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Gesundheitsversorgung für Vertriebene

Seit Beginn der Irak-Krise im Januar 2014 sind rund 3,1 Millionen Menschen innerhalb des Irak auf der Flucht. In den meisten Gouvernements wird die Not der Menschen als sehr hoch eingestuft. Zu einigen Gebieten ist der Zugang nur sehr schwer möglich, wodurch die humanitäre Hilfe stark erschwert wird. Die Kämpfe zwischen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) und der irakischen Armee, unterstützt durch Miliz und internationale Koalitionen, führen immer wieder zu sich ständig verschiebenden Frontlinien und neuen Wellen von Vertreibung. Der Großteil der intern Vertriebenen ist in die Region Kurdistan geflohen und hat an Orten wie Dohouk und Erbil Schutz gesucht. Malteser International leistet seit August 2014 verstärkt Nothilfe für intern Vertriebene in dieser Region und arbeitet dabei mit der Gesundheitsbehörde in Dohouk und der lokalen Partnerorganisation Turkmenili Cooperation and Cultural Foundation (TCCF) in Erbil zusammen.

In Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistans, engagiert sich Malteser International im Gesundheitsbereich. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung mit Medikamenten und medizinischer Ausstattung und dem Betrieb eines Gesundheitszentrums für Binnenflüchtlinge, die außerhalb von Camps in der Stadt leben. Zusammen mit TCCF kümmern wir uns mit einem mobilen medizinischen Team auch um die Gesundheitsversorgung von intern Vertriebenen in und um Erbil. Täglich versorgen zwei Krankenschwestern und ein Arzt rund 120 Patienten.

Wegen der Unsicherheit im Land sind rund 500.000 Menschen in die Region Dohouk geflohen, wo mindestens 25 Lager für intern Vertriebene eingerichtet wurden. Seit Januar 2015 betreiben wir im Flüchtlingslager Bersevi II in enger Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbehörde ein Gesundheitszentrum für 10.000 Menschen. In diesem Camp leben vorwiegend Jesiden, eine religiöse Gruppe, die von IS mit besonderer Grausamkeit verfolgt wurde. Im Juni 2015 eröffneten wir im Flüchtlingslager Khadia ein zweites Gesundheitszentrum für derzeit 15.000 Vertriebene.

Dank finanzieller Unterstützung durch den Global Fund for Forgotten People konnten wir im Juni 2015 auch ein Gesundheitszentrum in Zumar im Gouvernement Ninewa ausstatten. Seitdem die Region durch die kurdische Armee befreit wurde, wird das Gesundheitszentrum wieder von der zuständigen Gesundheitsbehörde betrieben.

  • Nothilfe für besonders verwundbare Vertriebene (religiöse Minderheiten, v. a. Christen und Jesiden, Witwen, Kleinkinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderung) in der Region Kurdistan im Nordirak
  • Medizinische Grundversorgung für die Vertriebenen in der Region Kurdistan im Nordirak
  • Beschaffung und Verteilung von Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial über die lokalen Gesundheitsbehörden
  • Einsatz von drei mobilen medizinischen Teams mit Ambulanzfahrzeug in und um Erbil
  • Zwei Verteilungen von Hygiene Kits für 500 Familien mit hohem Bedarf an zusätzlicher Hygiene - und Gesundheitsversorgung
  • Betrieb der Gesundheitszentren für die Basisgesundheitsversorgung von Binnenvertriebenen in den Camps Bersevi II und Kadia sowie Weiterbildung von Fachpersonal.

Länderinfos

Hauptstadt: Bagdad
Fläche: 437.072 km²
Bevölkerung: ca. 33,4 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Februar 2016 bis April 2018   
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Aktion Deutschland Hilft, Global Fund for the Forgotten People und Spenden
Partner: Turkmenili Cooperation and Cultural Foundation (TCCF), Gesundheitsbehörde in Dohouk, Technisches Hilfswerk, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Letzte Änderung: August 2016

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