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Ein selbstbestimmtes Leben für von Lepra gezeichnete Menschen

Bereits seit 2010 unterstützt Malteser International mehr als sechzig Familien mit insgesamt rund 200 Personenin einem Lepradorf südlich der im Zentrum des Südsudan gelegenen Stadt Rumbek. Wir waren schon seit einigen Jahren in dieser Region tätig, als uns Vertreter der Leprakolonie im Sommer 2010 um Hilfe bei der Neuansiedlung auf einem größeren Stück Land baten. Zusammen mit der Regierung fanden wir ein passendes Grundstück.

Inzwischen konnten alle Bewohner des Dorfes von der Lepra geheilt werden. Doch die Folgen der Krankheit an Händen und Füßen bleiben. Pflege und Schutz sind hier besonders wichtig, um Infektionen, die durch Schnitte oder Verbrennungen entstehen, zu vermeiden. Hierzu klären wir die Dorfbewohnerüber Hygiene auf und verteilen Seife, Vaseline und spezielle Schuhe.

Zudem unterstützen wir die Familien mit Materialien zum Bau von Hütten und zur Einzäunung eines neu angelegten Gemüsegartens. Wir verteilen Saatgut und schulen die Bewohner in landwirtschaftlichen Anbaumethoden, um eine Grundversorgung der Leprakolonie sicherzustellen und die Familien langfristig von äußerer Hilfe unabhängig zu machen. Die Bewohner bilden eine starke Solidargemeinschaft, die sich trotz ihrer Einschränkungen bereits ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut hat.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudan am 09. Juli 2011 wurden die Hoffnungen auf eine rasche und positive Entwicklung im jüngsten Staat der Welt im Dezember 2013 durch ein Wiederausbrechen der Gewalt jäh zerstört. Seitdem sind beinahe fünfzig Prozent der Bevölkerung des Landes auf der Flucht. Im August 2015 wurde ein Friedensabkommen zwischen den verfeindeten Parteien ausgehandelt, auf dessen  umfassende Umsetzung die Bevölkerung bis heute wartet.

In der Region um die Stadt Rumbek in Lakes State, die größtenteils nur über den Luftweg zu erreichen ist, ist Mangelernährung gerade bei Kindern weit verbreitet. Aufgrund der über fünfzig Jahre andauernden Konflikte weiß die Bevölkerung kaum mehr etwas über ertragreiche Anbaumethoden.  Zudem hat sich die wirtschaftliche Gesamtsituation im Zuge des aktuellen Konflikts weiter verschärft und extreme Preissteigerungen belasten die Bewohner.

Leprapatienten und ihre Familien leiden besonders unter der Situation, da sie aufgrund ihrer Krankheit immer noch stark marginalisiert und diskriminiert werden.  Sie werden aus ihren Dorfgemeinschaften verstoßen und ihre Kinder werden von jeder Schulbildung ausgeschlossen. Besonders ältere Leprapatienten, die erst spät eine angemessene  medizinische Betreuung erhielten, leiden heute unter Missbildungen an Händen und Füßen.

  • Stärkung der lokalen Kapazitäten zur Ernährungssicherung
  • Sicherer Zugang zu Wasser für Körperhygiene und Bewässerung der Anbauflächen
  • Schutz vor Infektionen der von Lepra betroffenen Gliedmaßen
  • Integration der Leprapatienten und ihrer Familien in die Gesellschaft
  • Verteilung von Saatgut inkl. landwirtschaftlicher Schulungen
  • Bereitstellung von Baumaterial zur Sicherung der Felder und der Unterkünfte der Familien
  • Bohrung eines Brunnens zur sicheren Trinkwasserversorgung
  • Verteilung von Hygiene- und Pflegeartikeln wie Seife und Vaseline inkl. Hygieneaufklärung
  • Kauf einer Getreidemühle

Länderinfos

Hauptstadt: Juba
Fläche: 644.329 km²
Bevölkerung: ca. 12 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit 2010
Finanzierung: Spenden und Eigenmittel

Letzte Änderung: März 2016

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