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Ebola: Übertragung, Behandlung und Hilfe vor Ort

Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die vor allem in Teilen Afrikas immer wieder zu schweren Ausbrüchen führt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben durchschnittlich 50 Prozent der an Ebola erkrankten Menschen. Dabei schwankt die Sterblichkeitsrate je nach Art des Ebolavirus und den medizinischen Gegebenheiten zwischen 30 und 90 Prozent (Quelle: RKI, Stand: 06/2026). Bei dem bisher größten Ausbruch in Westafrika infizierten sich zwischen 2014 und 2016 ca. 28.000 Menschen mit dem Virus, davon starben mehr als 11.000 an den Folgen der Erkrankung.

Um die Ausbreitung von Ebola zu verhindern, sind eine schnelle Isolation, medizinische Versorgung und Aufklärung in den betroffenen und gefährdeten Gemeinden entscheidend. Malteser International unterstützt Menschen vor Ort im Gesundheitsbereich. Im Kampf gegen die Krankheit ergreifen wir Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen und statten die Ausbruchsregionen mit Schutzausrüstungen und anderen Hilfsmitteln aus. Erfahren Sie mehr über Ebola und wie wir uns dafür einsetzen, das Virus einzudämmen.

Ebola-Ausbruch in der DR Kongo im Mai 2026

18.05.2026

Ebola-Ausbruch: Malteser International bereitet erste Maßnahmen vor

Köln/Mahagi. Nachdem die WHO (Weltgesundheitsorganisation) den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, sind die Mitarbeitenden von Malteser International in der DR Kongo dabei, die Bevölkerung vor dem Ebola-Ausbruch in der nordöstlichen Provinz Ituri zu schützen.

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Mai 2026: internationaler Gesundheitsnotstand nach Ebola-Ausbruch in der DR Kongo

Mitte Mai 2026 rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund eines rasanten Ebola-Ausbruchs im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo einen gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite aus. Das Epizentrum der Epidemie liegt in der von bewaffneten Konflikten und Fluchtbewegungen geprägten Provinz Ituri. Da das Virus über Körperflüssigkeiten hochgradig ansteckend ist und die betroffenen Regionen als schwer zugänglich gelten, breitete sich der Erreger binnen weniger Tage auch über die Landesgrenze nach Uganda aus.

Das Besondere und Besorgniserregende an diesem Ausbruch ist der nachgewiesene Erreger: Es handelt sich um die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus. Im Gegensatz zur bekannten Zaire-Ebolavirus existiert für das Bundibugyo-Ebolavirus derzeit kein zugelassener Impfstoff, Therapie bis auf symptomatische Behandlung und kein validierter Schnelltest für den breiten Einsatz. Die Sterblichkeitsrate dieser Variante wird auf etwa 37 bis 40 Prozent beziffert. Mittlerweile registrierte die WHO über 2.300 bestätigte Fälle und über 930 Todesopfer allein in der DR Kongo und Uganda, wobei Experten von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgehen (Stand: 19. Juli 2026).

Unser Team ist vor Ort im Einsatz. Wir führen umfassende Aufklärungsarbeit in den Gemeinden durch, unterstützen Gesundheitszentren, schulen Gesundheitspersonal und verstärken unsere Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle. Dazu gehören u.a. die Versorgung mit Hygieneartikeln und Schutzausrüstung, der Bau von Behandlungszentren für Infektionskrankheiten, die Behandlung von Ebola-Patientinnen und -Patienten sowie die Verbesserung der Wasserversorgung in Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden.

