EN | DE | FR
Jetzt Spenden

Hunger & Unterernährung - Wie wir Hilfe leisten

Der weltweite Hunger ist eine der größten Herausforderungen, vor denen die Weltgemeinschaft steht. 821 Millionen Menschen – jeder neunte Mensch – leiden an Hunger (Stand 2017). Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind weltweit an den Folgen von Hunger. Insbesondere in einigen Ländern Asiens, Afrikas sowie Lateinamerikas sind Menschen von den Folgen von Lebensmittel- und Wasserknappheit betroffen. Rund zwei Drittel aller unterernährten Menschen leben in Subsahara-Afrika (237 Millionen) und im südlichen Asien (277 Millionen). Die Zahl der Hungernden ging von 1990 bis 2015 zwar um 216 Millionen zurück, doch in den folgenden Jahren stieg sie wieder stetig an. Allein zwischen 2015 und 2016 litten 38 Millionen Menschen mehr unter Hunger. Die Beendigung des Hungers und der Unterernährung ist daher ein zentrales Ziel der internationalen Gemeinschaft: Ziel 2 der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen fordert die Beendigung des Hungers und aller Formen der Mangelernährung bis 2030.

Von verborgenem bis zu akutem Hunger: Die Stufen der Unterernährung

Unterernährung tritt durch eine unzureichende Nahrungsmittelaufnahme oder infolge von schlechten Gesundheits- und Hygienebedingungen ein.

Es werden drei Arten von Hunger beziehungsweise Unterernährung unterschieden:

  • Der akute Hunger ist die extremste Form von Hunger und betrifft acht Prozent der Hungernden weltweit. Die Unterernährung der Betroffenen stellt einen Ausnahmezustand über einen begrenzten Zeitraum dar, der infolge von Kriegen, Katastrophen und Dürren einsetzt.
  • Der chronische Hunger ist ein Zustand dauerhafter Unterernährung, der global am weitesten verbreitet ist und in direkter Verbindung zu Armut steht. Betroffene haben keine Mittel für gesunde Ernährung, sauberes Wasser und eine ausreichende Gesundheitsversorgung zur Verfügung.
  • Der verborgene Hunger ist eine Form des chronischen Hungers. Er ist bedingt durch eine einseitige Ernährung, aus der ein Nährstoffmangel resultiert. Langfristige Folgen des verborgenen Hungers sind schwere Krankheiten und ein erhöhtes Todesrisiko.

 

Ursachen von Hunger

In Thailand versorgen wir mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung und erklären jungen Müttern in Kochvorführungen worauf sie achten müssen, um ihre Kinder ausgewogen zu ernähren. Foto: Jana Asenbrennerova/Malteser International

Armut, Naturkatastrophen sowie Kriege und bewaffnete Konflikte stellen die Hauptursachen für den weltweiten Hunger dar, von denen insbesondere wirtschaftlich schwache Länder und Krisenregionen betroffenen sind.

Drei Viertel aller Hungernden leben auf dem Land. Als Kleinbauern und Viehhirten produzieren sie ihre Nahrung selbst. Durch das Klima bedingte Dürren, Überschwemmungen, Ausbreitung von Wüsten oder Bodenerosion zerstören die Lebensgrundlage vieler ländlicher Bevölkerungsgruppen: Felder vertrocknen, Ernten fallen aus und haben eine bedrohliche Lebensmittelknappheit zur Folge.

Auch durch Kriege und bewaffnete Konflikte wird in vielen Ländern die landwirtschaftliche Infrastruktur zerstört und die unsichere Ernährungslage in ohnehin wirtschaftlich schwachen Ländern verschärft. Sind die Menschen aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen zur Flucht gezwungen, können sie ihre Felder nicht mehr bestellen. Mehr als die Hälfte der weltweit Hungernden leben in Konfliktgebieten und sind von Lebensmittelknappheit betroffen.

Während plötzlich hereinbrechende Krisen Hunger zu einem Ausnahmezustand machen, wird Hunger durch Armut zu einer alltäglichen Katastrophe. Fehlende Erwerbsmöglichkeiten und soziale Sicherungssysteme führen dazu, dass Menschen Lebensmittel nicht bezahlen können.

Ab wann wird Hunger zur Gefahr?

Die Integrated Food Security Phase Classification (IPC) vom World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen hat zusammen mit verschiedenen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen die fünf Stufen einer Hungerkrise definiert:

Stufe

Beschreibung

Betroffene Länder (Auswahl)

Stufe 1

Die Ernährung der Bevölkerung gilt als generell gesichert. Weniger als drei Prozent der Menschen sind unterernährt.

Viele Industriestaaten wie Deutschland, Frankreich, Schweiz, Niederlande

Stufe 2

Es besteht eine moderate Ernährungssicherheit. Weniger als zehn Prozent der Menschen sind unterernährt.

