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Cholera: mit Akuthilfe und Prävention gegen die Infektionskrankheit

Cholera ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die zu Erbrechen und schwerem Durchfall führt. Sie tritt besonders in Regionen in Asien, Afrika und Südamerika auf, in denen mangelnde Hygiene im Bereich Trinkwasser und Lebensmittel sowie schlechte Zustände sanitärer Einrichtungen ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende Cholera-Ausbrüche darstellen. Laut WHO kommt es weltweit jedes Jahr zu 1,3 bis 4 Millionen Fällen von Cholera, von denen bis zu 143.000 tödlich enden. Mit Hilfsprojekten setzt sich Malteser International in den Cholera-Risikogebieten, wie beispielsweise in Nigeria, für einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen ein und leistet im Falle akuter Ausbrüche Nothilfe, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen und die Menschen vor tödlichen Verläufen zu bewahren.

Was ist Cholera?

Bei der Cholera handelt es sich um eine akute bakterielle Infektion des Magen-Darmtrakts, die seit dem 19. Jahrhundert weltweit auftritt und unbehandelt bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen zum Tod führen kann. Ausgelöst wird die hochansteckende Erkrankung durch das Bakterium Vibrio cholerae, welches durch verunreinigtes Wasser und Nahrung aufgenommen wird und so die Cholera-Infektion im Magen-Darm-Trakt auslöst und zu den charakteristischen Symptomen Erbrechen und Durchfall führt.

Übertragung und Verbreitung von Cholera

Das größte Risiko für die Übertragung des Cholera-Erregers stellen schlechte hygienische Bedingungen dar, denen vor allem Menschen in infrastrukturell schwachen Regionen, Krisen- oder Katastrophengebieten ausgesetzt sind. Es fehlt häufig an sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. In informellen Siedlungen oder Geflüchtetencamps leben die Menschen außerdem auf engem Raum zusammen. Diese Faktoren erhöhen die Gefahr einer Ansteckung massiv, da beispielsweise gesunde Menschen mit infizierten Fäkalien in Kontakt kommen. Das führt dazu, dass sich die Krankheit rasant ausbreitet und bis hin zur Epidemie entwickeln kann. In Kriegs- und Katastrophengebieten ist die Gefahr eines Cholera-Ausbruchs zudem hoch, wenn beispielsweise Flutkatastrophen eine Verunreinigung des Trinkwassers verursachen oder durch Erdbeben oder Kriegshandlungen Abwassersysteme zerstört werden.

Die Inkubationszeit für Cholera liegt bei etwa 12 Stunden bis zu fünf Tagen, wobei die Krankheit etwa bei jedem zehnten Menschen, der sich mit dem Erreger infiziert, zum Ausbruch kommt. Aufgrund des hohen Ansteckungspotenzials stellen jedoch auch Infizierte mit milden oder symptomlosen Krankheitsverläufen eine große Gefahr für andere Menschen dar.

Cholera: Symptome und Verlauf der Erkrankung

Bei einer Infektion mit dem Erreger treten die ersten Symptome beim Großteil der Erkrankten nach etwa zwei bis drei Tagen auf. Der Verlauf der Erkrankung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wobei die meisten Infizierten lediglich leichte bis mäßige Symptomatiken entwickeln. Bei schweren Verläufen zeichnet sich die Cholera durch Erbrechen, wässrigen Durchfall und eine daraus resultierende schwere Austrocknung des gesamten Körpers aus. Wird der Dehydrierung nicht schnell mit entsprechender Behandlung entgegengewirkt, droht ein Schockzustand, der zum Tod führen kann. Dies trifft besonders Kinder und Menschen, die durch Hunger und Unterernährung bereits geschwächt sind und der Krankheit wenig entgegenzusetzen haben.

Maßnahmen gegen die Krankheit: Behandlung, Impfstoffe und Vorbeugung von Cholera

Grundsätzlich ist die Cholera eine gut behandelbare Krankheit, wenn Betroffene schnellstmöglich medizinisch versorgt werden. Aufgrund der schnellen Dehydrierung des Körpers und dem damit verbundenen Verlust von Nährstoffen und Elektrolyten bedarf es einer umgehenden Stabilisierung des Flüssigkeitshaushalts durch die Verabreichung von Salz-Zucker-Lösungen per Infusion oder bei weniger geschwächten Menschen in oraler Form. Neben der Zufuhr von Flüssigkeiten kann die Behandlung mit Antibiotika nötig sein, um den gefährlichen Durchfall zu stoppen und den Erreger zu bekämpfen. Um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, ist es außerdem wichtig, Erkrankte schnellstmöglich zu isolieren.

Als medizinische Präventionsmaßnahme stehen außerdem Impfungen zur Verfügung. Die verschiedenen Impfstoffe können in Form von Schluck- und Lebendimpfstoffen verabreicht werden, bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz und müssen je nach Impfstoff bereits nach einigen Monaten aufgefrischt werden. Als effektivste Vorbeugungsmaßnahme gelten der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Toiletten sowie das Bewusstsein der Bevölkerung über wirksame Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Cholera-Gebiete: Welche Länder und Regionen sind betroffen?