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Das Wichtigste zu Ebola in Kürze

  • Ebola wird durch Ebolaviren verursacht und kann zu schweren Krankheitsverläufen führen, die unter anderem durch hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall und Organversagen sowie in einigen Fällen durch innere und äußere Blutungen gekennzeichnet sind.
  • Ebolaviren gehören zu den zoonotischen Viren. Das bedeutet: Ein Ausbruch beginnt in der Regel mit der Übertragung von einem infizierten Tier auf einen Menschen.
  • Ebola verbreitet sich nicht über die Luft, sondern durch engen Kontakt, beispielsweise bei der Pflege Erkrankter, beim Kontakt mit Verstorbenen oder durch verunreinigte Gegenstände wie medizinisches Material.
  • Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2 bis 21 Tage. Ansteckend sind Erkrankte, sobald Symptome auftreten und bis das Virus nicht mehr nachweisbar ist.
  • Eine frühzeitige Diagnose, Schutzkleidung, konsequente Kontaktverfolgung und die Isolation Infizierter helfen, Ausbrüche einzudämmen und Leben zu retten.

Inhaltsübersicht

Was ist Ebola?

Ebola ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Viren aus der Gattung der Orthoebolaviren ausgelöst wird. Die Erkrankung zählt zu den viralen hämorrhagischen Fiebererkrankungen (kurz VHF) und führt je nach Virustyp und medizinischer Versorgung in 30 bis 90 Prozent der Fälle zum Tode (Quelle: RKI, Stand: 06/2026).

Ebolaviren sind zoonotische Erreger: Sie kommen ursprünglich im Tierreich vor, können auf den Menschen überspringen und sich anschließend innerhalb menschlicher Infektionsketten weiterverbreiten. Als natürliches Reservoir gelten vor allem bestimmte Fledertiere. Bisher ist das Ebolafieber ausschließlich in afrikanischen Ländern südlich der Sahara ausgebrochen.

Wie wird Ebola übertragen?

Ebola wird durch den direkten Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten erkrankter oder an Ebola verstorbener Menschen übertragen. Dazu zählen zum Beispiel Erbrochenes, Stuhl, Urin, Speichel und Schweiß. Die folgende Übersicht zeigt Szenarien, bei denen eine Ansteckung mit Ebola möglich ist, welche Kontakte besonders gefährlich sind und welche Übertragungswege nach derzeitigem Wissensstand keine Rolle spielen.

  • Pflege und medizinische Versorgung: Ein besonderes Ansteckungsrisiko besteht für medizinische Mitarbeitende, Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige, die infizierte Personen behandeln und pflegen – vor allem, wenn die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten werden.
  • Kontakt mit verunreinigten Gegenständen: Kleidung, Bettwäsche oder medizinisches Material können ein Risiko darstellen, wenn sie mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind.
  • Bestattungen ohne ausreichenden Schutz: Bei Bestattungen kann das Virus ebenfalls übertragen werden, wenn der Körper Verstorbener ohne ausreichende Schutzmaßnahmen berührt wird.
  • Keine Übertragung über die Luft: Ebola wird nicht wie Grippe oder in seltenen Fällen COVID-19 über die Luft übertragen (sogenannte Aerosolübertragung). Eine Ansteckung durch bloße Nähe zu einer symptomfreien Person gilt daher nicht als typischer Übertragungsweg. Entscheidend für die Ausbreitung sind enger, ungeschützter Kontakt, fehlende Hygienemaßnahmen und Situationen, in denen infektiöse Körperflüssigkeiten direkt übertragen werden können.

Übertragung von Mensch zu Mensch

Bei einem Ausbruch verbreitet sich Ebola meist von Mensch zu Mensch. Ein infizierter Mensch gilt nach derzeitigem Wissensstand erst als ansteckend, wenn Krankheitssymptome auftreten. Je stärker die Symptome im Krankheitsverlauf auftreten, desto höher ist auch die Ansteckungsgefahr. Ein Ausbruch kann auch durch eine Übertragung von Tier zu Mensch erfolgen. Möglich ist dies vor allem bei engem Kontakt mit infizierten Wildtieren, wie Primaten oder Fledermäusen, etwa beim Jagen oder Verzehr von Wildfleisch. 

Welche Symptome verursacht Ebola?

