EN | DE | FR
Jetzt Spenden

Stärkung der Widerstandsfähigkeit von südsudanesischen Geflüchteten in Uganda

Aufgrund der anhaltenden innerstaatlichen Konflikte im Südsudan sind bereits über 882.000 Menschen aus dem Südsudan nach Uganda geflohen (Stand Juni 2023). Fast alle finden Zuflucht in den Siedlungen Nordugandas, wo sich die humanitäre Situation zusehends verschlechtert.

Sowohl die Menschen in den Geflüchteten-Siedlungen wie auch die aufnehmende ugandische Bevölkerung leben unter äußerst prekären Lebensumständen: Die Ernährungslage ist angespannt und verschärft sich weiter. Viele Menschen leben in Armut und haben kaum Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch das friedliche Zusammenleben zwischen Geflüchteten und aufnehmender Bevölkerung ist aufgrund von vermehrten Konflikten um die begrenzten Ressourcen gefährdet.

Basierend auf unserer langjährigen Erfahrung in der Projektregion und gemeinsam mit starken Partnern ist es unser Ziel, die Lebensumstände der südsudanesischen Geflüchteten sowie der aufnehmenden Bevölkerung mit gemeindebasierten Ansätzen in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Wasser- und Hygienebedingungen (WASH) und Friedensförderung längerfristig zu stärken.

Die Südsudankrise zählt zu einer der größten humanitären Krisen in Afrika mit fast 2,3 Millionen südsudanesischen Geflüchteten in den angrenzenden Ländern, davon über 882.000 in Uganda. Durch kontinuierliche Gewaltausbrüche, zunehmende klimabedingte Katastrophen, die ebenso Konflikte schüren, sowie politische Instabilität bleibt die humanitäre Situation im Südsudan, aber auch den Aufnahmeländern wie Uganda weiterhin prekär. Mit über 1,5 Millionen Geflüchteten ist Uganda das größte Aufnahmeland von Geflüchteten in Afrika. Die überwiegende Mehrheit von ihnen kommt aus dem Südsudan und lebt in Gebieten, die zu den ärmsten des Landes gehören.

Durch den Zuzug verschärfen sich bestehende Ungleichheiten, Herausforderungen und Konflikte um die begrenzten vorhandenen Ressourcen. Die Lebenssituation der Menschen ist äußerst prekär. Die Mehrheit der Geflüchteten in diesen Bezirken hat nur wenige Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehr als 91% der Flüchtlingsbevölkerung werden als wirtschaftlich stark gefährdet eingestuft. Diese Kombination aus unzureichenden Lebensgrundlagen, begrenzter Haushaltsproduktion und extremer Armut hat zu einer immer größeren Ernährungsunsicherheit in der Region geführt, die sich durch die Kürzung der Nahrungsmittelrationen durch das Welternährungsprogramm erheblich zugespitzt hat. Viele Geflüchtete müssen auf negative Bewältigungsmechanismen zurückgreifen.

Unzählige Menschen in den Siedlungen haben zusätzlich zu den prekären Lebensbedingungen mit mentalen Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Zugang zu angemessener psychischer und psychosozialer Unterstützung gibt es jedoch kaum.

Ziel des Projekts ist die Stärkung der Widerstandskraft von Geflüchteten, Binnenvertriebenen und Rückkehrenden aus dem Südsudan sowie der ansässigen Bevölkerung. Dafür wird ein multisektoraler Ansatz in den Bereichen Ernährungssicherung, Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH), psychosoziale Unterstützung, Friedensförderung und Beschäftigungsmaßnahmen verfolgt. Dieser soll:

  • Die Ernährungssicherheit von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen erhöhen.
  • Die Gesundheitssituation von Geflüchteten, Binnenvertriebenen und Rückkehrenden sowie der Aufnahmegemeinden nachhaltig stärken.
  • Die psychische Gesundheit und das psychosoziale Wohlbefinden von Betroffenen verbessern.
  • Inklusives und gewaltfreies Zusammenleben stärken.
  • Vulnerablen Gruppen in den Projektregionen berufliche Kompetenzen und Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen.
  • Verteilung von Saatgut und Werkzeugen
  • Schulungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu effektiven Anbautechniken
  • Einrichtung von Hausgärten
  • Entwicklung von Handbüchern zu nahrhaften Nahrungsmitteln und wie sie zubereitet werden, inkl. gemeinsamer Kochveranstaltungen
  • Schulung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zur Vermarktung ihrer Erzeugnisse und Anbindung an lokale Märkte
  • Wartung und Betrieb bestehender Wassersysteme und Vorbereitung der Übergabe an die staatliche Behörde
  • Sensibilisierung zu Menstruationshygiene
  • Schulung von Freiwilligen (u.a. psychologische Erste Hilfe) für Counselling von Menschen in psychosozialen Krisen (z.B. Überlebende von sexualisierter Gewalt)
  • Organisation lokaler Gruppen zur Unterstützung des psychosozialen Wohlbefindens (u.a. Selbsthilfegruppen)
  • Organisation und Durchführung von Gemeindedialogen und sozialen Veranstaltungen, z.B. Feste, Theater
  • Schulung und Unterstützung der Begünstigten, alternative Einkommensmöglichkeiten aufzubauen
  • Verteilung von Start-up Kits als Startkapital
  • Gründung von Spar-Gruppen sowie deren Schulung und Ausstattung

Projektinfos

Geber: BMZ, AA
Partner: TVRA, UNHCR, Gesundheits- und Umweltbehörden
 

Länderinfos

Hauptstadt: Kampala
Fläche: 241.040 km²
Bevölkerung: ca. 48,6 Millionen

Unterstützen Sie unsere Hilfe in Uganda mit Ihrer Spende!
Jetzt spenden