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Angespannte Situation in Kenia und dem Südsudan

Im Norden Kenias leiden die Menschen unter der Dürre. Foto: Petra Dilthey/eeem.org

Illeret liegt am Turkana-See im dürregeplagten Norden Kenias, drei Tagesreisen von der Hauptstadt Nairobi und nur wenige Kilometer von der äthiopischen Grenze entfernt. Besucher kommen hier nur selten hin. Es ist staubig, im Augenblick noch mehr als sonst. Seit eineinhalb Jahren hat es kaum geregnet. 80 Prozent der Tiere sind bereits gestorben. Für die Menschen ist das dramatisch, denn sie leben von der Viehzucht. Landwirtschaftlicher Anbau ist aussichtslos, auch dann, wenn die Regenzeit tatsächlich kommt, denn in Illeret wächst nur wenig. Die Folgen des Klimawandels bekommen die Dassanach mittlerweile immer mehr und unmittelbar zu spüren. Rund 23.000 Menschen leben in dieser Region. Ein großer Teil der Brunnen ist bereits versiegt. Darum haben die Mitarbeiter von Malteser International Wasser bei einem weiter entfernten Wasserloch abgeholt und per LKW an die Dörfer verteilt damit die Menschen wenigstens noch sich selber mit einer Ration Trinkwasser versorgen können. Außerdem verteilen die Mitarbeiter Zusatznahrung für unterernährte Kleinkinder und kaufen den Menschen das Vieh ab, um es anschließend als Fleisch wieder zu verteilen.

Sieso Anyder weiß kaum noch, wie sie ihre Kinder ernähren soll. Foto: Malteser International

Aber die Situation wird immer dramatischer. Sieso Anyder ist 33 Jahre alt. Seit 14 Jahren ist sie schon in dieser Gegend, und 14 Jahre lang lebte sie ein gutes Leben hier, meint sie. „So schlimm wie jetzt war es noch nie. Fast alle unsere Tiere sind gestorben. Wir müssen immer weitere Wege gehen, um Wasser zu bekommen und es gibt keine Weiden mehr für die Tiere. Es fühlt sich so an, wie das Ende der Welt.“

Malteser International zeigt neue Wege in der Landwirtschaft

Julia Angelo Ucin floh in die Stadt Wau. Foto: Nyokabi Kahura/Malteser International

Doch neben der Dürre gibt es weitere Ursachen für die Hungersnot in einigen afrikanischen Ländern. Im Südsudan hält der Bürgerkrieg seit Jahren an und die Menschen trauen sich aus Angst vor Gewalt nicht auf die Felder. Gemüsen wird kaum noch angebaut. Die explodierende Inflation weitere Ursachen, für die schlechte Versorgungslage der Menschen. Allein hier sind rund 100.000 Menschen vom Hungertod bedroht, fünf Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen (Stand März 2017). Julia Angelo Ucin ist aus dem Dorf in die Stadt Wau geflohen. Hier lebt sie nun mit ihren Kindern in einem Camp, ihr Mann und einer Söhne wurden ermordet, ihr Bruder ist verschollen. Damit sie sich und ihre Kinder versorgen kann, zeigen die Mitarbeiter von Malteser International den Binnenvertriebenen wie Julia, wie sie auch in der Stadt Gemüse wie Okra, Kohl und Kürbis anbauen kann. „Ohne die Hilfe von Malteser International weiß ich nicht, was ich gemacht hätte. Jetzt haben wir genug zu essen und auch unseren Kindern geht es wieder besser.“

Erfahren Sie mehr über unsere Projekte in Kenia

(22. Mai 2017, Katharina Kiecol)

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