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Wahlvorbereitung in urbanen Brennpunkten in Kenia

Während der Präsidentschaftswahlen in Kenia im Jahr 2007 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Dabei starben Menschen und viele andere wurden verletzt, Anwohner wurden vertrieben und es herrschte eine soziale Instabilität. Am schlimmsten davon betroffen waren die Regionen, die entlang der ethnischen Grenzen liegen.

Das Problem tritt bis heute verstärkt in eng besiedelten Gebieten, wie etwa in Nairobi und Kisumu, auf. Hier leben Bevölkerungsgruppen aus allen Teilen Kenias auf engem Raum dicht beieinander. Besonders in Wahlkampfzeiten kommt es zu ethnisch-basierten Gewaltausbrüchen.

Zusätzlich heizen unter anderem die folgenden Faktoren die Konflikte weiter an: steigende Jugendarbeitslosigkeit, mangelhafte Sicherheit, Verbreitung von Handfeuerwaffen, Landstreitigkeiten und Viehdiebstähle.

In den darauffolgenden Wahlen, im Jahr 2013, war die Lage zwar nicht so gravierend wie zuvor im Jahr 2007, doch kam es auch dieses Mal vermehrt zu Gewaltausbrüchen. In Vorbereitung auf die kommenden Präsidentschaftswahlen, die im August 2017 stattfinden werden, ist Kenia bereits jetzt erneut entlang der ethnischen Grenzen gespalten. 

Die Behörden bestätigen den dringenden Bedarf an der Stärkung von Notfallvorsorgekapazitäten, sowohl des Gesundheitspersonals als auch der Einrichtungen sowie ausgewählter Gemeindemitglieder, um rechtzeitig gewalttätigen Ausschreitungen vorzubeugen und zu begegnen.  

Konkret bedeutet dies, dass im Falle von gewalttätigen Ausschreitungen in den informellen Siedlungen Nairobi und Kisumu, sowohl die sogenannten Rapid Response Units als auch die Kliniken und Einrichtungen auf Gemeindeebene Brandherde schneller löschen, die Verletzten schneller und besser versorgen, Bluttransfusionen durchführen und die Kommunikation über Notfallpläne aufrechterhalten können.

Durch die enge Vernetzung der Beteiligten soll auch über die Wahl hinaus ein nachhaltiger Katastrophenschutz gewährleistet sein.

Von dem Projekt profitieren die insgesamt 3,14 Millionen Einwohner der acht Interventionsbrennpunkte. Ihnen wird der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen in 75 verschiedenen Gesundheitszentren ermöglicht. Parallel dazu werden 820 Gesundheitsdienstmitarbeiter und Interessensvertreter in Trainings zu Katastrophenvorsorge geschult. Es werden Nothilfe-Kits für den Fall sexualisierter Gewalt verteilt und Blutspender mobilisiert. Zudem können mithilfe einer kostenlosen App Notfälle direkt gemeldet werden.

Malteser International hatte bereits bei den Wahlvorbereitungen 2013 mit dem kenianischen Gesundheitsministerium kooperiert. Im aktuellen Projekt wird das Konzept um das Ballungsgebiet Kisumu erweitert, wo bisher die Kapazitäten für adäquate Notfallmaßnahmen fehlten. 

Durch dieses Projekt soll die Bevölkerung in Nairobi und Kisumu während der Wahlperiode 2017 Zugang zu effektiver Versorgung von Verletzungen erhalten. Durch vorbereitende Maßnahmen sollen zudem Spätfolgen und Todesfälle im Zuge der Wahlen verhindert werden.

Durch Frühwarnsysteme und Trainings sind sowohl die Bevölkerung als auch die Gesundheitszentren besser auf Notfälle vorbereitet. Auch das Blutspender-Management in den acht Brennpunkten in Kisumu und Nairobi ist auf mögliche Gewaltausbrüche vorbereitet und verfügt über genug Blutkonserven, um Patienten adäquat behandeln zu können. 

  • Trainings für Katastrophen- und Notfallvorsorge, um die Lücken im Kenntnisstand der Gesundheitsdienstmitarbeiter und Gemeindehelfer auf allen Ebenen zu schließen
  • Erstellung von Notfallplänen und Vernetzung der strukturellen Ebenen (von den Ministerien bis zu den Kliniken) sowie eine Vernetzung mit der Bevölkerung (um diese über die zur Verfügung stehenden Frühwarnsysteme zu informieren) 
  • Trainings zur adäquaten Nutzung der App „Mobile Life“, die zur Meldung von und Reaktion auf Notfälle dient
  • Aufklärungsarbeit zum Thema Blutspenden, um mehr Spender zu gewinnen
  • Ausstattung von Kliniken in Kisumu mit Notfallmedikamenten, Verbrauchsmaterial und Feuerbekämpfungsmitteln (Feuerlöschern und Decken), in Absprache mit dem nationalen Gesundheitsministerium 

Länderinfos

Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.650 km²
Bevölkerung: ca. 45,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: 01.03.2017 - 30.09.2017
Finanzierung: Auswärtiges Amt

Letzte Änderung: Juli 2017

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