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Vorsorge und schnelle Hilfe nach einer Flutkatastrophe

Flutkatastrophen sind für Menschen eine ernsthafte Bedrohung: Immer häufiger kommt es vor, dass die Pegelstände an Küsten und Flüssen deutlich überschritten und Teile des Landes überschwemmt werden. Da viele Gewässer von Kulturlandschaften und Städten umgeben sind, fordern große Überschwemmungen häufig viele Todesopfer und zerstören die Lebensgrundlagen Tausender Menschen.

Malteser International unterstützt die Betroffenen durch schnelle Nothilfe während der Flut, beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur und in der Katastrophenvorsorge, indem wir beispielsweise die Menschen durch Schulungen präventiv auf wiederkehrende Hochwasser vorbereiten und das Verhalten im Ernstfall üben.

Das Risiko für Flutkatastrophen steigt als Folge des Klimawandels, wie etwa durch stärkere Niederschläge oder Schneeschmelzen. Zudem sind Flutkatastrophen häufig auch auf die Eingriffe des Menschen in die natürlichen Flussläufe zurückzuführen, zum Beispiel durch die Begradigung oder die Eindeichung der Gewässer.

Arten von Flutkatastrophen

Im Wesentlichen werden drei verschiedene Arten von Fluten unterschieden: Flusshochwasser, Sturmfluten und Sturzfluten.

Flusshochwasser

Das Flusshochwasser ist meist die Folge starker und andauernder Niederschläge. Wenn das Wasser nicht mehr von der umliegenden Natur aufgenommen werden kann, fließt es in das Gewässer und der Pegelstand steigt. Durch rapide steigende Pegel können selbst Flussbetten und Deiche das Wasser nicht mehr zurückhalten, sodass Gebiete in unmittelbarer Nähe überschwemmt werden. Solche Überschwemmungen können mehrere Tage oder sogar Wochen andauern.

Sturmflut

Bei einer Sturmflut wird das Wasser von Meeren oder Seen durch starke Winde an die Küste oder das Ufer getrieben. Da die hohen Wellen das Land überfluten und dort zu Hochwasser führen können, ist insbesondere in küstennahen Orten Vorsicht geboten. Eine Sturmflut ist von einem Tsunami zu unterscheiden, da ein Tsunami in Folge eines unterseeischen Erdbebens entsteht und somit keine Flut im klassischen Sinne ist.

Sturzflut

Sturzfluten entstehen durch besonders starke Niederschläge und Unwetter, wenn das anfallende Wasser nicht mehr vom Boden aufgenommen werden kann – zum Teil auch fernab von größeren Gewässern. Die Überschwemmung tritt meist innerhalb kürzester Zeit auf und ist deswegen kaum vorherzusehen. Aus diesem Grund ist es besonders schwierig, sich auf eine Sturzflut vorzubereiten.

Die Folgen einer Flutkatastrophe

In Asien sind viele Länder anfällig für Hochwasser und Überflutungen. Zudem sind aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte bei einer Flutkatastrophe zahlreiche Menschen von den zerstörerischen Auswirkungen betroffen. Viele Flutopfer verlieren ihre gesamte Existenz – wenn nicht sogar ihr Leben oder das ihrer Liebsten. Bei starken Überschwemmungen werden zum Teil ganze Dörfer unbewohnbar.

Die genauen Ausmaße von Flutkatastrophen werden erst dann deutlich, wenn sich das Wasser wieder zurückzieht. Meist werden nicht nur Häuser und Besitztümer beschädigt oder vernichtet, sondern auch Felder, Ernten und Viehbestände der ansässigen Bauern.

Auch das Krankheitsrisiko ist nach einer Flutkatastrophe besonders hoch, da das Wasser vor Ort stark verunreinigt wird. Diese Verunreinigung führt zu unhygienischen Zuständen, die zusätzlich die Übertragung und Verbreitung von Krankheiten begünstigen.

