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Gegen AIDS und Tuberkulose in den Slums von Nairobi

Ungefähr 2,7 Millionen der 43 Millionen Einwohner Kenias sind derzeit mit HIV infiziert; rund 500 Menschen sterben täglich an den Folgen der Krankheit. Nairobi hat 3,1 Millionen Einwohner, von denen schätzungsweise zwei Millionen in den Elendsvierteln leben, die maximal fünf Prozent der geographischen Fläche der Hauptstadt ausmachen. Etwa zehn Prozent der hier lebenden Erwachsenen sind mit dem HI-Virus infiziert. Damit sind die Slums von Nairobi eines der am stärksten von AIDS betroffenen Gebiete Kenias.

Die schlechten Lebensbedingungen, extreme Armut sowie mangelnde Bildung und Aufklärung sind die Hauptursachen für die hohe Verbreitung von HIV/AIDS in den Slumgebieten. Viele der mit HIV Infizierten leiden zusätzlich auch an Tuberkulose (TB). Die Immunschwächekrankheit AIDS macht die Menschen besonders anfällig für die TB-Erreger. Aufgrund des Lebens auf engem Raum und der unzureichenden Hygiene breiten sich Krankheiten wie TB rasch aus. Ein besonders großes Problem stellt zudem die Übertragung des HI-Virus von Müttern auf ihre ungeborenen Kinder dar. Nach aktuellen Schätzungen werden in Kenia pro Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Babys bereits im Mutterleib mit HIV infiziert.

Seit 2001 diagnostiziert und behandelt Malteser International in Slumgebieten von Nairobi mit rund 800.000 Einwohnern AIDS und Tuberkulose, schult das Personal der Gesundheitszentren und klärt die Bewohner auf. Zusätzlich wurden Labors in den Slums eingerichtet. Die Anstellung und Fortbildung von lokalen Fachkräften ist der Schlüssel zum Erfolg unserer Arbeit in Nairobi. Denn für eine wirksame Behandlung sind ausreichend Fachpersonal für die intensive Betreuung der Patienten und die regelmäßige Kontrolle von Blut und Organen unerlässlich. Auch die Einbindung der Bevölkerung in das Gesundheitsprogramm durch die Ausbildung von Freiwilligen, die eine Brückenfunktion zwischen der Gesundheitseinrichtung und der Bevölkerung wahrnehmen und ihren Nachbarn die Gesundheitsversorgung näherbringen, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Seit 2012 liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Vermeidung der Übertragung von HIV von Schwangeren auf ihr Kind.

TB ist mit einer Kombination aus drei bis fünf Antibiotika heilbar, die Behandlung dauert in der Regel sechs bis acht Monate. Eine kontinuierliche Betreuung der Patienten ist besonders wichtig, denn falls ein Patient die Behandlung vorzeitig abbricht, können sich unheilbare Resistenzen entwickeln. HIV/AIDS kann nicht geheilt werden, doch durch sogenannte antiretrovirale Medikamente kann die Krankheit unterdrückt werden und der Patient ein relativ normales Leben führen. Eine Übertragung von HIV von der Mutter auf ihr Baby kann bei richtiger prä- und postnataler Behandlung in den meisten Fällen verhindert werden.

  • Untersuchung, Diagnose und Behandlung vor Ort
  • Unterstützung der Patienten durch persönliche Betreuung, Beratung und Pflegehinweise für die Angehörigen
  • Erhöhung der Anzahl von HIV- und TB-Tests und damit Vergrößerung der Chance auf rechtzeitige Behandlung
  • Behandlung der HIV-Infizierten mit modernen, lebensverlängernden AIDS-Medikamenten (antiretrovirale Therapie)
  • Besondere Behandlung von mit HIV infizierten Schwangeren, um eine Übertragung des Virus auf ihr ungeborenes Baby zu verhindern

  • Einrichtung von acht Labors und VCT-Räumen (Voluntary Counselling and Testing) in den Slumgebieten von Nairobi: Die Labors ermöglichen den Bewohnern eine Untersuchung direkt vor Ort.
  • Behandlung und nachhaltige Versorgung von Tuberkulose-Kranken nach der DOTS-Strategie (direkte Beobachtung der Behandlung, um einen Abbruch zu vermeiden)
  • Antiretrovirale Behandlung für mit HIV Infizierte
  • Einstellung zusätzlicher Krankenschwestern in den bestehenden Gesundheitseinrichtungen
  • Vernetzung der Gesundheitseinrichtungen mit Strukturen des Gesundheitsministeriums für Qualitätskontrollen und zum Erhalt kostenloser Medikamente und medizinischer Verbrauchsmaterialien
  • Schulungsmaßnahmen für das Personal in den Gesundheitseinrichtungen, um eine qualitative Versorgung sicher zu stellen
  • Ausbildung von Slumbewohnern zu Gesundheitshelfern: Sie pflegen Patienten, die nicht mehr in die Gesundheitszentren kommen, zuhause und klären die Slumbewohner über Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten auf. Dank dieser Laienhelfer steigt die Zahl der Menschen in den Slums, die sich auf HIV und Tuberkulose testen lassen.
  • Aufklärungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Stigmatisierung von HIV/AIDS
  • Gründung von Selbsthilfegruppen HIV-positiver Mütter

Länderinfos

Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.650 km²
Bevölkerung: ca. 45,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit 2001
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Catholic Relief Services, Global Fund, USAID und Spenden
Partner: Kenianisches Gesundheitsministerium, Stadt Nairobi, African Medical and Research Foundation, Gesundheitszentren in den Slums

Letzte Änderung: Januar 2016

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