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Klimawandel und Gesundheit

Die Provinz Siem Reap bekam in den vergangenen Jahren immer häufiger die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Jüngste Beispiele sind die starken Überschwemmungen von 2011 und 2013. Gleichzeitig traten vermehrt längere Dürreperioden auf. Besonders die bedürftigen Bevölkerungsgruppen, die ohnehin schon wenige Möglichkeiten haben, ihr Leben an die Klimaveränderungen anzupassen, sind die Leidtragenden.

Indem wir das Gesundheitssystem und die Bevölkerung in der Provinz Siem Reap stärken, möchten wir die Grundvoraussetzungen schaffen, um durch das Klima bedingte Krankheiten zu minimieren und die Gesundheits- und Ernährungssituation in den ländlichen Gemeinden zu verbessern. Hierfür vernetzen und sensibilisieren wir die verschiedenen Akteure und führen wirkungsvolle und gezielte Maßnahmen im Bereich Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene durch.

Der weltweite Klimawandel hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Direkt wirkt er sich beispielsweise durch Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen aus. Indirekt ist er für die Verbreitung von Krankheitserregern verantwortlich. Besonders die bedürftigen Bevölkerungsgruppen, die nur wenige Möglichkeiten haben, um ihr Leben an die Klimaveränderungen anzupassen, sind sowohl im Ausmaß als auch in der Häufigkeit unverhältnismäßig stark davon getroffen.

Kambodscha zählt weltweit zu den Hochrisikoländern, die von Klimawandel und Naturkatastrophen besonders gefährdet sind. Aufgrund seiner hohen Anfälligkeit nimmt das Land den achten Platz im "Climate Change Vulnerability Index" 2014 und im Weltrisikoindex 2013 ein. Als Folgen des Klimawandels in Kambodscha werden steigende Temperaturen und Niederschläge sowie extreme Wetterereignisse prognostiziert. Seit 1960 ist die jährliche Anzahl der gemessenen heißen Tage und Nächte deutlich gestiegen. Der Anstieg der Temperaturen wird voraussichtlich starke Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität haben; Schätzungen gehen pro gestiegenem Grad Celsius von etwa 10 Prozent Verlusten aus. Auch die Vorhersagen für den jährlichen Niederschlag zeigen eine deutliche Tendenz nach oben. Während es früher durchschnittlich alle fünf Jahre zu einer Überschwemmung kam, zeichnete das Nationale Katastrophen-Management-Komitee allein seit dem Jahr 2000 bereits vier starke Überschwemmungen auf.

Die negativen Folgen für den Lebensunterhalt werden durch gesundheitsbedingte Auswirkungen noch verschärft. Diese sind vor allem auf eine unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung sowie mangelndes Hygieneverhalten in den ländlichen Gebieten zurückzuführen. Erhöhte Niederschläge schaffen unter diesen Voraussetzungen günstige Bedingungen für die Verbreitung von Mücken und somit für die Übertragung von Krankheiten sowie Durchfall- und Wurmerkrankungen, die unter anderem zu Mangelernährung bei Kindern führen.

  • Steigerung des Bewusstseins für und des Wissens über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit
  • Verbesserung von Koordination, Dialog und Austausch zwischen Gesundheitsakteuren und Gemeinden
  • Verbesserung von Wasser-/Sanitärversorgung und Hygiene sowie der Anpassungsmechanismen der Bevölkerung

  • Sicherheitsrisikobewertung (Vulnerability Assessment)
  • Trainings des Gesundheitspersonals auf verschiedenen Ebenen (Provinzgesundheitsbehörde, Gesundheitszentren, Gemeinde)
  • Förderung von Treffen verschiedener Akteure des Gesundheitswesen und Verbreitung der Thematik Klimawandel und Gesundheit
  • Verbesserung der WASH-Infrastruktur auf Dorfebene (Regenwassersammeltanks, Wasseraufbereitung, Latrinenbau, Verbesserung der Wasserquellen)
  • Schulung von Gemeindegruppen in Hygiene
  • Strukturelle Anpassung zweier Gesundheitszentren an den Klimawandel

Länderinfos

Hauptstadt: Phnom Penh
Fläche: 181.040 km²
Bevölkerung: ca. 15,6 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit November 2014
Finanzierung: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Spenden
Partner: Provinzbehörden, Gemeinderäte, Dorfgemeinschaften

Letzte Änderung: Juli 2016

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