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Bessere Gesundheit und Ernährung für Mütter und ihre Kinder in ländlichen Regionen

Der fehlende Zugang zu Basisgesundheitsdiensten und die unzureichende Versorgung mit Nahrungsmitteln sind nach wie vor die größten Probleme für die Mehrheit der Bevölkerung in Myanmar. Schwangere Frauen und stillende Mütter sowie alle Neugeborenen, Säuglinge und Kleinkinder in Myanmar gehören zu den weltweit am meisten von Mangel- und Unterernährung Betroffenen. Die Sterblichkeitsrate von Säuglingen und Kindern unter fünf Jahren in Myanmar ist eine der höchsten in ganz Asien. Die meisten Kinder sterben in ländlichen Regionen wie dem Staat Shan, in den meisten Fällen aus vermeidbaren Gründen.

In den meisten Fällen liegt die Todesursache bei Neugeborenen und Müttern in den fehlenden Gesundheitsdiensten.  Über 88 Prozent der Frauen entbinden zu Hause, viele von ihnen ohne die Hilfe einer qualifizierten Hebamme, und setzen sich selbst und ihr Kind damit hohen Risiken aus.

Eine verbesserte Qualität und Verbreitung von Gesundheitsdiensten für Mütter, Säuglinge und Kinder sowie eine qualitativ hochwertige Nahrungsmittelsicherheit in ländlichen Gebieten sind wesentliche Voraussetzungen, um die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgen die Malteser, die bereits seit 2003 im Staat Shan tätig sind, einen ganzheitlichen Ansatz:  Wir arbeiten zum einen eng mit den staatlichen und lokalen Gesundheitsbehörden zusammen und bieten Schulungen und Trainings für deren Mitarbeiter wie beispielsweise Hebammen an. Zum anderen führen wir gleichzeitig Aufklärungskampagnen zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Sanitärversorgung und Hygiene in den Dörfern und Gemeinden durch. 

Qualifizierte Geburtshelferinnen und gut erreichbare medizinische Einrichtungen spielen eine wichtige Rolle, um die Säuglingssterblichkeit zu reduzieren. Die Schulung lokaler Gesundheitshelfer, die Einrichtung von Mutter-Kind-Gruppen und der Bau zusätzlicher Gesundheitszentren sind ebenfalls entscheidende Maßnahmen, damit die Menschen in ländlichen Regionen einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung bekommen. 

In Myanmar sind mehr als ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren unterentwickelt; 7,9 Prozent sind akut unterernährt. Bis zu 40 Prozent der Säuglinge in ländlichen Gebieten können nicht ausreichend gesund ernährt werden. Mehr als 80 Prozent der Kinder zwischen sechs und 23 Monaten und nahezu drei Viertel aller schwangeren Frauen leiden unter Blutarmut und Nährstoffmangel, die ebenfalls zur hohen Kinder- und Müttersterblichkeit beitragen.

Die meisten Kinder unter fünf Jahren und Mütter sterben aus vermeidbaren Gründen. Ihre Leben könnten schon mit kostengünstigen Maßnahmen gerettet werden: durch die Anwesenheit einer qualifizierten Hebamme während der Geburt, durch den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen wie Impfungen oder Schwangerschaftsvor- und –nachsorge und ein funktionierendes Überweisungssystem. Doch noch immer gibt es nicht genügend Basisgesundheitsdienste im ländlichen Raum. Hebammen sind überlastet und müssen sich oft um viel mehr Dörfer kümmern, als ihnen die Regierung eigentlich zugewiesen hat. Es fehlt ihnen auch die Grundausstattung, um Patienten angemessen behandeln zu können. So sind sie gezwungen, die Babys unter unhygienischen Bedingungen auf die Welt zu holen.

Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitseinrichtungen in der Region  

Förderung sicherer Geburten und Reduzierung der Risiken für Mütter- und Kindersterblichkeit 

Unterstützung von Gesundheitsmitarbeitern und Freiwilligen zur Verbesserung des Zugangs von Frauen und Kindern aus entlegenen Dörfern zur Basisgesundheitsversorgung

Wissenserweiterung und Verhaltensänderung von Müttern und Kindern in Bezug auf Ernährung, Gesundheit und persönliche Hygiene 

Verbesserung des Zugangs zu regelmäßigen Impfungen für Kinder aus entlegenen Dörfern 

Verbesserung des Zugangs zu grundlegenden Gesundheitsdiensten wie Schwangerschaftsvor- und nachsorge  

Förderung von Selbsthilfe-Initiativen durch Gründung von aktiven Mutter-Kind-Gruppen und Entwicklung eines Notfall-Überweisungssystems

Bau von acht Gesundheitszentren einschließlich Mitarbeiterunterkünfte 

Ausstattung von acht Gesundheitszentren, Installation von Solarsystemen und Kühlräumen für Impfstoffe und Medikamente 

Unterstützung von Hebammen bei Impfprogrammen sowie Kampagnen zur Gesundheitserziehung und Wachstumskontrolle für Kinder

Förderung sicherer und von qualifizierten Geburtshelfern begleiteter Geburten   

Förderung besserer Praktiken im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung durch Gesundheitserziehung, Ernährungstage, Haus- und Gemüsegärten sowie landwirtschaftliche Musteranbauflächen 

Durchführung von 500 Unterrichtseinheiten zu den Themen Mütter-, Säuglings- und Kindergesundheit, Hygiene und Sanitärversorgung sowie Ernährung, um das Bewusstsein für diese Bereiche zu stärken und Verhaltensänderungen herbeizuführen 

Unterstützung der Regierung bei der Schulung von 40 Hilfshebammen zur Unterstützung  der Gesundheitsmitarbeiter in entlegenen Dörfern 

Einrichtung von 20 Mutter-Kind-Gruppen auf Dorfebene sowie Schulung von Freiwilligen

Einrichtung eines Überweisungs- und eines Anreizsystems zur Förderung sicherer Geburten in Gesundheitseinrichtungen und mit qualifizierten Geburtshelfern 

Länderinfos

Hauptstadt: Naypyidaw
Fläche: 676.578 km²
Bevölkerung: ca. 51,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit November 2015
Finanzierung: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Letzte Änderung: Juli 2016

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