qualität der angebotenen Behandlungen mangelhaft. Hinzu kommt, dass die Gesundheitszentren und Geburtsstationen technisch nur unzureichend ausgerüstet sind.

Der Zustand der sanitären Anlagen an den Gesundheitseinrichtungen ist oft sehr schlecht. Vorhandene einfache Latrinen sind schnell mit Fäkalien gefüllt und sie zu ersetzen stellt ein finanzielles Problem für die Gesundheitszentren dar.

Das in den Gesundheitszentren arbeitende Personal kann wichtige Prinzipien des persönlichen Arbeitsschutzes und der Prävention von Infektionen oft nicht einhalten. So wird etwa in Ermangelung an Verbrennungsöfen und Abfallgruben klinischer Abfall nicht korrekt entsorgt und birgt für das Personal und die Patienten ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung sowie der hygienischen Situation von Patienten, Begleitpersonen und des Personals der Gesundheitszentren im Norden des Territoire Bondo, Province Bas Uélé, unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Flüchtlingen aus der ZAR.

Um dies zu ermöglichen, soll der Zugang zu und die Qualität der basismedizinischen Versorgung der Zielgruppe verbessert werden durch eine Kombination von Medikamentenlieferungen, technischer Ausrüstung, Schulung des Gesundheitspersonals und Subventionierung der Behandlungskosten.

Zudem soll die Anzahl von Infektionen und die Übertragung von Erkrankungen gesenkt werden indem Maßnahmen zur Infektionsprävention und der Verbesserung der hygienischen Situation von Patienten, Begleitern sowie dem Personal der Gesundheitsstrukturen durchgeführt werden. 

  • Subventionierung der Behandlungskosten für Patienten
  • Schulung des Gesundheitspersonals zur Verbesserung der Qualität der angebotenen medizinischen Versorgung und einer besseren Arbeitssicherheit
  • Versorgung der Gesundheitszentren mit Medikamenten in Form von angepassten Kits 
  • Lieferung notwendiger medizinischer Ausrüstung
  • Bau von Ventilated Improved Pit (VIP) Latrinen und Duschkabinen aus Holz in fünf Gesundheitszentren
  • Hygieneeinführungen für Patienten und ihre Begleitpersonen
  • Verminderung des Infektionsrisikos durch eine systematische Beseitigung von Infektionsquellen in den Gesundheitsstrukturen und Schulung des Personals

Länderinfos

Hauptstadt: Kinshasa
Fläche: 2.345.410 km²
Bevölkerung: ca. 70 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Juli 2016 – Juni 2017
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden
Partner: staatliche Gesundheitszentren, lokale und nationale Gesundheitsbehörden

Letzte Änderung: Oktober 2016

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