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Flüchtlingskrise in Südostasien: Rohingya fliehen zu Tausenden

Köln/Myanmar/Indonesien. Hilfe für die Bootsflüchtlinge in Südostasien: In Aceh Utara/Indonesien versorgt Malteser International derzeit 433 Flüchtlinge in einem Lager mit Hygiene-Kits (Seife, Zahnbürsten, Shampoo), Moskitonetzen und Wäsche für Frauen sowie Zusatznahrung für Kinder, Schwangere und stillende Mütter. Darüber hinaus leisten die Malteser  medizinische Nothilfe in einem Lager in Maungdaw/Myanmar mit derzeit 228 gestrandeten Bootsflüchtlingen, die meisten aus Bangladesch.

Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar und Armutsflüchtlinge aus Bangladesch sind in den vergangenen Wochen über das Meer nach Indonesien, Malaysia und Thailand geflohen. Viele weitere befinden sich teils seit Wochen in völlig überfüllten Booten auf See in Not. 

„Die Flüchtlinge, die hier in unserem Projektgebiet in Aceh Utara gestrandet sind, leben derzeit auf engstem Raum in einem provisorisch errichteten Flüchtlingslager in völlig überfüllten Zelten,  schlafen auf einfachen Plastikplanen auf dem Boden und haben zu wenig zu essen “, berichtet Cordula Wasser, Leiterin Asien bei Malteser International. „Sie brauchen dringend Decken und Matratzen, aber auch Moskitonetze, Essen und sauberes Trinkwasser und Latrinen, damit sie wieder zu Kräften kommen und sich Malaria und weitere Infektionskrankheiten nicht ausbreiten.“ Gemeinsam mit ihrer lokalen Partnerorganisation „Hati Nurani“ bereiten die Malteser weitere Hilfsmaßnahmen vor.

Auch in Maungdaw/Myanmar ist die Situation der Flüchtlinge schwierig: „Viele von ihnen sind verletzt und unterernährt oder leiden an Durchfall- und Hauterkrankungen“, so Wasser. „Besonders kritische Fälle bringen wir mit unserem im Lager stationierten Krankenwagen ins nächstgelegene Krankenhaus.“ 

Bereits seit 2003 kümmern sich die Malteser in Northern Rakhine State um die Basisgesundheitsversorgung der muslimischen Minderheit der Rohingya. In Myanmar leben über eine Million Rohingyas, sie sind recht- und staatenlos und werden als Muslime im mehrheitlich buddhistischen Myanmar diskriminiert und verfolgt. Allein in den vergangenen drei Jahren sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits 120.000 Angehörige der Rohingya vor religiöser Verfolgung aus Myanmar geflohen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sollen sich mindestens 25.000 Menschen Richtung Südostasien aufgemacht haben. Indonesien und Malaysia haben sich nun bereit erklärt, rund 7.000 Bootsflüchtlinge vorübergehend aufzunehmen und sie zu versorgen, solange es internationale Unterstützung gibt. Auch Myanmar hat auf dem Flüchtlingsgipfel in Thailand, an dem 17 Staaten und mehrere internationale Hilfsorganisationen teilnahmen, Bereitschaft zur humanitären Hilfe signalisiert.

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