Zunächst leiden Infizierte an grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, körperlicher Erschöpfung, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen. Auch Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall können innerhalb der ersten Tage auftreten. Diese frühen Beschwerden sind unspezifisch und nur schwer von anderen Infektionskrankheiten wie Malaria, Typhus oder Meningitis zu unterscheiden. Auch die Symptome einer Schwangerschaft können dem Ebolafieber ähneln – weshalb Ebola im Anfangsstadium schwer zu erkennen ist. Entscheidend ist dann vor allem, ob sich eine betroffene Person zuvor in einem Ausbruchsgebiet aufgehalten oder Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen oder potenziell infektiösem Material hatte. In solchen Fällen sind schnelle medizinische Abklärung, Labordiagnostik und Schutzmaßnahmen besonders wichtig.

Im weiteren Krankheitsverlauf kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen. Bei schweren Verläufen führt Ebola zu inneren und äußeren Blutungen sowie Multiorganversagen. Besonders gefährlich ist der starke Flüssigkeitsverlust, der den Körper schnell schwächt und ohne medizinische Versorgung lebensbedrohlich wird.

Unterscheidung der Ebolaviren: Zaire-Virus, Sudan-Virus und weitere

Die Erkrankung kann durch verschiedene Viren aus der Gattung der Orthoebolaviren ausgelöst werden. Sie gehören zur Familie der sogenannten Filoviren, die traditionell nach dem Ort ihrer erstmaligen Entdeckung benannt sind. Bisher wurden sechs verschiedene Arten der Gattung Orthoebolavirus identifiziert. Für den Menschen sind davon vor allem die ersten drei Varianten von besonderer Relevanz, da sie in der Vergangenheit für die größten Ausbrüche verantwortlich waren.

Die 6 Ebolavirus-Arten im Überblick:

  • Zaire-Ebolavirus (EBOV): die gefährlichste und bekannteste Variante mit einer Sterblichkeitsrate von 60 bis 90 %. Sie trat erstmals 1976 im heutigen Zaire (DR Kongo) auf. Oft ist diese Spezies gemeint, wenn verkürzt von „Ebola“ gesprochen wird.
  • Sudan-Ebolavirus (SUDV): Eine ebenfalls schwere Variante, deren Fallsterblichkeit historisch zwischen 41 und 100 % variiert. Die Diagnose im Frühstadium ist komplex, da die Symptome stark an Malaria oder Typhus erinnert. Der letzte größere Ausbruch war 2022 in Uganda.
  • Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV): Diese Spezies rückt durch den aktuellen Ebola-Ausbruch im Mai 2026 in der DR Kongo (Provinz Ituri) wieder stark in den Fokus. Die Sterblichkeitsrate liegt hier bei etwa 37 bis 40 %. Das Besondere und Gefährliche: Gegen die Bundibugyo-Variante gibt es derzeit keinen zugelassenen Therapie und Impfstoff.
  • Taï Forest-Ebolavirus (TAFV): ursprünglich als Côte d’Ivoire-Ebolavirus bezeichnet. Es wurde 1994 im Elfenbeinküste-Nationalpark entdeckt. Humaninfektionen sind extrem selten, verlaufen aber potenziell schwer.
  • Reston-Ebolavirus (RESTV): die einzige der fünf Spezies, die für den Menschen ungefährlich ist. Das Virus betrifft vor allem Schweine und Makaken (Affen) und löst beim Menschen keine Krankheitssymptome aus.
  • Bombali-Ebolavirus (BOMV): Die Ebolavirus-Art wurde erstmals 2018 im Bombali-Distrikt in Sierra Leone entdeckt und bisher vor allem bei Fledermäusen nachgewiesen. Erkrankungen beim Menschen sind bislang nicht bekannt. Die tatsächliche Gefährlichkeit für den Menschen und eine mögliche Sterblichkeitsrate sind derzeit noch unbekannt.
Ebola-Spezies (Virus-Variante) Erstmalige Entdeckung (Jahr / Ort) Durchschnittliche Sterblichkeitsrate (Letalität) Risiko für den Menschen / Impfschutz
Zaire-Virus (EBOV) 1976 / Zaire (heute DR Kongo) 60 % – 90 % Extrem hoch / Impfstoff vorhanden (Ervebo)
Sudan-Virus (SUDV) 1976 / Sudan (heute Südsudan) 40 % – 100 % Sehr hoch / Impfstoffe in der Erprobung
Bundibugyo-Virus (BDBV) (Aktueller Ausbruch 2026) 2007 / Uganda (Bundibugyo) ca. 37 % – 40 % Sehr hoch / Kein Impfstoff verfügbar
Taï Forest-Virus (TAFV) 1994 / Elfenbeinküste Einzelfälle (potenziell hoch) Hoch / Extrem selten beim Menschen
Reston-Virus (RESTV) 1989 / Reston (USA) 0 % (beim Menschen) Keine Gefahr für den Menschen (asymptomatisch)
Bombali-Virus (BOMV) 2018 / Sierra Leone (Bombali-Distrikt) unbekannt Unbekannt, aber potenziell gering / Kein Impfstoff verfügbar