Unsere Ziele und Maßnahmen in der Fluthilfe

In praktischen Trainings schulen wir Menschen in Risikogebieten für den Katastrophenfall.

Wir legen viel Wert darauf, die gefährdeten Gemeinden und lokalen Behörden auf Hochwasser und Flutkatastrophen vorzubereiten, um den Schaden im Ernstfall möglichst gering zu halten. Bei dieser präventiven Fluthilfe geht es vor allem um den Aufbau einer flutresistenten, sozialen Infrastruktur.

Dazu gehören Schulungen zum Thema Katastrophenvorsorge, aber auch Aufklärungsmaßnahmen zum Thema Hygiene. Durch praktische Trainings und Simulationsübungen wird außerdem das Verhalten im Ernstfall geprobt. Unsere Trainings richten sich unter anderem auch an besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel Menschen mit Behinderung.

Grundsätzlich hängt es auch von der Art der Flut ab, wie gut sich die Bevölkerung auf den Ernstfall vorbereiten kann. Während ein Flusshochwasser mit der Zeit entsteht, sodass präventive Maßnahmen getroffen werden können, treten Sturm- und Sturzfluten so unvorhergesehen auf, dass oft erst nach der Flut gehandelt werden kann.

Nach einer Flutkatastrophe unterstützen wir die Bevölkerung mit dem Ziel, die Existenz der Menschen zu sichern, Lebensgrundlagen wiederherzustellen und die Gesundheitsrisiken zu verringern. Beispielsweise verteilen wir Hygienekits, Wasserdesinfektionsmittel und in Risikogebieten Moskitonetze und Mittel zur Bekämpfung von Moskitos, um der Übertragung von Krankheiten entgegenzuwirken.

Zum Wiederaufbau gehören die Renovierung und Instandsetzung von Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen sowie die Ausstattung mit sanitären Anlagen. Erhöht gebaute Brunnen und Latrinen sorgen dafür, dass das Wasser bei einer Flut nicht so stark verunreinigt wird und somit trinkbar bleibt.

Die größten Flutkatastrophen der vergangenen Jahre

Mehr als 1,6 Millionen Menschen waren 2015 in Myanmar von Überflutungen betroffen.

Allein in Deutschland führten starke Regenfälle bereits vermehrt zu Flusshochwasser und Überschwemmungen. Im Jahr 2013 kam es hinsichtlich Dauer und Ausprägung zu einer der größten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Nach heftigen Regenfällen waren vor allem Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von Überflutungen betroffen.

Der Sachschaden wird auf mehr als zwölf Milliarden Euro geschätzt. Bereits unmittelbar nach der Flut wurden wir zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst aktiv, um die Betroffenen beim Wiederaufbau zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Die Maßnahmen reichten dabei von psychosozialer bis zu finanzieller Unterstützung.

Darüber hinaus ist vor allem Asien aufgrund seiner geografischen Gegebenheiten durch Natur- und Flutkatastrophen gefährdet, die wegen der hohen Bevölkerungsdichte Leben und Existenz zahlreicher Menschen bedrohen. Durch Wetterextreme und wochenlange Monsunregenfälle kam es in den vergangenen Jahren mehrere Male zu starken Überschwemmungen in Teilen des Kontinentes.

Im August 2015 waren zwölf Regionen und mehr als 1,6 Millionen Menschen in Myanmar von den schweren Überflutungen betroffen. Dabei wurden fast 385.000 Häuser beschädigt oder komplett zerstört, mindestens 117 Menschen kamen ums Leben.

Im August 2017 führten die andauernden Monsunregenfälle zu Flutkatastrophen in Indien, Nepal und Bangladesch. In Indien waren davon sogar 30 Millionen Menschen betroffen, die zum Teil dazu gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen. Hier unterstützen wir die Bevölkerung beim Wiederaufbau und bei der Vorbereitung auf zukünftige Naturkatastrophen.

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende dabei, Menschen besser auf Flutkatastrophen vorzubereiten und ihnen im Ernstfall zu helfen!

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