
Selbst nach dem Ende des Zweiten Kongolesischen Krieges (1998 bis 2003) gibt es in einigen Regionen der Demokratischen Republik Kongo noch immer keinen stabilen Frieden. Immer wieder flackern im Nordosten und Osten des Landes, wo sich auch die Provinz Süd Kivu befindet, regionale bewaffnete Konflikte auf, die mit Raub, Plünderung, Vergewaltigung und Mord einhergehen. Das Sozialsystem des Landes ist eines der schlechtesten weltweit. Die andauernden Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen und der kongolesischen Armee haben starke Auswirkungen auf die humanitäre Situation. Aggression, Fehlernährung und Krankheiten kosten Millionen Menschen das Leben. Seit 1996 führt Malteser International in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und mit Unterstützung internationaler Geldgeber ein umfassendes Programm mit Projekten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Infrastruktur und psycho-soziale Betreuung durch.
Zugangswege sind unentbehrlich, zunächst um humanitäre Hilfe zu der Bevölkerung zu bringen, und längerfristig, um der Bevölkerung Zugang zu Krankenhäusern, Märkten und Städten zu gewähren. Deswegen hängen das Wohlergehen und die Gesundheit jeder Gesellschaft von Verkehrswegen wie zum Beispiel Straßen ab. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es bis heute weiträumige Gebiete, die vom Rest des Landes abgeschnitten sind und weder mit Autos noch Fahrrädern oder Motorrädern erreicht werden können, zum Beispiel Mulungu in der Provinz Süd-Kivu.
Keine Straße führt zu den rund 180.000 Menschen, die in Mulungu leben. Nur mit dem Flugzeug und anschließend mehreren Tagesmärschen können Nahrung, Medikamente und andere Dinge zu ihnen gebracht werden. Daher ist die Gesundheitssituation in diesem Gebiet sehr viel schlechter als in anderen Regionen: In Mulungu sterben zum Beispiel vier Mal mehr Kinder unter fünf Jahren als in den anderen Gesundheitszonen der Region Süd Kivu.Um das zu verändern, hat Malteser International im Jahr 2007 eine Flugpiste rehabilitiert, um die Menschen besser und schneller erreichen zu können. Um die Lebensbedingungen der Menschen in Süd Kivu zu verbessern, erneuern die Malteser außerdem eine alte, zerstörte Straße, die durch Mulungu führt und die Gegend mit dem restlichen Süd Kivu verbindet. 6.539 Personen profitieren direkt von diesem Projekt, indem sie als Tagesarbeiter cash for work (Lohn für Arbeit) erhalten und so das Einkommen ihrer Familie verbessern können.
Seit 2004 baut Malteser International Verkehrswege in Süd Kivu und hält sie instand: bis Juli 2007 konnten insgesamt 220 Kilometer Straßen fertiggestellt werden. Dazu gehören auch zahlreiche Brücken; die längste von ihnen reicht 20 Meter weit.
Ein Straßenbenutzungsgebührensystem (Maut) für Autos und LKWs, das im Moment noch von Malteser International unterstützt wird, soll in Zukunft sicherstellen, dass die lokalen Behörden die Straßen langfristig und dauerhaft ohne externe Hilfe instandhalten können.
| Projektdaten | |
| Dauer: | 2004 bis 2009 |
| Finanzierung: | Malteser International, OCHA, Pooled Fund |
| Partner: | Einheimische Partnerorganisationen, lokale Behörden |
| Kontakt | |
| Malteser: | info(at)malteser-international.org |
Interview mit Matthias Heiden (Auslandsreferent Malteser Köln) und Dirk Büttgen (Malteser Dormagen) über ihre Projektreise in den Südsudan auf center.tv (13.04.2012) zum Interview