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Finanzen: Unsere Geber und Spender 2017

Unsere Gesamteinnahmen betrugen rund 48 Mio. Euro (Vorjahr: 63,8 Mio. Euro). Davon stammten 32,3 Mio. Euro von öffentlichen Gebern (Vorjahr 47,8 Mio. Euro). 30,1 Mio. Euro erhielten wir von der deutschen Regierung. Etwa 1 Mio. Euro (Vorjahr 17,1 Mio. Euro) floss uns aus Titeln der Europäischen Union zu.

Rund 6,7 Mio. Euro (Vorjahr 6,2 Mio. Euro) flossen uns über das internationale Malteser Netzwerk des Malteser Ordens sowie über private Spender zu. Hinzu kamen 3 Mio. Euro aus anderen Erträgen, wie zum Beispiel aus Umsatzerlösen, Kursgewinnen oder Verwaltungspauschalen unserer Geber. 

Aus Bündnissen und Spendenkampagnen erhielten wir im Jahr 2017 3 Mio. Euro (Vorjahr 5,7 Mio. Euro). Diese Erträge verdanken wir fast ausschließlich unserem Bündnispartner Aktion Deutschland Hilft. Durch Ausschüttungen von Stiftungen und über andere Nichtregierungsorganisationen erreichten uns mit 2,9 Mio. Euro mehr Erträge als im vorangegangenen Jahr (1,6 Mio. Euro). Den größten Anteil daran hatte Save the Children mit rund 1,7 Mio. Euro. 

Unsere Projektausgaben und Verwaltungskosten 2017

Unser umgesetztes Gesamtvolumen lag im Jahr 2017 bei rund 47,4 Millionen Euro. Der Anteil der Projektausgaben betrug dabei rund 44,2 Millionen Euro. Viele Projekte, die wir 2016 begonnen wurden, werden im Sinne eines nachhaltigen Ansatzes in den folgenden Jahren fortgeführt. 

Wir setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel wirtschaftlich, sparsam und zielorientiert ein. Unsere Steuerungs- und Verwaltungskosten lagen mit rund 3,2 Mio. Euro weiter auf dem Niveau des Vorjahres (rund 3,0 Mio. Euro). 

Sektoren und Hilfephasen, in denen wir 2017 aktiv waren

Wir leisten im Krisenfall schnelle und effektive Hilfe. Schon während der akuten Nothilfephase richtet sich unser Blick auf eine nachhaltige Entwicklung des betroffenen Landes, um die Lebensgrundlage für die Menschen auf lange Sicht zu festigen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht dabei die Stärkung der lokalen Selbsthilfekräfte, die wir langfristig begleiten. 

So entfielen im Berichtsjahr 2017 rund 46 Prozent unserer Einsätze auf humanitäre Nothilfeprojekte (2016: 55 Prozent), 25 Prozent auf Projekte der Übergangshilfe (2016: 26 Prozent) und 29 Prozent auf langfristige Hilfsprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (2016: 19 Prozent).

Unsere Kompetenzen sind vor allem in den Aktionsbereichen Gesundheit sowie Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) gefragt, die mit 57 bzw. 17 Prozent den Löwenanteil unserer Programme ausmachten.

In diesen Regionen der Welt waren wir 2017 im Einsatz

Engagiert auf vier Kontinenten, in 31 Ländern und in über 100 Projekten – unsere Mitarbeiter halfen auch im Jahr 2017 überall dort auf der Welt, wo die humanitäre Not am größten war.

Asien (11,7 Millionen Euro)

Viele süd- und ostasiatische Länder sind besonders anfällig für extreme Wetterbedingungen und Naturkatastrophen. Die Katastrophenvorsorge bildet daher neben Projekten aus dem Gesundheitsbereich einen Schwerpunkt unserer Arbeit. Zudem leiden die Menschen in einigen Ländern unter den Auswirkungen von Konflikten und einer instabilen politischen Lage. Im Herbst 2017 flohen 680.000 Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Gemeinsam mit einem lokalen Partner helfen wir bei der medizinischen Versorgung der Menschen. Insgesamt haben wir in Süd- und Ostasien im vergangenen Jahr 57 Projekte in zehn Ländern mit einem Gesamtprojektvolumen von 11,7 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro) erfolgreich umgesetzt. Den größten Anteil daran hatten unsere Programme in Myanmar (5 Mio. Euro), Thailand (2,1 Mio. Euro) und Pakistan (1,4 Mio. Euro).

