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Naturkatastrophen: Vorsorge treffen, Nothilfe bereitstellen

Durch zerstörerische Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Hurrikans verlieren Tausende Menschen jährlich ihr Zuhause oder sogar ihr Leben. Vor allem in wirtschaftlich ohnehin schwachen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens bedrohen teils unvorhersehbare Naturereignisse das Leben zahlreicher Menschen und können sich zu einer humanitären Krise entwickeln. Durch den Klimawandel hat die Häufigkeit von Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und immer mehr Menschen, unter anderem auch in Europa, werden zu Betroffenen dieser gewaltigen Naturereignisse.

Häufig sind Gemeinden und Institutionen in Risikogebieten nicht ausreichend auf Naturkatastrophen vorbereitet, was die Auswirkungen umso verheerender macht. Malteser International unterstützt die Menschen mit Hilfsprogrammen vor Ort, um Vorsorge- und Schutzmaßnahmen für zukünftige Naturkatastrophen zu treffen. Nicht nur leisten wir im Katastrophenfall schnelle Nothilfe, sondern sensibilisieren auch die Bevölkerung im Rahmen von Trainings und Übungen für die drohenden Gefahren und tragen auf diese Weise dazu bei, Schäden und Leid im Fall einer Katastrophe zu mindern.

Was ist eine Naturkatastrophe?

Sobald ein heftiges Naturereignis, wie Überschwemmungen, Waldbrände oder Vulkanausbrüche, destruktive und weitreichende Auswirkungen auf die Erdoberfläche, Menschen und andere Lebewesen hat, ist von einer Naturkatastrophe die Rede. Im Gegensatz dazu spricht man von einer Umweltkatastrophe, wenn das Ereignis durch den Menschen selbst verursacht wurde, wie zum Beispiel bei der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl oder einem Ölunfall im offenen Meer.

Ein Naturereignis allein ist jedoch noch keine Katastrophe, vor allem dann nicht, wenn das Ereignis fernab besiedelter Gebiete eintritt. So stellen beispielsweise ein Gletscherabbruch oder eine Lawine in unbewohnten Gegenden keine unmittelbare Bedrohung für den Menschen dar. Da solche gewaltigen Ereignisse jedoch schwer zu kontrollieren sind und durch ihre hohe Energie schnell zu einer Gefahr werden können, handelt es sich trotzdem um ernst zu nehmende Naturgewalten.

Naturkatastrophen sind auch deswegen so verheerend, weil sie sich meist unvorhersehbar ereignen und die Folgen unberechenbar sind. Einige Naturereignisse, wie beispielsweise Wirbelstürme, sind früher zu erkennen als andere. In der Regel ist es jedoch sehr schwierig, Vorkehrungen für derartige Ausnahmesituationen zu treffen. Zwar gibt es Frühwarnsysteme, die spezielle Naturereignisse, wie zum Beispiel Erdbeben, erkennen. Diese greifen in den meisten Fällen jedoch nur unmittelbar vor der Katastrophe. In dieser kurzen Zeit können lediglich Warnungen herausgegeben und erste Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Arten von Naturkatastrophen, bei denen wir im Einsatz sind

Naturkatastrophen kommen in verschiedenen Formen vor, die jeweils unterschiedliche Nothilfemaßnahmen erfordern. Nach einer Überschwemmung benötigen die Menschen eine andere Versorgung als nach oder während einer Dürre. Eines haben die Naturereignisse jedoch gemeinsam: Sie haben verheerende Folgen. Menschen verlieren oft Angehörige und ihr gesamtes Hab und Gut. Malteser International setzt sich vor Ort dafür ein, den Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie in der jeweiligen Situation benötigen.

Die häufigsten Naturkatastrophen weltweit

Es gibt verschiedene Arten von Naturkatastrophen, die sich in ihrer Häufigkeit zum Teil stark unterscheiden. Zu den häufigsten Naturkatastrophen gehören Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben und Dürren. Auch Waldbrände, Vulkanausbrüche oder Erdrutsche zählen zu den Naturkatastrophen, auch wenn diese seltener vorkommen. Bedingt durch den Klimawandel nehmen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren zu, wohingegen tektonische Ereignisse wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben in ihrem Vorkommen konstant bleiben.