Ein erhöhtes Risiko für den Ausbruch der Cholera herrscht insbesondere in Teilen von Asien, Afrika und Südamerika. Gründe dafür sind die mangelhaften hygienischen Bedingungen im Bereich der Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Während Kanalisationssysteme und Kläranlagen in Ländern des Globalen Nordens meist dafür sorgen, dass das Trinkwasser frei von Bakterien bleibt, fehlt es in vielen Ländern des Globalen Südens häufig an dieser sanitären Grundversorgung. So haben nach wie vor rund 500 Milliarden Menschen nach Angaben der UN im Jahr 2021 weltweit keinen Zugang zu Sanitäranlagen und müssen ihr Geschäft im Freien verrichten. Auf diese Weise steigt die Gefahr eines Kontakts mit verunreinigtem Wasser, welches von Menschen zum Kochen, Trinken und zur Körperpflege genutzt wird.

Darüber hinaus sind vor allem Länder und Regionen betroffen, die aufgrund ihrer geografischen Lage durch Naturkatastrophen gefährdet sind. Wirbelstürme, Flutkatastrophen und andere Naturkatastrophen mit großer Zerstörungskraft bergen ein hohes Potenzial zur Verbreitung von Seuchen wie Cholera, da die Zerstörung der Infrastruktur sowie die Bildung stehender Gewässer nach Fluten ideale Bedingungen für die Verbreitung von Bakterien und so auch für den Cholera-Erreger bieten.

Schwere Cholera-Ausbrüche der vergangenen Jahre

Während in Deutschland zuletzt im Jahr 1892 eine Cholera-Epidemie ausbrach, kommt es in den bekannten Risikogebieten auch heute noch zu immer wiederkehrenden Cholera-Ausbrüchen mit zum Teil verheerenden Auswirkungen für vulnerable Bevölkerungsgruppen.

  • Im vom Bürgerkrieg ohnehin geschwächten Jemen wütet seit 2017 eine der schwersten Cholera-Epidemien der Welt. Zu Beginn der Epidemie ereigneten sich bereits 400.000 Verdachtsfälle sowie an die 2.000 Todesfälle.
  • Auch der Südsudan, in dem seit 2013 Bürgerkrieg herrscht, kämpft immer wieder seit 2014 gegen schwere Cholera-Ausbrüche. Medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen sind häufig für viele Menschen im Südsudan nicht zugänglich. Zwischen Juni 2016 und Dezember 2017 kam es zu dem bisher größten und längsten Ausbruch im Land.
  • In Nigeria gilt die Cholera seit den 1970er-Jahren als endemisch und tritt saisonal auf. Neben durchschnittlich etwa 100 Cholera-Todesfällen pro Jahr kommt es immer wieder zu schweren Ausbrüchen, bei denen sich mehrere Tausend Menschen infizieren, wie bei den Cholera-Ausbrüchen im Jahr 2018. Im Jahr 2021 kostete die Cholera innerhalb weniger Monate mehr als 2.000 Menschen das Leben.
  • Auch die Demokratische Republik Kongo ist seit 1974 bisher jedes Jahr von einem Ausbruch der Cholera betroffen gewesen und verzeichnete im Jahr 2021 durchschnittlich 130 Verdachtsfällen pro Woche.

Unser Einsatz zur Vorbeugung und Eindämmung von Cholera

Unsere humanitären Hilfsprojekte im Bereich Cholera setzen sich aus der aktiven Präventionsarbeit und der akuten Nothilfe während eines Ausbruchs zusammen. So möchten wir schweren Ausbrüche vorbeugen und die Auswirkungen der Erkrankung abschwächen, um die Todesrate zu senken. Unsere Maßnahmen zur Prävention umfassen unter anderem Maßnahmen aus dem Bereich WASH, wie die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. Zudem stellen wir den Zugang zu sicheren Latrinen bzw. Toiletten und Waschräumen inklusive der Versorgung mit Seife sicher und schaffen durch ein sogenanntes Fecal Sludge Management hygienische Möglichkeiten zur Entsorgung von Fäkalien.

Die Hygieneaufklärung der Bevölkerung ist einer der wichtigsten Pfeiler für die nachhaltige und eigenverantwortliche Gesundheit der Menschen. Durch Trainings vermitteln wir den Menschen Wissen über das Bakterium Vibrio cholerae, welches für die Erkrankung verantwortlich ist, und den gesundheitsbewussten Umgang mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Zudem unterstützen wir das vermittelte Wissen mit Flyern und Postern, auf denen die Präventionsmaßnahmen zusätzlich in unterschiedlichen Sprachen und in Form von Bildern erklärt werden.

Als Reaktion auf akute Krankheitsausbrüche verteilen wir Hygienekits für den Eigengebrauch und sorgen für die großflächige Desinfektion von betroffenen Haushalten und der Sanitärinfrastruktur mittels spezieller Chlorlösungen. Um den Menschen vor Ort schnelles Handeln zu ermöglichen, statten wir die Gesundheitsstrukturen vor Ort zudem mit einem Cholera-Notfallkits aus, die ein Zelt, Betten, Medikamente und weitere dringend benötigte Hilfsmittel beinhalten, welche kurzfristig eingesetzt werden können, um auf einen großen Cholera-Ausbruch zu reagieren.

Malteser International setzt sich dafür ein, allen Menschen Zugang zu einer nachhaltigen Wasser- und Sanitärversorgung zu ermöglichen und grundlegende Hygienestandards zu etablieren, um das Risiko für den Ausbruch schwerer Infektionskrankheiten wie Ebola, Malaria oder Cholera zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, die dringend benötigte medizinische Versorgung in Risikogebieten sicherzustellen und langfristige Lösungen zur Prävention zu etablieren.

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