Nahost (12,8 Millionen Euro)

In weiten Teilen des Nahen Ostens waren Kriege und politische Konflikte die Auslöser der andauernden humanitären Notlage. Kämpfe in Syrien sowie im Irak hatten erneut den Tod von Hunderttausenden und die Vertreibung von Millionen von Menschen zur Folge. Die hohe Zahl an Flüchtlingen hat auch die Nachbarländer, die den Menschen Schutz gewähren, unter einen enormen Druck gesetzt. Mit einem Gesamtvolumen von rund 12,8 Mio. Euro (Vorjahr: 15,9 Mio. Euro) für den Nahen Osten konzentrierte sich unsere Arbeit im Jahr 2017 hauptsächlich auf die Geflüchteten, indem wir die medizinischen und sozialen Strukturen in den jeweiligen Gastländern unterstützten. 

Afrika (14,9 Millionen Euro) 

Im Jahr 2017 waren über 40 Millionen Menschen in Afrika von einer schweren Hungerkrise betroffen. Der Grund für die Krise lag nicht ausschließlich in langanhaltenden Dürreperioden wie in Kenia. 

Bewaffnete Konflikte wie im Südsudan oder in der DR Kongo sind bis heute nicht beigelegt worden. Anfang 2017 hatte sich die Situation so zugespitzt, dass im Südsudan tausende Menschen kurz vor dem Hungertod standen. Die große Zahl an Flüchtlingen und Vertriebenen, die aus dem instabilen Südsudan stammen, stellt eine Herausforderung dar, die über nationale Grenzen hinwegreicht.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit lag daher auf der Unterstützung der Flüchtlinge in Uganda (3 Mio. Euro Projektausgaben) und im Südsudan (2,4 Mio. Euro) sowie auf der Nothilfe in Kenia (2,9 Mio. Euro). Unsere Arbeit in Afrika konzentriert sich zudem darauf, die lokalen Gesundheitssysteme zu stärken sowie die Ernährungssicherheit und die Wasserversorgung zu verbessern. Unser größtes Programm in Afrika bildet nach wie vor die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der DR Kongo (4,8 Mio. Euro). Die Gesamtprojektausgaben für Afrika betrugen 2017 fast 15 Mio. Euro (Vorjahr: 9,6 Mio. Euro). 

Amerika (3,5 Millionen Euro)

In Amerika, darunter insbesondere Latein- und Mittelamerika, haben wir im Jahr 2017 Projekte in Höhe eines Gesamtvolumens von rund 3,5 Mio. Euro (2016: 2,2 Mio. Euro) umgesetzt. Haiti war auch im Jahr 2017 mit einem Programmvolumen von 2,6 Mio. Euro (2016: 1 Mio. Euro) das größte Einsatzland in Amerika. Hier arbeiten wir insbesondere daran, in unseren Projektstandorten die Widerstandsfähigkeit der Zivilgesellschaften zu stärken. So beispielsweise in unseren Projekten für Slum-Bewohner in Cité Soleil und für besonders benachteiligte Gemeinschaften im Distrikt Belle Anse. In Kolumbien bauen wir unser Engagement für mehrfach Vertriebene, insbesondere die indigene Bevölkerung und Afrokolumbianer, deutlich aus. In Ländern wie Mexiko und Peru unterstützten wir Projekte der nationalen Assoziationen des Malteserordens.

Europa (1,3 Millionen Euro)

Wie bereits im Vorjahr bildeten unsere Projekte im Rahmen der Fluthilfe in Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt den größten Anteil unseres Engagements in Europa. Besonders in Regionen, wo es bereits vor der Jahrhundertflut 2013 soziale und existenzielle Probleme gab, bleibt die Lage für viele Menschen weiter schwierig. 2017 halfen wir beim Wiederaufbau von zwei Schulen und boten finanzielle Unterstützung sowie psychosoziale Beratung für Einzelpersonen. Unsere Projektausgaben für Deutschland betrugen 2017 rund 1,2 Mio. Euro. 

Jahresabschluss 2017