Hinweis zur Risikoeinstufung: Die Einstufung des Risikos für den Menschen basiert auf der Biostoffverordnung (BioStoffV) und berücksichtigt insbesondere die Letalität, die Schwere des Krankheitsverlaufs, die Übertragbarkeit sowie die Verfügbarkeit von Impfstoffen und Therapien. Ebolaviren werden mit Ausnahme des Reston-Virus in die höchste Risikogruppe 4 eingestuft.

Wie wird Ebola diagnostiziert?

Ebola lässt sich anhand einer bloßen Betrachtung der Symptome nicht sicher erkennen. Gerade zu Beginn ähnelt die Erkrankung anderen Infektionskrankheiten. Deshalb ist bei einem Verdacht eine schnelle labordiagnostische Abklärung durch spezielle Tests entscheidend. Dazu gehören insbesondere:

  • RT-PCR-Test: Dabei wird eine Blutprobe per Real-Time-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) auf das Erbgut des Virus untersucht. 
  • Antigen-Test: Hierbei werden über das Verfahren ELISA (Enzyme Linked Immunsorbent Assay) Virusbestandteile in z. B. Blutproben nachgewiesen. 
     

Der Antikörpernachweis gilt als nicht gesichert, da nicht alle erkrankten Patientinnen und Patienten nachweisbare Antikörper entwickeln und es zu Kreuzreaktionen mit anderen Antigenen als denen des Ebolavirus kommen kann. Auch eine Viruskultivierung ist in den von der Epidemie betroffenen Gebieten praktisch nicht durchführbar, da die dafür notwendige Sicherheitsstufe nicht eingehalten werden kann. 

Behandlung von Ebola: Schutzimpfungen und therapeutische Maßnahmen

Erkrankte Menschen müssen so früh wie möglich medizinisch versorgt und isoliert werden, um die Überlebenschancen zu verbessern und eine Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Behandlung von Ebola hängt zudem stark davon ab, welche Ebola-Variante die Erkrankung verursacht. 

Schutzimpfungen gegen Ebola

Der Impfstoff Ervebo wurde 2019 in Europa zugelassen und schützt vor Erkrankungen durch das Zaire-Ebolavirus. Zusätzlich wurde 2020 der 2-Komponenten-Impfstoff Zabdeno-und-Mvabea gegen das Zaire-Ebolavirus in Europa zugelassen. Für andere Ebola-Spezies wie das Sudan-Ebolavirus oder das Bundibugyo-Ebolavirus gibt es derzeit keine zugelassenen Schutzimpfungen. An möglichen Impfstoffen wird jedoch geforscht. 

Therapeutische Maßnahmen bei Ebola

Neben den Schutzimpfungen wird die Erkrankung auch symptomatisch bzw. symptomlindernd behandelt, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

Je nach Krankheitsverlauf gehören dazu unter anderem:

  • Infusionen zur Stabilisierung des Flüssigkeits-, Glukose- und Elektrolythaushalts
  • fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente
  • Medikamente gegen Durchfall und Erbrechen
  • Antibiotika
  • Medikamente zur Stabilisierung des Blutdrucks
  • Behandlung möglicher Begleitinfektionen
  • engmaschige medizinische Überwachung
     

Während des Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo in den Jahren 2018 bis 2020 wurden erstmals Therapeutika erprobt. Dabei zeigten die monoklonalen Antikörper Inmazeb und Ebanga eine hohe Wirksamkeit gegen das Zaire-Ebolavirus. Beide Präparate wurden 2020 von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung zugelassen.

