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Ernährungssicherung in Haiti

Rund 80 Prozent der Haitianer müssen täglich mit weniger als zwei US-Dollar auskommen. Gleichzeitig werden die natürlichen Ressourcen immer weniger. So wird die Beschaffung von Nahrungsmitteln für die Haitianer zu einer ständigen Herausforderung und einem täglichen Kampf. In den Slums von Tabarre und Cité Soleil gestaltet sich der Alltag für die Bewohner noch schwieriger, denn Ernährungssicherheit ist nicht ihr einziges Problem. Aufgrund der Küstenlage enden viele Entwässerungskanäle, welche von den höher gelegenen Vierteln der Hauptstadt Port-au-Prince kommen, in den Slumgebieten und bringen mit dem Abwasser Tonnen von Müll mit. Dies hat gravierende Folgen für die Gesundheitssituation der in den Slums lebenden Menschen, die häufig kaum über ausreichendes Wissen und Bewusstsein über Hygiene verfügen. In der Folge breiten sich Durchfallerkrankungen und durch Vektoren übertragene Krankheiten wie Cholera und Dengue-Fieber sehr leicht aus und gefährden insbesondere das Leben von Kleinkindern und älteren Menschen.

Glücklicherweise gibt es in der haitianischen Gesellschaft sehr engagierte Organisationen, die an dieser Situation etwas ändern möchten. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass die Abwasserkanäle regelmäßig gesäubert werden, dass die Bewohner wichtige Grundlagen für Hygiene im Alltag kennenlernen oder, dass urbane Landwirtschaft betrieben werden kann.

Im Oktober 2014 starteten wir ein multisektorales Projekt (WASH, Ernährungssicherheit und Katastrophenvorsorge) für rund 6.000 Familien aus den Slums von Cité Soleil und Tabarre. In enger Zusammenarbeit mit haitianischen Partnerorganisationen und mit Unterstützung des haitianischen Landwirtschaftsministeriums sowie der Wasserbehörde DINEPA lernen die Familien, wie sie ihre Fähigkeiten in urbaner Landwirtschaft ausbauen und ihre Hygiene- und Gesundheitssituation verbessern können.

Die große Mehrheit der Haitianer in den beiden Slumgebieten von Tabarre und Cité Soleil lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das wenige Geld, das sie verdienen, verdanken sie meistens Gelegenheitsarbeiten. Ihre Zukunftsperspektiven enden oft bereits am nächsten Tag.

Die sanitäre Situation in den Slums ist völlig unzureichend. Die meisten Bewohner haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Da es ihnen auch an dem nötigen Bewusstsein für Hygiene fehlt, leiden die Menschen in den Slums auch unter einem schweren Müll-Problem. Der Müll verstopft die Abwasserkanäle und führt bei Regen zu schweren Überflutungen, welche nicht nur Müll, sondern oft auch Fäkalien in die Häuser schwemmen.

  • Aufbau lokaler Kapazitäten zur Stärkung der Ernährungssicherheit in benachteiligten Slumgebieten Port-au-Princes
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Slumbewohner gegenüber Naturkatastrophen und sozioökonomischen Krisen
  • Verbesserung des Wissens über Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH), Umwelthygiene
  • Verbesserter Zugang zu sanitären Anlagen in Schulen und betroffenen Gemeinden
     

In den Slumgebieten von Cité Soleil und Tabarre arbeiten wir mit lokalen Gruppen und Organisationen zusammen, die in Eigeninitiative versuchen, die Lebensbedingungen in ihren Gemeinden zu verbessern.

In Vorgängerprojekten konzentrierten wir uns gemeinsam mit lokalen Initiativen auf die Bereiche Müllentsorgung, Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) und Katastrophenvorsorge. Dabei wurden unter anderem Schullatrinen repariert und Schulbrigaden in Erster Hilfe und Katastrophenvorsorge ausgebildet, damit die Schüler besser auf zukünftige Naturkatastrophen vorbereitet sind.

Das aktuelle Projekt erweitert diesen Ansatz um die Komponente Ernährungssicherheit als bedeutendes Ziel. Starke, engagierte lokale Partner, die uns schon mehrere Jahre lang begleiten, übernehmen nun eine größere Verantwortung und helfen dabei, die Widerstandsfähigkeit in ihren Gemeinden zu stärken.

  • Wir stärken die Kapazitäten unserer lokalen Partner und schulen sie im Management und sozialer Mobilisierung.
  • Wir entwickeln Pilotprojekte und weiten erfolgreiche Projekte in den Bereichen urbane Landwirtschaft, Hühner-, Schweine-, Ziegenzucht, Familien- und Gemeinschaftsgärten, Fischaufzucht in Aquakultur aus.
  • Wir bauen Gemeinschaftsgärten für 20 Schulen auf.
  • Wir bauen die Sanitäranlagen von 61 Schulen wieder auf.
  • Wir klären über Hygiene und Ernährung an Schulen auf.
  • Wir veranstalten Fokusgruppen über Ernährung und Essenshygiene mit Frauen.
  • Wir bauen Entwässerungskanäle wieder auf und säubern diese.
  • Wir statten in der Abfallwirtschaft tätige Freiwilligenkomitees aus.
  • Wir verbessern die Arbeit der Menschen, die Latrinen leeren, indem wir ihnen eine Handpumpe zur Verfügung stellen.
  • Wir bilden Schulbrigaden in der Katastrophenvorsorge aus.
  • Wir erarbeiten Notfallpläne an 19 Schulen.

Länderinfos

Hauptstadt: Port-au-Prince
Fläche: 27.750 km²
Bevölkerung: ca. 11,1 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Oktober 2014 - Dezember 2018
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Partner: 8 lokale Hilfsorganisationen, DINEPA, DPC

Letzte Änderung: August 2018

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