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Nachhaltige Landwirtschaft für gesunde Ernährung

In den Gemeinden Maridi Central, Mambe und Ngamunde im südwestlich gelegenen Bundesstaat Western Equatoria setzt sich Malteser International in Zusammenarbeit mit seinen beiden lokalen Partnerorganisationen „Rural Action Against Hunger“ (RAAH) und „New Sudan Women Federation Maridi“ (NSWF) für eine verbesserte ernährungssensitive Landwirtschaft ein. Im Rahmen der „Sonderinitiative EINE Welt ohne Hunger“ (SEWOH), die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte wird, möchten wir außerdem die Einkommenssituation der Bevölkerung in Maridi County verbessern. Das Projekt wurde im September 2015 begonnen und soll über vier Jahre zu einer besseren Nutzung des landwirtschaftlichen Potentials der Region beitragen. Hierzu unterstützen wir gezielt 1.000 besonders bedürftige Haushalte, insbesondere Frauen, die ihre Familien alleine versorgen müssen, weil ihre Männer im Bürgerkrieg ums Leben gekommen sind. 

Wir verteilen Werkzeug und Saatgut, schulen die Bewohner in modernen, aber lokal angepassten Anbaumethoden und setzen uns auch für eine Revitalisierung der brachliegenden veterinärmedizinischen Versorgung ein. Darüber hinaus versorgen wir Schulen mit Unterrichtsmaterialien sowie Schulgärten mit Saatgut, Pflanzen und Werkzeug und ermöglichen so eine Wiederaufnahme in den im Lehrplan vorgesehenen Landwirtschaftsunterricht.

Trotz des umfassenden Friedensabkommens im Jahr 2005 und der Unabhängigkeit vom Sudan seit dem 9. Juli 2011 leiden die Menschen im jüngsten Staat Afrikas unter schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen. Zunächst war der Bundesstaat Western Equatoria kaum von den Auseinandersetzungen, die sich im Dezember 2013 vom Norden des Landes aus auch auf andere Teile des Landes ausweiteten, betroffen. Allerdings verschärfte der erhöhte Zustrom von intern Vertriebenen aus den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen in das relativ ruhige und sichere Western Equatoria die Versorgungssituation im Südwesten des Landes und führte in der zweiten Jahreshälfte 2015 auch hier zu vermehrt auftretenden Konflikten, insbesondere zwischen der Landwirtschaft betreibenden lokalen Bevölkerung und den Gruppen intern Vertriebener. Diese sind meist als Viehhirten mit ihren Herden unterwegs, die die bewirtschafteten Flächen beschädigen und dadurch die Ernten vernichten. Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich im Zuge des laufenden Konflikts weiter verschärft. Extreme Preissteigerungen belasten die Bevölkerung. Viele Versorgungswege sind aufgrund von Sicherheitsrisiken oder wegen der Regenzeit vorrübergehend unpassierbar.

Unser Ziel ist die nachhaltige Förderung einer ernährungssensitiven Landwirtschaft und der sozioökonomischen Kapazitäten der Bevölkerung mit einem besonderen Schwerpunkt auf vulnerable Bevölkerungsgruppen in Maridi County. Dabei geht es uns nicht nur um eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz, der die Qualität der Ernährung in den Mittelpunkt stellt, damit sich die Menschen ausgewogen und gesund ernähren. 

  • Verbesserung des Ernährungsangebotes und der Einkommensquellen besonders vulnerabler Haushalte
  • Verbesserung der Saatgutversorgung, Weiterverarbeitung lokaler Produkte und ihrer Einlagerung sowie von deren Vermarktung durch Aufbau landwirtschaftlicher Kooperativen
  • Revitalisierung der Veterinärversorgung
  • Förderung von Schulgärten und Ausstattung von Schulen mit Unterrichtsmaterial
  • Stärkung unserer Partnerorganisationen durch den Auf- und Ausbau von Managementkapazitäten
  • Lieferung von landwirtschaftlichem Werkzeug und Saatgut zur Diversifizierung der Produktpalette und zur Steigerung des Ertrags
  • Entwicklung von angepassten Schulungsunterlagen und Durchführung von Schulungen für Mitglieder der Zielhaushalte
  • Unterstützung der lokalen Landwirtschaftsbehörde beim Angebot von Veterinärdienstleistungen
  • Sensibilisierung der Bevölkerung via Radio zu Erkrankungen des Viehbestands
  • Mobilisierung und Neugründung landwirtschaftlicher Verbände (Erzeugergruppen, Kooperativen)
  • Bau, Instandhaltung und Optimierung von Kleinsilos und Lagerstätten zur besseren Konservierung von Ernteerträgen
  • Ausrüstung von Schulen mit landwirtschaftlichem Werkzeug und Saatgut zum Betrieb von Schulgärten
  • Unterricht von Schülern in landwirtschaftlichen und ernährungsbezogenen Themen (gesunde Ernährung, WASH, Nahrungsmittelhygiene etc.)

Länderinfos

Hauptstadt: Juba
Fläche: 644.329 km²
Bevölkerung: ca. 12 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: September 2015 bis August 2019
Finanzierung: Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Sonderinitiative für EINE Welt ohne Hunger (SEWOH)
Partner: Rural Action Against Hunger (RAAH), New Sudan Women Federation Maridi (NSWF), Department for Agriculture, Education Department


Letzte Änderung: Februar 2016

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