In den vergangenen Jahren hat die Häufigkeit der jährlichen Naturkatastrophen stark zugenommen: Laut der Weltorganisation für Meteorologie hat sich die Anzahl der jährlichen Naturkatastrophen in den vergangenen 50 Jahren verfünffacht. Seit 2012 hat es in fast jedem Jahr weltweit über 700 Naturkatastrophen gegeben.

Laut dem CRED (Centre for Research on the Epidemology of Disasters) treten folgende Naturkatastrophen am häufigsten auf:

  • Überschwemmungen (insgesamt häufigste Naturkatastrophe)
  • Stürme
  • Erdbeben
  • Extreme Temperaturen
  • Erdrutsche
  • Dürren
  • Waldbrände
  • Vulkanausbrüche


Während in vielen Ländern eher selten zerstörerische Naturereignisse auftreten, sind andere besonders anfällig für Katastrophen und Wetterextreme. Vorwiegend Länder in Hochrisikoregionen Afrikas, Südamerikas und Asiens oder Regionen, die an Küsten liegen, sind immer wieder von Katastrophen wie Überflutungen, Dürren, Erdbeben und Tsunamis bedroht. Beispielsweise sind vor allem in Afrika lange Dürreperioden eine große Gefahr für die Bevölkerung, während in Mittelamerika und Asien vermehrt Wirbelstürme und Erdbeben auftreten.

Zunahme von Naturkatastrophen durch den Klimawandel

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der klimabedingten Naturkatastrophen deutlich gestiegen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass dies zu großen Teilen auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen ist, der die Faktoren für die Entstehung einer Naturkatastrophe verstärkt.

Laut einer 2021 veröffentlichten Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung steigt beispielsweise das Risiko für extreme Temperaturen kontinuierlich an und wird laut Berechnungen dazu führen, dass ein im Jahr 2021 geborenes Kind im Laufe seines Lebens etwa 19 Hitzewellen erleben wird.

Auch die Zahl der Überschwemmungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da die Wasserstände durch den Klimawandel, menschliche Eingriffe in natürliche Wasserläufe und starke Niederschläge rapide steigen. Durch die Erwärmung der Atmosphäre können größere Mengen an Wasser gespeichert werden, was das Risiko für immer häufiger auftretenden Starkregen erhöht.

Zusätzlich trocknen durch extreme Hitzewellen die Böden stark aus und sind in Folge dessen nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen, die durch die heftigen Regenfälle verursacht werden. Die Folge sind Überschwemmungen und Erdrutsche – auch in Europa, wie das Hochwasser in Deutschland im Juli 2021 gezeigt hat.

Mittels sogenannter Attributionsstudien ist es dabei möglich, die kausalen Zusammenhänge zwischen dem durch Menschen verursachten Klimawandel und dem Auftreten extremer Wetterereignisse darzustellen und zukünftige Entwicklungen einzuschätzen. Dabei beruht die Attributionsforschung auf einer Vielzahl realistischer Klimasimulationen, mit denen sich die Entwicklung von extremen Naturereignissen untersuchen lässt. Für den direkten Vergleich werden die Simulationen zweimal durchgeführt: einmal mit komplett natürlichen klimatischen Verhältnissen, wie sie sich ohne menschlichen Einfluss entwickelt hätten, und einmal mit durch den Menschen beeinflussten Klimabedingungen. Auf diese Weise lassen sich Variationen in der Häufigkeit von Naturkatastrophen beinahe sicher auf das menschliche Handeln zurückführen.

Verheerende Folgen und Ausmaße von Naturkatastrophen

Die Auswirkungen einer Katastrophe hängen vor allem von der Art, Stärke und dem Ursprungsort des Naturereignisses ab. In den meisten Fällen ziehen Naturkatastrophen massive Schäden an der Infrastruktur und Wirtschaft nach sich und fordern Verletzte und Todesopfer.

Die Folgen sind für die Menschen verheerend: Durch Überschwemmungen oder Erdbeben werden Felder und Viehbestände, Wasserquellen, Häuser oder ganze Dörfer vernichtet, sodass zahlreiche Menschen ihre Existenz verlieren. Dürreperioden und extreme Temperaturen rauben den betroffenen Menschen ihre Lebensmittelgrundlagen und führen zu Wassermangel und Hungersnöten.

