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Gesundheit, Hygiene und gesunde Ernährung

Bei einem weltweiten Armutsindex von 66,88 Prozent und extremer Armut von bis zu 94,54 Prozent in entlegenen ländlichen Regionen gehört La Guajira zu den bedürftigsten und am meisten gefährdeten Departments in Kolumbien. In La Guajira leben vorrangig indigene Bevölkerungsgruppen (Wiwas, Wayu), Afro-Kolumbianer sowie intern Vertriebene. Angesichts hoher Raten von Säuglings- und Kindersterblickeit und akuter Unterernährung sind Maßnahmen, welche die Selbsthilfe-Fähigkeiten der Bewohner stärken, sowie präventive Gesundheits- und Hygienemaßnahmen entscheidend, um die Hauptursachen für Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Seit Juli 2015 setzt sich Malteser International zusammen mit der kolumbianischen Assoziation des Souveränen Malteserordens für eine verbesserte Gesundheits- und Hygienesituation in La Guajira ein und unterstützt Gesundheits- und Ernährungskampagnen für die Bevölkerung in der Region. Wir möchten auf diese Weise Tausende Menschen erreichen. Unser besonderes Augenmerk gilt rund 5.000 schwangeren und stillenden Frauen sowie Kindern, die unter akuter Unterernährung leiden und deren Ernährung wir verbessern möchten, um ihnen ein gesundes Leben zu ermöglichen.

In dem weit entlegenen Department von La Guajira im Norden Kolumbiens haben rund 85 Prozent der Landbevölkerung keinen Zugang zu einer Basisversorgung. Die Unterernährungsrate liegt in der Region bei 85,5 Prozent. Die Kindersterblichkeit liegt bei 45 von 1.000 Lebendgeburten, die Rate der akuten Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren beträgt 11,2 Prozent. Es gibt kaum einen Zugang zu einer Basisgesundheitsversorgung, 60 Prozent der vorhandenen Gesundheitszentren fehlt es an Medikamenten und entsprechender Ausstattung. 

Gesundheit, Hygiene und gesunde Ernährung können dabei helfen, die Hauptursachen für die Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Doch es fehlt den Gemeinden am entsprechenden Wissen sowie an Koordination zwischen den zuständigen Behörden. Wir organisieren daher Gesundheits- und Hygienekampagnen, um die Bevölkerung aufzuklären, und bringen die zuständigen Behörden miteinander in Kontakt, damit sie wichtige Komponenten für eine funktionierende Gesundheitsversorgung nachhaltig angehen können. Da die Region auch einen Teil des Naturschutzgebietes Sierra Nevada de Santa Marta umfasst, ist auch eine Verhaltensänderung hinsichtlich Ernährung, Hygiene und Umweltschutz von großer Bedeutung, beispielsweise im Hinblick auf die Verschmutzung der Wasserquellen. Derzeit haben 67 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu einer angemessenen Sanitärversorgung. 

Dieses Pilotprojekt soll auch auf weitere ähnlich marginalisierte Gebiete im Department von La Guajira ausgeweitet werden. Im unserem ersten Zielgebiet konzentrieren wir uns auf die besonders bedürftigen und marginalisierten Gemeinden von Riohacha (137.224 Einwohner) und Hatonueva (17.014 Einwohner), insgesamt 154.238 Einwohner. Besonders vulnerable Gruppen sind die indigenen Bevölkerungsgruppen (Wiwas, Wayuu), die Afro-Kolumbianer, intern Vertriebene und allein von Frauen geführte Haushalte. Mit unserem Pilotprojekt konzentrieren wir uns auf zehn indigene Gemeinden mit tausenden Menschen. Im Mittelpunkt unserer Hilfe stehen schwangere und stillende Frauen sowie 5.000 Kinder, die alle unter akuter Unterernährung leiden. 

Wir möchten die Kenntnisse und Fähigkeiten der Bevölkerung und der zuständigen Behörden stärken, um Unterernährung und Kindersterblichkeit zu reduzieren. Hierzu führen wir in den Gemeinden präventive Gesundheits- und Hygienemaßnahmen sowie Kampagnen für eine gesündere Ernährung durch. 

 

 

  • Ausbildung von zehn Gemeindegesundheitshelfern zur Umsetzung von präventiven Gesundheits- und Hygienemaßnahmen
  • Bildung eines Gemeinde-Netzwerks zur epidemiologischen Beobachtung und Überwachung von vektorübertragenen Krankheiten (z. B. Chikungunya, Dengue und Chagas) durch die Gesundheitshelfer
  • Unterstützung einer öffentlichen Gesundheits- und Ernährungskampagne zur präventiven Gesundheits- und Hygieneaufklärung und Integration in das Gesundheitsprogramm des Malteserordens in Kolumbien
  • Entwicklung eines Ernährungsprogramms für besonders gefährdete und an akuter Unterernährung leidende Bevölkerungsgruppen (Kinder, schwangere und stillende Frauen)

Länderinfos

Hauptstadt: Bogota
Fläche: 1.142.000 km²
Bevölkerung: ca. 48,3 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Juni 2015 bis Juni 2016
Finanzierung
: The Global Fund for Forgotten People, Spenden
Partner
: Kolumbianische Assoziation des Souveränen Malteserordens

 

Letzte Änderung: Januar 2016

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