Wie wird ein Ebola-Ausbruch eingedämmt?

Zur Prävention und Eindämmung eines Ebola-Ausbruchs müssen schnellstmöglich Verdachtsfälle erkannt, Erkrankte isoliert und mögliche Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Ziel ist es, die Infektionskette so früh wie möglich zu unterbrechen und dadurch weitere Ansteckungen zu verhindern. 

Zu den wichtigsten Maßnahmen bei einem Ebola-Ausbruch gehören:

  • Isolation: Erkrankte oder möglicherweise infizierte Personen werden schnellstmöglich von anderen Menschen getrennt und in speziellen Isolierstationen oder Ebola-Behandlungszentren medizinisch versorgt. So soll verhindert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet.
  • Kontaktverfolgung: Bei einem bestätigten oder wahrscheinlichen Ebola-Fall wird geprüft, mit wem die erkrankte Person engen Kontakt hatte. Die Kontaktpersonen werden informiert, medizinisch beobachtet und über Schutzmaßnahmen aufgeklärt. Treten Symptome auf, müssen sie sofort untersucht und bei Bedarf ebenfalls isoliert und behandelt werden.
  • Hygienemaßnahmen: Gegenstände, Kleidung, Bettwäsche oder Oberflächen, die mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen in Kontakt gekommen sein könnten, werden gereinigt, desinfiziert oder sicher entsorgt.
  • Schutz des medizinischen Personals: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Helfende werden mit spezieller Schutzausrüstung ausgestattet. Dazu gehören unter anderem Schutzanzüge, Handschuhe, Masken und Schutzbrillen, damit sie Erkrankte sicher versorgen können.
  • Sichere Krankentransporte: Für den Transport von Ebola-Verdachtsfällen oder Erkrankten gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. So wird verhindert, dass sich Angehörige, medizinisches Personal oder andere Menschen während des Transports anstecken.
  • Sichere und würdevolle Bestattungen: Verstorbene werden unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen bestattet. Das ist wichtig, weil auch der Kontakt mit dem Körper einer an Ebola verstorbenen Person zu einer Ansteckung führen kann.
  • Impfung gefährdeter Gruppen: Wenn für die jeweilige Ebola-Variante ein Impfstoff verfügbar ist, können medizinisches Personal sowie vulnerable Gruppen gezielt geimpft werden.

Prävention durch Aufklärungsarbeit

Die Maßnahmen können allerdings nur greifen, wenn die Bevölkerung über das richtige Verhalten mit Erkrankten und der Krankheit informiert wurde. Aufklärungsmaßnahmen gehören daher zu den langfristig wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Durch ein verbreitetes Wissen über den Schutz vor der Krankheit, ihre Symptome und den Umgang mit einer möglichen Infektion können zukünftige Epidemien vermieden werden. Hygienetrainings, ein verbesserter Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Verfügbarkeit von Gesundheitseinrichtungen sowie ein geregeltes Abfallmanagement in Dörfern und Gesundheitseinrichtungen tragen darüber hinaus zu einer Reduzierung des Epidemierisikos bei.

Ringimpfungen gegen Ebola

In einer Studie der WHO und des Nationalen Forschungsinstituts der Demokratischen Republik Kongo (August 2018 bis März 2019) wurden 91.492 Erst- und Zweitkontakte infizierter Menschen sowie 28.888 Ärztinnen und Ärzte und Helfende geimpft und schließlich die Daten von 93.965 Risikopatienten erhoben. 

Daraus ergab sich eine Wirksamkeit der Ringimpfungen von 97,5 Prozent. Auch die Überlebenschancen erkrankter Menschen stiegen nach einer Impfung. Die Ringimpfungen werden in der Folge hochgehandelt und geben Hoffnung auf eine wirkungsvolle Eindämmung von Ebola-Ausbrüchen.

