Ituri und Haut Uélé / Demokratische Republik Kongo

Das zentrale Depot sichert die Medikamentenversorgung

Medikamentenlager im zentralen Depot
Durch das zentrale Medikamentendepot in Mahagi können die Gesundheitsstationen der Region die Medikamentenversorgung sicherstellen. Foto: Malteser International

In enger Kooperation mit der Diözese Mahagi hat Malteser International das zentrale Arzneimitteldepot Caamenihu gegründet. Über dieses Depot werden Medikamente, Verbrauchsmaterialien und Instrumente für rund 250 Gesundheitseinrichtungen in 16 Gesundheitszonen im Nordosten der DR Kongo (Ituri und Haut Uélé) beschafft und ein konstanter Vorrat sichergestellt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsunternehmen von Malteser International, der Diözese Mahagi und den Gesundheitszonen. Es gibt eine Filiale in Ariwara für die nördlichen Zonen und eine Filiale in Mahagi für die südlichen Zonen.

Die Medikamente werden über internationale Ausschreibungen auf der Grundlage qualitätssichernder Standards beschafft. Caamenihu verkauft die Medikamente und Verbrauchsmaterialien an alle akkreditierten Gesundheitseinrichtungen für 35 Prozent des Einkaufspreises. Die Gesundheitseinrichtungen wiederum geben die Medikamente zu einem festen Preis, der etwa 45 Prozent des Einkaufspreises entspricht, an die Patienten ab. Ein Teil der Einnahmen kommt der Ausstattung der Einrichtungen zugute. Die Einnahmen jeder Einrichtung werden im so genannten Medical Action Account festgehalten. Wenn eine Einrichtung genug angespart hat, kann ihr Gesundheitskomitee über das Geld verfügen und über Neuanschaffungen entscheiden.

Momentan wird die Medikamentenversorgung der Gesundheitseinrichtungen der Region nur über das zentrale Depot gewährleistet, welches im Juni 2006 staatlich anerkannt wurde. Während die Diözese Mahagi für die Struktur, den gesetzlichen Rahmen und das Personal zuständig ist, bildet Malteser International das medizinische Personal aus und unterstützt die Logistik. Die Gesundheitszonen stellen die Partizipation der Gemeinschaft, die Einhaltung der offiziellen Vorgaben im Gesundheitssystem und die Kontrolle sicher.
Die staatliche Anerkennung sichert die langfristige Entwicklung des Systems bis hin zur zukünftigen Selbstfinanzierung.
  • Versorgung von rund 250 Gesundheitseinrichtungen in der Projektregion mit Medikamenten
  • Reduzierung der Sterblichkeits- und Krankheitsziffer der Bevölkerung in Ituri und Haut Uélé
  • Verbesserung des Zugangs der Bevölkerung zur Basisgesundheitsversorgung
  • Einbeziehung der Gesundheitskomitees als Vertreter der Gesundheitseinrichtungen und der lokalen Gemeinschaften
  • Einrichtung eines zentralen Arzneimitteldepots mit zwei Filialen (Ariwara und Mahagi)
  • In den Filialen bearbeiten 16 Mitarbeiter rund 2.400 Aufträge im Jahr
  • Trainings für Mitarbeiter, Unterstützung in Management und Logistik
  • Einführung des Medical Action Account (Caisse d´Actions Medicales)
Projektdaten
Dauer:Seit 2000
Finanzierung:EuropeAid
Partner:Diözese Mahagi, lokale Gesundheitsbehörden
 
Kontakt
Malteser:Dr. Sibylle Gerstl
info(at)malteser-international.org
 

Mediathek

Mit den Menschen für die Menschen - Malteser International in Afrika (2007, ich.tv)
mehr Videos

Durch neue Zufahrtsstraßen und Brücken können die Malteser die Gesundheit auch in entlegene Dörfer bringen.

Durch neue Zufahrtsstraßen und Brücken können die Malteser die Gesundheit auch in entlegene Dörfer bringen.

Dr. Alfred Kinzelbach, Regionalkoordinator für die Region der Großen Seen, im Interview mit dem MDR (Januar 2009).

Dr. Alfred Kinzelbach, Regionalkoordinator für die Region der Großen Seen, im Interview mit dem MDR (Januar 2009).

Wir brauchen Frieden - Zuhören kann heilen: Hilfe für Vergewaltigungsopfer im Kongo

Wir brauchen Frieden - Zuhören kann heilen: Hilfe für Vergewaltigungsopfer im Kongo
mehr Reportagen