
Die Region Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zur Grenze Ugandas ist eine der instabilsten Regionen des Landes. Aufgrund von Bürgerkrieg und Unterdrückungen ist ein großer Teil der Bevölkerung, mehrere Millionen Menschen, weitestgehend von internationaler humanitärer Hilfe abgeschnitten. Verschiedene Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den kriegsführenden Parteien konnten bislang den Konflikten kein Ende setzen.
Die UN schätzen, daß seit Beginn der Unruhen im bürgerkriegszerrütteten Land im Jahr 1999 ca. 50.000 Menschen umgebracht worden sind.
Infolge der Ereignisse im südlichen Ituri sind viele Menschen in den relativ sicheren Norden geflohen. Mit dem letzten Konvoi der UPDF sind Tausende von Einwohnern Bunias nach Paidha in Uganda gekommen, von wo sie sich nach Aru und Ariwara durchgeschlagen haben, um einer Unterbringung in Lagern in Uganda zu entkommen. Viele haben ihre letzten Mittel aufgebracht, um mit der Luftbrücke evangelischer Missionare von Bunia nach Beni und Aru zu kommen. In Aru finden sich derzeit ca. 6.000 Vertriebene, in der Mehrheit Bahema, aus Bunia, aber auch aus anderen Orten Süd-Ituris, für die Aru nach Bunia der zweite oder gar dritte Zufluchtsort ist. Ariwara beherbergt um 8.000 Flüchtlinge deren Mehrheit vor den Kämpfen und Verfolgungen um Mongbwalu geflohen ist. Biringi beherbergt Leute aus Mongbwalu, die auf ihrem Weg dort hängengeblieben sind, ebenso wie Atsinia zwischen Biringi und Aru und Ingbokolo nördlich von Ariwara.
Die Menschen, die mit sehr wenig oder in der Tat nichts geflohen sind, haben die großen Zentren angesteuert in der Hoffnung, in den lebhaften Marktplätzen eine Möglichkeit des Überlebens zu finden.
Wie in den ganzen Jahren des Djugu-Krieges bleibt es ein bemerkenswertes Phänomen, daß die Flüchtlinge nicht interniert, in Lagern oder Not-Massenunterkünften hausen. Die Gastfreundschaft der Großfamilien, Stammesgenossen, der Bekannten ist groß, die Menschen werden in die Familien aufgenommen. Man findet derzeit viele Einfriedungen in Ariwara die zwanzig, dreißig Menschen beherbergen. Eine Untersuchung in Mahagi im Dezember (vor dem letzten Krieg) hat ergeben, daß nur 7 der dort erfaßten 81.000 Vertriebenen in Notunterkünften hausen, alle anderen sind bei Ansässigen aufgenommen.
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| Finanzierung: | Malteser International, ECHO (Humanitarian Aid Department of the European Commission) |
| Partner: | Lokale Gesundheitsbehörde, lokale Partnerorganisationen und Frauengruppen |
| Kontakt | |
| Malteser: | info(at)malteser-international.org |
Interview mit Matthias Heiden (Auslandsreferent Malteser Köln) und Dirk Büttgen (Malteser Dormagen) über ihre Projektreise in den Südsudan auf center.tv (13.04.2012) zum Interview