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Anpassung an den Klimawandel in Kenia

In den Regionen Illeret und Hurri Hills in Marsabit County im Norden Kenias wechseln sich das ganze Jahr über geringer Niederschlag und periodisch wiederkehrende Trockenzeiten ab. Die Böden sind sandig und nur spärlich bewachsen. Die Lebensgrundlage der ansässigen Halbnomaden ist  Viehhaltung, da regengestützte Landwirtschaft nahezu unmöglich ist. In beiden Gebieten gibt es sehr wenig Wasser.

Die unterschiedlichen Höhenlagen von Illeret (400 m) und Hurri Hills (1.500 m) bedingen allerdings ein etwas unterschiedliches Klima. Während Illeret ganzjährig trocken ist und kaum Vegetation zulässt, ist Hurri Hills kühler und bietet mehr Spielraum für einfache Landwirtschaft ergänzend zur Viehwirtschaft. Wiederkehrende Wildfeuer und die unkontrollierte Abholzung seit den 50er Jahren haben den Waldbestand dort erheblich minimiert. Von dem legendären Wald bezeugt heute nur noch der lokale Name „Badha Hurri“, der übersetzt Nebelwald bedeutet.

Wiederkehrende Dürren übersteigen die lokalen Anpassungsfähigkeiten der Halbnomaden im Norden Kenias. Sie gehören zu den am stärksten ins Abseits gedrängten Bevölkerungsgruppen und sind bereits heute von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Hurri Hills und  Illeret sind besonders vom Wassermangel betroffen, weshalb regengestützte Landwirtschaft nahezu unmöglich ist.

Die Schwierigkeiten der Bevölkerung liegen nicht alleine in der problematischen Wassersituation. Ein wichtiger Faktor ist auch das fehlende Bewusstsein für die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, was die unkontrollierte Abholzung und Überweidung zur Folge hatte. Dadurch wurde das ohnehin fragile Ökosystem weiter gefährdet.

Durch unsere Arbeit möchten wir zum einen die halbnomadischen Bevölkerungsgruppen auf die klimatischen Veränderungen  vorbereiten, in dem die Nutz- und Trinkwasserversorgung angepasst wird. Außerdem stärken wir das Bewusstsein für natürliche Ressourcen und fördern den Schutz einheimischer Baumarten auf Pilotflächen als Beitrag zum Klimaschutz. Damit soll die Abholzung eingedämmt, die Überweidung begrenzt und letztlich die biologische Vielfalt der Region gesichert werden.

Das Projekt zielt auf halb-nomadische Bevölkerungsgruppen in Hurri Hills und Illeret, Marsabit County, Kenia ab. Das Projekt fördert durch unterschiedliche Aktivitäten insgesamt 2.330 Haushalte (entspricht etwa 13.380 Menschen oder 83 % der Gesamtbevölkerung in den beiden Gebieten), wobei besonders engagierte Haushalte im Einzelfall mehrfach profitieren können. Im Allgemeinen liegt der Fokus auf besonders bedürftigen Haushalten, d.h. mit alleinerziehenden Müttern und/oder unter- oder mangelernährten Kindern sowie großer Kinderzahl.

  • Durch Kampagnen und Trainings werden die Menschen für die Themen Klimawandel und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sensibilisiert und damit die Grundlage für den nachhaltigen Erfolg des Projekts gelegt.
  • Stärkung der Haushalte gegenüber Dürren durch die Erhöhung der Wasserspeicherkapazitäten und Anpassung der Nutz- und Trinkwasserversorgung an den Klimawandel.
  • Durch das Bepflanzen von drei Grundstücken (insgesamt 17 Morgen) mit einheimischen Baumarten sowie der Einführung von energieeffizienten Kochherden wird ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Länderinfos

Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.650 km²
Bevölkerung: ca. 45,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2018
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Partner: Pastoralist Community Initiative and Development Assistance (PACIDA)

Letzte Änderung: November 2016

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