Die schlimmste Naturkatastrophe der vergangenen Jahrzehnte war der Tsunami im Indischen Ozean im Jahr 2004. Durch das Erdbeben, den ausgelösten Tsunami und mehrere Nachbeben kamen insgesamt rund 230.000 Menschen ums Leben. Über 100.000 wurden verletzt und mehr als 1,7 Millionen Küstenbewohner verloren ihr Zuhause.

Nicht alle Länder sind in der Lage, die Menschen nach solchen Ereignissen zu versorgen, die Schäden alleine zu beheben und sich auf künftige Katastrophen besser vorzubereiten. Wird nach einer Naturkatastrophe internationale Hilfe erforderlich, helfen wir direkt vor Ort, um die Menschen zu unterstützen und beim Wiederaufbau zu begleiten. Ebenso werden wir häufig im Katastrophenfall über unsere lokalen Partner vor Ort aktiv.

Schutz durch Katastrophenvorsorge: Vorbereitung auf den Ernstfall

In vielen Ländern, insbesondere in wirtschaftlich schwächeren Staaten, mangelt es an Vorsorge- und Schutzmaßnahmen für den Fall einer Naturkatastrophe. Die  Katastrophenvorsorge ist besonders wichtig, um Menschen auf bedrohliche Naturereignisse vorzubereiten und somit Schäden und Leid zu begrenzen.

Mit gezielten Maßnahmen helfen wir den Menschen vor Ort, die Risiken zu identifizieren und entsprechende Notfallpläne zu entwickeln. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, wie alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen, für die wir speziell ausgearbeitete Trainings anbieten. Zur Katastrophenvorsorge gehören neben diesen Trainings und Schulungen Baumaßnahmen sowie Programme zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft. Wir schaffen in der Bevölkerung ein Bewusstsein für potenzielle Katastrophen, damit im Ernstfall ein schnelles Handeln möglich ist.

Durch die Einführung von Schutz- und Evakuierungsmaßnahmen sowie die Installation von Frühwarnsystemen und Notfallplänen können die Auswirkungen der Katastrophen gemildert und die Zahl der Todesopfer und Verletzten wie auch das Ausmaß der Schäden an Infrastruktur stark reduziert werden.

Akute Nothilfe: unser Einsatz nach Naturkatastrophen

Malteser International setzt sich weltweit in von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten für die Versorgung und den Schutz der Bevölkerung ein. Dazu leisten wir – häufig gemeinsam mitunseren lokalen Partnerorganisationen – nach Naturkatastrophen vor Ort schnelle und effektive Nothilfe. Dazu zählt unter anderem die medizinische Erstversorgung sowie die Verteilung von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern.

Im akuten Krisenfall, wie zum Beispiel nach dem Tsunami in Indonesien im Jahr 2018, ergreifen wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort Maßnahmen zur Soforthilfe. Zusammen sorgen wir für die Reparatur und den Wiederaufbau medizinischer Einrichtungen, die durch Erdbeben, Tsunamis und andere Naturkatastrophen zerstört wurden. Um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu vermeiden, ermöglichen wir mit unseren Programmen aus dem Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH), dass die Menschen in betroffenen Gebieten Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erhalten.

Im Rahmen der Hochwasserhilfe nach der Flutkatastrophe in Deutschland haben die Malteser in Deutschland die Betroffenen unter anderem mit Verpflegung, Strom und dringend benötigten Geräten wie Bautrocknern, Wärmeaggregaten oder Waschmaschinen unterstützt. Familien, deren Häuser vollständig zerstört wurden oder die das Hochwasser anderweitig besonders schwer getroffen hat, erhielten finanzielle Hilfe, um ihnen den Start in ihr Leben nach der Katastrophe zu erleichtern.

Ziel unserer Bemühungen ist es, dass sich die Überlebenden von Naturkatastrophen schnell erholen, sie ihr Leben wiederaufnehmen können und die Bevölkerung auf zukünftige Katastrophen besser vorbereitet ist.