Chronik: Ebola-Ausbrüche der letzten Jahre

Der aktuelle Ebola-Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht. Da für diese Virusvariante bislang keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Therapien verfügbar sind, konzentrieren sich die Maßnahmen auf eine schnelle Diagnostik, Isolation, Kontaktverfolgung und die umfassende Aufklärung der Bevölkerung.

Im September 2025 wurde in der Kasai-Provinz der DR Kongo ein weiterer Ebola-Ausbruch bestätigt. Verursacht wurde er durch das Zaire-Ebolavirus. Insgesamt wurden 64 Fälle gemeldet, darunter 53 bestätigte Erkrankungen. 45 Menschen starben (Quelle: WHO). Der Ausbruch wurde am 1. Dezember 2025 offiziell für beendet erklärt.

Da für das Zaire-Ebolavirus Impfstoffe und spezifische Antikörpertherapien verfügbar sind, konnten neben klassischen Eindämmungsmaßnahmen auch medizinische Gegenmaßnahmen gezielt eingesetzt werden. Gleichzeitig blieb die Nachbeobachtung wichtig, um ein erneutes Aufflammen frühzeitig zu erkennen.

Ende Januar 2025 wurde erneut ein Ausbruch des Sudan-Ebolavirus in Uganda festgestellt. Betroffen waren mehrere Distrikte, darunter Kampala, Wakiso, Jinja, Mbale und Fort Portal City. Insgesamt wurden 14 Fälle gemeldet, darunter zwölf bestätigte und zwei wahrscheinliche Erkrankungen. Vier Menschen starben (Quelle: WHO). Der Ausbruch wurde am 26. April 2025 offiziell für beendet erklärt. 

Dieser vergleichsweise begrenzte Verlauf zeigt, wie wichtig eine schnelle Reaktion im Kampf gegen Ebola ist.

Im September 2022 wurde in Uganda ein Ausbruch des seltenen Sudan-Ebolavirus bestätigt. Bis zum offiziellen Ende des Ausbruchs im Januar 2023 wurden laut Abschlussbericht der WHO 164 Fälle (142 bestätigte und 22 vermutete Erkrankungen) sowie 77 Todesopfer verzeichnet. Die Sudan-Variante war seit einem Ausbruch im Jahr 2014 in der Demokratischen Republik Kongo weltweit einige Jahre nicht mehr aufgetreten. In Uganda war es der erste Ausbruch des Ebolavirus seit 2012.

Da es für das Sudan-Ebolavirus keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Therapien gab, standen die Kontaktverfolgung und Isolation im Mittelpunkt der Eindämmung. Malteser International unterstützte den Distrikt Arua unter anderem mit Schulungen für das Gesundheitspersonal, Schutzausrüstung und Aufklärungsmaßnahmen.

Im Februar 2021 kam es zu einem erneuten Ausbruch des Ebolafiebers in der DR Kongo sowie in Guinea. In der DR Kongo infizierten sich nachweislich zwölf Menschen mit dem Virus, sechs von ihnen starben. Das nationale Gesundheitsministerium erklärte den Ausbruch am 3. Mai 2021 für beendet. Es handelte sich dabei um den zwölften Ausbruch in der jüngeren Geschichte der DR Kongo, die immer wieder mit Ebola und anderen Epidemien zu kämpfen hat. 

In Guinea konnte das Ebolafieber bei insgesamt 23 Personen nachgewiesen werden, zwölf von ihnen starben an der Krankheit. Genetische Analysen zeigten, dass der Ausbruch offenbar auf die gleiche Spezies zurückgeht wie die Ebola-Epidemie 2014 bis 2016 in Westafrika. Da zwischenzeitlich wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen das Zaire-Ebolavirus entwickelt wurden, konnten die Maßnahmen zur Eindämmung bei diesem erneuten Ausbruch des Virus besser und schneller greifen. Ende Februar 2021 wurde mit Ringimpfungen begonnen, insgesamt wurden mehrere tausend Menschen im Umfeld der Erkrankten geimpft. Der Ausbruch in Guinea wurde am 19. Juni für beendet erklärt.

