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"Ebola hat hier alles verändert" - Ein Grundschullehrerin berichtet.

Seit dem Frühjahr 2026 kämpfen die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo mit dem verheerendsten Ebola-Ausbruch in der Geschichte ihres Landes. Das Virus ist über Körperflüssigkeiten hochgradig ansteckend und hat bisher mehr als 5.000 Leben gekostet (Stand: November 2026). Nach aktuellem Stand existiert weder eine passende Impfung noch Medikation. Das Epizentrum der Epidemie liegt in der von bewaffneten Konflikten und Fluchtbewegungen geprägten Provinz Ituri, wo Malteser International schon lange Menschen in Not unterstützt.

„Das Leben ist schwieriger geworden“

Die 48-jährige Grundschullehrerin Florence Akello lebt mit ihren fünf Kindern in Ndrelé, einer Gemeinde in der Provinz Ituri. Ihr Leben hat sich durch Ebola sehr verändert. Ihre Schule wurde vorübergehend geschlossen. Ihr Alltag ist geprägt von Maßnahmen zum Schutz vor dem tödlichen Virus. Viele von uns werden im Rückblick auf die Coronazeit gut verstehen, wie Florence sich fühlt: „Vor Ebola konnten wir uns frei bewegen. Jetzt gibt es wegen der Krankheit viele Einschränkungen. Das Leben ist schwieriger geworden.“

Florence‘ Schule wurde inzwischen unter strengen Auflagen wieder eröffnet. Niemand darf sie betreten, ohne die neue Handwaschstation zu nutzen. Körperkontakt soll vermieden werden. Für Florence fühlt sich der Schulalltag trotz aller Vorsicht noch unsicher an: „Wenn ein Kind zum Beispiel fällt, kann man es nicht einfach liegen lassen. Man hilft man ihm auf, hebt es hoch oder nimmt es vielleicht sogar in den Arm.“ Ihre größte Sorge gilt ihren Kindern: „Ich habe Angst, Ebola nach Hause zu bringen.“

Gute Vorbereitung rettet Leben

Um Florence und ihre Familie zu schützen, sind die Teams von Malteser International in Ndrelé und weiteren Gemeinden in den Epidemiegebieten im Einsatz. Sie führen umfassende Aufklärungsarbeit durch, schulen Gesundheitspersonal, verteilen Hygieneartikel und verbessern die Wasserversorgung. Und sie haben zwei Gesundheitseinrichtungen zu Behandlungszentren ausgebaut.

„Unsere Maßnahmen begannen nicht bei null“, erklärt Dr. Jean-Paul Uvoyo-Ulangi, 49, Gesundheitsberater für Afrika bei Malteser International. “Wir sind seit Jahrzehnten in der DR Kongo im Gesundheitsbereich aktiv und sehr gut mit den staatlichen Behörden vernetzt. Deshalb waren wir auf einen Ausbruch vorbereitet.“ Als der erste Ebolafall bestätigt wurde, aktivierten die Mitarbeitenden die Notfallpläne und konnten direkt mit der Isolierung von Verdachtsfällen beginnen. Ein noch nicht fertiggestelltes Behandlungszentrum wurde in weniger als sieben Tagen einsatzbereit gemacht. Diese sofort verfügbaren Maßnahmen retteten viele Leben, denn die Sterblichkeitsrate hängt bei Ebola maßgeblich von der Qualität der (unterstützenden) medizinischen Behandlung ab (RKI, 2026).

Hilfe, die sich weit auswirkt

„Manchmal gehen wir zum Krankenhaus und schauen, was die Malteser aufgebaut haben, und dann sprechen wir darüber“, erzählt Florence. „Auch von den Informationsveranstaltungen kennen wir die Malteser.“ Für sie geht es bei der Ebola-Bekämpfung um mehr als das, was innerhalb eines Krankenhauses geschieht. Der Erfolg der Maßnahmen beeinflusst auch, ob die Menschen sich im Alltag wieder sicher fühlen.

Die Epidemie ist leider noch nicht vorbei. Doch die Hygiene- und Informationsmaßnahmen zeigen Wirkung: Das Wissen, wie man sich schützen kann, ist Teil des Alltags geworden – auch bei den Kleinsten. Florence erinnert sich, wie sie einmal an der Haustür von ihrer jüngsten Tochter aufgehalten wurde: „Mama, du warst unter vielen Menschen. Ich kann dich nicht begrüßen. Wasch dir zuerst die Hände, dann sage ich Hallo.“

August 2026

Im Einsatz gegen Ebola

Seit Mitte Mai 2026 breitet sich Ebola im Nordosten der DR Kongo rasant aus. Am 17. Mai hat die WHO eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Für die aktuelle Virusvariante existieren derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Therapien oder verlässliche Schnelltests. Aktivitäten bewaffneter Rebellengruppen erschweren die Hilfe. Malteser International betreibt Behandlungszentren und versorgt Gesundheitseinrichtungen u. a. mit Schutzausrüstung und Hygienematerialien aus, schult Gesundheitspersonal und leistet psychosoziale und psychologische Unterstützung für Betroffene. In gefährdeten Gemeinden informieren Teams über Gefahren und Schutzmaßnahmen rund um Ebola und verbessern die Wasserversorgung.

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