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Die Resilienz im Klimawandel stärken

Haiti beraubt sich selbst seiner Wälder. Nur noch drei Prozent des Inselstaats sind bewaldet und die Produktion von Holzkohle - eine der Haupteinkommens- und Energiequellen im ländlichen Raum -  treibt die Abholzung weiter voran. Dies hat auch Auswirkungen auf das Klima, denn die Wälder fungieren als Kohlenstoffspeicher. Die Menschen sind ohne die Wälder den heftigen Stürmen, Regenfällen und immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen besonders schutzlos ausgeliefert – ihre Widerstandsfähigkeit sinkt.

Hinzu kommt die Bodenerosion, die eine Folge der Abholzung ist. Sie führt zu starken Erdrutschen, da 60 Prozent der Fläche Haitis aus Hügeln mit mehr als 20 Prozent Steigung besteht. So geht landwirtschaftliche Nutzfläche verloren und die ländliche Bevölkerung, die vom Einkommen aus der Landwirtschaft lebt, kann sich nicht mehr ausreichend versorgen. Diese Entwicklung wird noch dadurch verstärkt, dass die Menschen kaum etwas wissen über nachhaltige Anbaumethoden.

Um die Gemeinden in Belle Anse, einer ländlichen und besonders armen Region im Südosten Haitis, gegen diese Auswirkungen des Klimawandels zu schützen und die Bewohner zu stärken, sollen sie lernen, nachhaltig mit ihren Ressourcen umzugehen. Dies umfasst nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Bereiche Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, da diese einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben.

Laut dem aktuellen Welthungerindex von Oktober 2012 ist Haiti eines der drei Länder, die mit einem Hunger-Index-Wert von mehr als 30 der Kategorie „gravierend“ zugeordnet werden. Der weltweite WHI-Wert liegt bei 14,7 und deutet auf eine „ernste“ Hungersituation hin. Hurrikan Sandy zerstörte im Oktober 2012 zudem den Großteil der Ernten des Landes; Malteser International führte daraufhin bis Februar 2013 auch ein vom Auswärtigen Amt finanziertes Nothilfeprojekt durch. Nach Schätzungen der Regierung ist die Ernährungssicherheit von 1,5 Millionen Haitianern gefährdet. Gerade abgelegene ärmliche Gemeinden wie die Region Belle Anse, die größtenteils von Landwirtschaft leben, sind betroffen. Zudem werden bedingt durch den Klimawandel in den nächsten Jahren mehr Hurrikane auf Haiti treffen. Laut „Climate Change Vulnerability Index“ für 2012  liegt Haiti bereits auf Rang 1 („extremes Risiko“) und ist damit das Land, welches weltweit am stärksten vom Klimawandel bedroht ist.

Die Menschen in der Region Belle Anse leiden unter extremer Armut und haben kaum Zugang zu sozialer Infrastruktur. Landwirtschaft und Kohleproduktion sind ihre Haupteinkommensquellen. Ihre Lebensbedingungen sind somit eng mit dem Klimawandel und seinen Folgen verknüpft. Bereits heute sind die Auswirkungen in Form von starker Bodenerosion und Erdrutschen sichtbar. Dass die vorhandenen Ressourcen wie landwirtschaftliche Nutzflächen oder Wasser aufgrund fehlenden Wissens nicht nachhaltig verwaltet werden, verstärkt die prekäre Situation.

  • Nachhaltige Bodenbewirtschaftung und verbesserte Ernährungssicherheit
  • Schutz und Erhalt von Waldflächen, um Erosion und negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken
  • Nachhaltiger Umgang der Menschen in Belle Anse mit der Ressource Wasser
  • Mobilisierung der Dörfer zu den Themen Hygiene und Sanitärversorgung

  • Trainings für 900 Kleinbauern in nachhaltiger Bodenbewirtschaftung an zwei Modell- und Lerngärten, um Erosion zu vermeiden, landwirtschaftliche Nutzfläche langfristig zu erhalten, Produktivität zu steigern und ausreichend Nahrung zu sichern
  • Anlage eines Gewächshauses und Trainings für 50 Frauen im Betrieb desselben, um die Ernährung zu diversifizieren und ihnen ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen
  • Anlage eines Pflanzgartens zur Wiederaufforstung der Region mit 200.000 Pflanzen, welche die Biodiversität der Region erhalten
  • Pilotprojekte, um die Abholzung der Wälder zu verringern (Beispiel: Einführung energiesparender Öfen)
  • Schutzpflanzungen, um einen Flusslauf gegen Erosion zu sichern und die Wasserversorgung sicherzustellen
  • Trainings für vier Wasserkomitees in der Verwaltung vorhandener Wasserstellen
  • Gruppendiskussionen in den Dörfern zum nachhaltigen Umgang mit Wasser im täglichen Leben
  • Ausbildung von 20 Freiwilligen als Gemeinde-Mobilisatoren in den Themenbereichen Hygiene und Sanitärversorgung im Rahmen des Konzeptes der „Community Led Total Sanitation“ (CLTS)
  • Bau von 100 Haushalts- und Familienlatrinen

Länderinfos

Hauptstadt: Port-au-Prince
Fläche: 27.750 km²
Bevölkerung: ca. 10,4 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit Februar 2012
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spenden
Partner: COTEDO


Letzte Änderung: Juni 2016

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