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Gesundheitsversorgung in Thailand

Noch immer leben Angehörige von ethnischen Minderheiten Myanmars, die seit mehr als 20 Jahren vor Übergriffen der Militärregierung und bewaffneten Konflikten in ihrem Heimatland fliehen, in thailändischen Flüchtlingslagern.

Malteser International ist seit 1993 im Norden Thailands aktiv, nicht nur in den Flüchtlingslagern an der thailändisch-myanmarischen Grenze, sondern – seit 2009 – auch in den rund um die Camps gelegenen Dörfern. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage mangelt es in den Gemeinden an Zugang zu Gesundheitsstationen und sicheren Wasserquellen. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden beseitigen wir diese Missstände und reduzieren gleichzeitig die Diskrepanzen in Bezug auf die Lebensbedingungen zwischen den Camp- und Dorfbewohnern. Außerdem stärken wir die Selbsthilfe-Kapazitäten der Bevölkerung, damit sie mittelfristig auch selbst die Verantwortung für die Verbesserung der WASH- und Gesundheitssituation übernehmen können.

Durch die Öffnung und Demokratisierung Myanmars ist die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge in ihr Heimatland in nahe Zukunft gerückt. Beobachter gehen davon aus, dass eine große Zahl von Flüchtlingen in den nächsten Jahren in ihr Heimatland zurückkehren wird, so dass der Zeitpunkt gekommen ist, die Bewohner der Camps auf eine Rückkehr vorzubereiten. Doch solange der Konflikt noch nicht endgültig gelöst ist und noch rund 110.000 Flüchtlinge in Thailand leben, muss deren Grundversorgung – Gesundheit, Ernährungssicherung, Wasser etc. – weiterhin gewährleistet werden. Da es in den Dörfern außerdem nur wenige Einkommensmöglichkeiten für die hier lebende thailändische Bevölkerung gibt, bieten wir auch Einkommen schaffende Maßnahmen für die Dorfbewohner an. 

Nachhaltige Verbesserung der Gesundheitssituation der Camp- und Dorfbewohner an der thailändisch-myanmarischen Grenze sowie Erhöhung ihrer Selbstständigkeit in den Bereichen Mutter-Kind-Gesundheit, WASH und Ernährungssicherung

Präventive und kurative Gesundheit:

  • Medizinische Grundversorgung durch Bau und Betrieb von Gesundheitsstationen, Bambushospitälern und Labors
  • Überweisung von schwerkranken Flüchtlingen an thailändische Krankenhäuser und Übernahme der
  • Behandlungskosten
  • Ausstattung der Gesundheitsstationen mit Medikamenten und medizinisch-technischen Geräten
  • Gesundheits-Checks und Entwurmungskampagnen in Schulen und Kindergärten
  • Zahngesundheitsfürsorge und -erziehung in Schulen (gefördert durch Dr. Ulrich Reiter)

Psychosoziale Betreuung:

  • Bildung eines medizinischen Einsatzteams zur schnellen Reaktion auf den Ausbruch von Krankheiten
  • Mutter-Kind-Gesundheit und Ernährungssicherung:
  • Prä- und postnatale Versorgung von Schwangeren sowie Überweisung von Frauen mit Risikoschwangerschaften in thailändische Krankenhäuser
  • Impfungen von Kindern
  • Bereitstellung therapeutischer und ergänzender Nahrungsmittel für mangelernährte Kinder inklusive Kochvorführung

Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene:

  • Aufbau und Instandhaltung von Wasser- und Sanitäreinrichtungen
  • Abfallentsorgung
  • Produktion und Verteilung von Seifen
  • Malariabekämpfung

Stärkung der Selbsthilfekapazität:

  • Ausbildung von lokalem Gesundheitspersonal (Mediziner, Krankenschwestern/-pfleger, Hebammen)
  • Gründung und Training von lokalen Gesundheitskomitees
  • Aufklärungskampagnen zu Themen wie Hygiene, Mangel- und Fehlernährung, Säuglings- und
  • Kinderpflege sowie Infektionskrankheiten

Länderinfos

Hauptstadt: Bangkok
Fläche: 513.120 km²
Bevölkerung: ca. 67 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Februar 2015 bis Juli 2017
Finanzierung: EuropeAid, Aktion Deutschland Hilft, World Child Future Foundation, Thai.Ger Supporters und Spenden
Partner: Highland Research and Development Institute, lokale Gesundheitsbehörden, Dorfkomitees, Karen Refugee Committee, Camp Komitees

Letzte Änderung: Juli 2016

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