In der Zeit von 2018 bis 2020 kam es in der DR Kongo in den Provinzen Nord-Kivu, Ituri und Sud-Kivu zum zweitschwersten Ebola-Ausbruch. Erfasst wurden über 3.300 Fälle, von denen mehr als 2.100 tödlich endeten. Während des Ausbruchs wurden erstmals mehrere Medikamente in einer randomisierten Kontrollstudie geprüft. Die monoklonalen Antikörper Inmazeb und Ebanga zeigten dabei eine hohe Wirksamkeit gegen das Zaire-Ebolavirus und wurden Ende 2020 offiziell zugelassen.

Zum bisher größten Ausbruch des Ebolafiebers (Stand: Juli 2026) kam es zwischen 2014 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone. Rund 28.000 Menschen erkrankten und mehr als 11.000 starben durch das Zaire-Ebolavirus. Im März 2016 wurde die Epidemie von der WHO für beendet erklärt. 

Ebola in der DR Kongo: Hintergründe, Herausforderungen und unsere Hilfe

Dichte Regenwälder, ein geschwächtes Gesundheitssystem und anhaltende Konflikte machen die Demokratische Republik Kongo immer wieder zum Hotspot lebensbedrohlicher Ebola-Ausbrüche. Doch wie entsteht die Krankheit, warum ist die Eindämmung vor Ort so schwierig und welche Rolle spielt die Gemeinschaft im Kampf gegen das Virus? Erfahren Sie mehr über die Ursachen, die historischen Epidemien und wie Malteser International mit Schutzausrüstung, Isolierstationen, Risikokommunikation und Hygiene-Maßnahmen vor Ort unterstützt.

Mehr zu Ebola in der DR Kongo

Unser Einsatz gegen Ebola: Aufklärung, Prävention und medizinische Hilfe

Schon seit vielen Jahren ist Malteser International in den von Ebola bedrohten Ländern aktiv, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern oder einzudämmen, unter anderem in Guinea, Liberia und Uganda sowie der DR Kongo. Dabei kommt der Sensibilisierung für das Ebolavirus sowie der Aufklärung über geeignete Präventionsmaßnahmen die größte Bedeutung zu.

Unsere Maßnahmen umfassen:

  • Aufklärung und Prävention: Der Fokus unserer Arbeit liegt in der Sensibilisierung für das Ebolavirus sowie der Aufklärung über geeignete Präventionsmaßnahmen. Während der letzten verheerenden Ebola-Epidemien in Guinea und Liberia sowie bei den jüngeren Ausbrüchen seit 2018 in der DR Kongo haben wir die Bewohnerinnen und Bewohner über Infektionsrisiken, Vorbeugung durch Körper- und Lebensmittelhygiene sowie angemessenes Verhalten im Fall des Auftretens von Symptomen informiert.
  • Sensibilisierungskampagnen: Bei speziellen Kampagnen in der Bevölkerung verfolgen wir einen partizipativen Ansatz. Mit der sogenannten People First Impact-Methode (P-FIM) stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt der Maßnahmen und hören den Gemeinden zunächst einmal zu. Ziel ist es, ihr Verständnis der Krankheit und schon vorhandener Hygienemaßnahmen nachzuvollziehen. Nur so können mögliches Misstrauen und Vorurteile abgebaut und gemeinsam mit den Menschen wirksame Maßnahmen entwickelt werden, die auf Verständnis stoßen und von den Gemeinden mitgetragen werden. In einem unserer englischsprachigen Artikel lesen Sie mehr zu P-FIM und Ebola.
  • Information und Aufklärung in den Gemeinden: Weitere Maßnahmen umfassen interaktive Radiosendungen und Lieder, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen, Tür-zu-Tür-Sensibilisierung sowie die Verteilung von Postern und Flyern.
  • Weiterbildungen und Schutzmaßnahmen im Gesundheitsbereich: Im Sinne der Prävention führen wir regelmäßig Weiterbildungen für medizinisches Personal durch und richten in den von Ausbrüchen bedrohten Städten Schutzmaßnahmen ein, um Ansteckungen zu verhindern und erste Symptome frühzeitig feststellen zu können. Schulungen des Gesundheitspersonals und der nationalen Gesundheitsmanagement-Teams sollen grundsätzlich helfen, die Prävention und Kontrolle von Ebola und anderen Infektionskrankheiten zu verbessern.
  • Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene: Zu unserem ganzheitlichen Ansatz gehören auch Maßnahmen für eine verbesserte Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Sensibilisierung für Hygienepraktiken. 
  • Notfallvorsorge und Schutz des Pflegepersonals: Wir richten Gesundheitszonen mit Notfallvorräten wie Schutzausrüstung, Testmaterial und Medikamenten ein, die im Falle eines neuen Ausbruchs schnell zum Einsatz kommen können. Eine Isolationseinheit steht in unseren Einsatzregionen ebenfalls für den Fall eines Ausbruchs bereit. Zusätzlich liefern wir Schutzausrüstungen und -anzüge an Gesundheitszentren, um das Pflegepersonal vor der Ansteckung zu schützen.