Nördliche Andenstaaten Südamerikas, China

Stufe 3

Regionen, in denen sich Menschen täglich um ihr Essen sorgen müssen. Dort sind zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung akut mangel- oder unterernährt.

Indonesien

Stufe 4

Ab der vierten Stufe gilt die Situation als humanitärer Notfall. Mehr als 15 Prozent der Bevölkerung sind akut mangel- und unterernährt. Der Zugang zu Nahrung ist stark eingeschränkt.

Länder in Asien, Länder in Afrika südlich der Sahara

Stufe 5

Eine Hungersnot wird von den Vereinten Nationen ausgerufen, wenn mindestens 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind, weniger als 4 Liter Wasser am Tag zur Verfügung haben, täglich weit weniger als 2.100 Kilokalorien zu sich nehmen und zwei von zehntausend Menschen täglich an Nahrungsmittelmangel sterben. Zudem haben große Teile der Bevölkerung ihre gesamte Lebensgrundlage verloren und somit keine Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

 

Quelle: Aktion Deutschland Hilft

Die Folgen von Hunger

Während der Dürre 2017 in Kenia haben wir u.a. Zusatznahrung an Kinder verteilt, die Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt und Nahrungsmittel-Gutscheine an Familien verteilt. Foto: Nyokabi Kahura/Malteser International

Leiden schwangere Frauen an Unterernährung, können sich die Kinder im Mutterleib nicht richtig entwickeln. Die Folge davon ist ein geschwächtes Immunsystem und eine verstärkte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, was mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Im Erwachsenenalter zeigen sich verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeiten, die zu eingeschränkten Erwerbstätigkeiten oder Arbeitslosigkeit führen können.

Um Lebensmittel bezahlen zu können, müssen Familien in Krisensituationen große Teile ihres Besitzes verkaufen sowie bei der Bildung ihrer Kinder und bei der Gesundheit sparen. Familien rutschen so weiter in die Armut ab. Kindern bleiben dabei häufig wichtige Bildungschancen verwehrt. Hunger ist somit nicht nur eine Folge von Armut, sondern auch deren Ursache. Denn sie wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und Kindern bessere Zukunftsperspektiven zu bieten, versuchen wir in zahlreichen Projekten weltweit, den Zugang zu ausreichender und nährstoffreicher Nahrung zu verbessern.

So helfen wir den Menschen in Hunger-Situationen

Neben Nahrungsmittelhilfen in akuten Krisensituationen setzen wir uns mit unseren Hilfsprojekten für eine nachhaltige Ernährungssicherung ein und verbinden diese mit Aspekten der Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung. Zudem setzen wir den Fokus auf die Förderung von Schwangeren und Kleinkindern, um Unter- und Mangelernährung zu bekämpfen. Als Präventionsmaßnahmen fördern wir Kleinbauern und eine nachhaltige Landwirtschaft.

Geschichten aus unseren Projekten gegen den Hunger:

Schulgärten im Südsudan

Im Südsudan vermitteln wir Kindern in Schulgärten das Wissen darüber, wie erfolgreich und ertragreich Gemüse angebaut wird.

Weiterlesen

DR Kongo: Behandlung von unterernährten Kindern

Heute geht es der kleinen Dorcas besser. Noch vor einem halben Jahr war sie durch schwere Unterernährung abgemagert.

Weiterlesen

Die größten Hungersnöte der vergangenen Jahre

Armut, extreme Wetterperioden und bewaffnete Konflikte sind für die größten Hungersnöte der letzten Jahre verantwortlich.

  • Für den Südsudan wurde im Februar 2017 eine Hungersnot ausgerufen, von der noch im Januar 2019 rund 45.000 Menschen akut betroffen sind.
  • Im Jemen sind rund 63.500 Menschen von der Hungersnot betroffen, die Hälfte der Bevölkerung ist mit einer unsicheren Nahrungsversorgung konfrontiert. 400.000 mangelernährte Kinder kämpfen ums Überleben.
  • In der zentralafrikanischen Republik sind ebenfalls nach Schätzungen der IPC 63.500 Menschen von einer Hungersnot und die Hälfte der Bevölkerung von einer unsicheren Ernährungsversorgung betroffen.

 

Jetzt gegen Hunger und Unterernährung aktiv werden!

Für sämtliche Maßnahmen in den betroffenen Ländern sind wir auf finanzielle Hilfe angewiesen. Helfen Sie mit! Spenden Sie jetzt!

Unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende!
Jetzt Spenden

Cookie Hinweis

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Mehr Details zu unserem Tracking finden Sie hier.

Facebook Pixel

Zur Auswertung von Kampagnen nutzt diese Webseite einen Facebook Pixel, der eine bessere Erfolgskontrolle von Werbekampagnen ermöglicht. Ihre Daten werden anonymisiert übermittelt und können nicht auf Sie persönlich zurückgeführt werden.