Unterstützen Sie unsere Katastrophenvorsorge und Nothilfe nach Naturkatastrophen

Geschichten von Menschen aus Katastrophengebieten

Häufige Fragen

Als Naturkatastrophe wird ein heftiges Naturereignis bezeichnet, das große Zerstörung an der Erdoberfläche mit schlimmen Auswirkungen auf den Menschen oder andere Lebewesen in der betroffenen Region verursacht. Dazu zählen beispielsweise Flutkatastrophen, Erdbeben, Dürren, Wirbelstürme, Vulkanausbrüche oder Waldbrände. Naturkatastrophen sind zudem unvorhersehbare Ereignisse, auf die der Mensch keinen Einfluss nehmen kann. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Umweltkatastrophen um Ereignisse, die durch den Menschen verursacht werden, wie beispielsweise das Austreten großer Mengen Öl aus Schiffsfrachtern auf dem Meer.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Naturkatastrophen vor allem bedingt durch den Klimawandel zunehmen. Das liegt daran, dass der Klimawandel für eine Verstärkung der Faktoren sorgt, die eine Naturkatastrophe begünstigen. Durch die globale Erwärmung steigt beispielsweise die Temperatur der Meere, was wiederum das Auftreten von Wirbelstürmen begünstigt, die erst ab einer Wassertemperatur von 26,5 Grad Celsius entstehen können. Auch Dürren, Waldbrände oder Überschwemmungen treten häufiger auf und betreffen neue Gebiete, in denen sie vorher nicht vorkamen – wie beispielsweise in Europa.

Aufgrund der geografischen Lage sind vorwiegend Afrika, Asien und Südamerika als Hochrisikoregionen für Naturkatastrophen anzusehen. Hohe Temperaturen an Land und auf dem Wasser begünstigen die Entstehung von Dürren, Wirbelstürmen oder Waldbränden. Tektonisch aktive Gebiete bergen die Gefahr von Erdbeben und Tsunamis. Die Auswirkungen verheerender Naturereignisse treffen wirtschaftlich und infrastrukturell schwächere Regionen besonders hart. Eine Zerstörung der Ernte kann eine Hungersnot zur Folge haben oder die medizinische Versorgung von Verletzten ist häufig nur eingeschränkt möglich.

Heuschreckenplage in Ostafrika: In vielen Regionen droht eine Hungersnot

In den Jahren 2019/2020 wütete in Ostafrika die größte Heuschreckenplage seit vielen Jahren: Riesige Heuschreckenschwärme fraßen binnen weniger Minuten ganze Weiden und Felder kahl und raubten den Menschen ihre Lebensgrundlagen. Wenn sich die Insekten zu Schwärmen zusammenschließen und auf Nahrungssuche gehen, sind die Schäden für die Bevölkerung verheerend.

Bereits ein Quadratkilometer Heuschrecken braucht an einem Tag so viel Nahrung wie 35.000 Menschen. Da sich die Schädlinge rasant vermehren, ist es kaum möglich, die Plage unter Kontrolle zu bringen. In betroffenen Regionen sind wir vor Ort im Einsatz, um die Menschen zu unterstützen und ihre Existenz zu sichern. 

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Katastrophenvorsorge: Vorsorge rettet Leben

Naturkatastrophen sind für arme und verwundbare Regionen ein großes Risiko. Umso wichtiger ist es, Gemeinschaften auf kommende Naturgewalten vorzubereiten und die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Wir unterstützen lokale Gruppen dabei, Risiken zu identifizieren und Notfallpläne sowie Schutz- und Evakuierungsmaßnahmen vorzubereiten. Außerdem helfen wir beim Ausbau der Infrastrukturen und sensibilisieren Menschen mit Trainings und Schulungen für die Katastrophenvorsorge.

Mit diesen Maßnahmen verhindern wir, dass Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis oder Dürren zu einer humanitären Katastrophe werden. 

Unsere Katastrophenvorsorge

Nothilfe im Krisenfall

In Folge extremer Naturkatastrophen, bewaffneter Konflikte oder anderer Krisensituationen sind Millionen von Menschen bedroht, leben in Armut oder befinden sich auf der Flucht. Oft fehlt es an Nahrungsmitteln, Unterkünften, einer medizinischen Grundversorgung und Perspektiven für die Zukunft.

Aus diesem Grund leistet Malteser International in akuten Krisen schnelle Nothilfe. Neben einer effektiven Erstversorgung in der akuten Nothilfephase setzen wir uns dafür ein, die lokalen Selbsthilfekräfte zu stärken und langfristig die Lebensgrundlage der betroffenen Menschen zu festigen. 

Unsere Nothilfe im Krisenfall

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