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Die von Ebola bedrohten Länder sind dringend auf weitere Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende können Sie uns beim Kampf gegen Ebola unterstützen. Gemeinsam kann es uns gelingen, die medizinischen und hygienischen Bedingungen in den betroffenen Regionen zu verbessern und Informationskampagnen zur Sensibilisierung für Ebola und andere Infektionskrankheiten sowie deren Prävention voranzutreiben und Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

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Häufige Fragen zu Ebola

Auch nach überstandener Ebola-Erkrankung können Beschwerden zurückbleiben. Dazu zählen unter anderem Muskel- und Gelenkschmerzen, starke Erschöpfung, Augenentzündungen und Sehstörungen, neurologische Beschwerden sowie psychische Belastungen. Überlebende benötigen deshalb häufig medizinische Nachsorge, psychosoziale Unterstützung und Hilfe bei der Rückkehr in ihre Gemeinschaft. Die WHO weist zudem darauf hin, dass Ebola-Viren bei einigen Genesenen in sogenannten immunprivilegierten Körperregionen wie Augen, Gehirn oder Hoden länger nachweisbar bleiben können.

Ein Ebola-Ausbruch gilt in der Regel als beendet, wenn 42 Tage lang keine neuen Fälle mehr auftreten. Diese 42 Tage entsprechen zwei maximalen Inkubationszeiten von jeweils 21 Tagen. Dennoch bleibt auch danach eine erhöhte Wachsamkeit wichtig, weil einzelne Fälle oder ein erneutes Aufflammen möglichst früh erkannt werden müssen.

Das Risiko einer Ansteckung im Flugzeug gilt für die meisten Reisenden als sehr gering. Ebola wird nicht wie Grippe oder COVID-19 über die Luft übertragen, sondern vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer erkrankten oder verstorbenen Person. Ein Risiko entsteht daher vor allem bei engem Kontakt zu symptomatischen Erkrankten oder infektiösem Material.

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DR Kongo: Neue Fälle von Ebola und Lungenpest

Köln/Ariwara. Im Osten der DR Kongo ist eine Frau an den Folgen einer neu aufgetretenen Ebola-Infektion gestorben. Vor drei Monaten erst hatte die Weltgesundheitsorganisation den letzten Ebola-Ausbruch in der DR Kongo für beendet erklärt. Außerdem verstarb in der Region Ituri eine weitere Frau an der seltenen und hochgefährlichen Lungenpest. Gleichzeitig steigt die Zahl der Coronainfektionen in der DR Kongo weiter. „Prävention ist jetzt besonders wichtig, damit sich Ebola, Pest und das Coronavirus nicht gleichzeitig weiterverbreiten können“, sagt Johannes Schildknecht, Referent für die DR Kongo von Malteser International.

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