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Südsudan: Verbesserung der Ernährung und des Zugangs zu Wasser und Hygiene

Der Konflikt im Südsudan zwingt bereits seit Jahren Familien, aus ihren Dörfern zu fliehen. Zuflucht suchen sie oft in städtischen Gebieten wie der Hauptstadt Juba. Mit dieser wachsenden Zahl von Vertriebenen ist die Nahrungssituation und auch der Zugang zu Wasser insbesondere in den Vororten von Juba zu einem drängenden Problem geworden. Die Menschen haben nicht genügend zu essen. Vor allem Kinder leiden an Unterernährung. Hinzu kommt, dass das Trinkwasser oftmals nicht sauber ist. Choleraerkrankungen sind die Folge.

Gemeinsam mit lokalen Organisationen setzen wir uns für eine bessere Ernährung und Wasserversorgung dieser Menschen ein. Wir verteilen Saatgut und landwirtschaftliche Geräte an Familien und vermitteln ihnen in Schulungen, wie sie effizient und ertragreich Gemüse anbauen können. So können sie sich und ihre Kinder gesünder und nachhaltig ernähren und sogar einen Teil ihrer Ernte auf dem Markt verkaufen. Außerdem bauen wir Latrinen und führen Trainings zum richtigen Umgang mit Trinkwasser und zu Hygiene durch. Auf diese Weise kann die Wasserqualität und die Hygiene in den Vororten verbessert werden.

Die Geschichte Südsudans ist seit der Unabhängigkeit der jungen Nation in 2011 von Konflikten und Bürgerkrieg geprägt. Neue Gewaltausbrüche im Jahr 2016 verschlechterten die Sicherheitslage des Landes weiter.

Viele Familien flohen seitdem aus ihren Dörfern in die Außenbezirke der Hauptstadt Juba. Die Bevölkerung dort ist stark angestiegen, die staatlichen Strukturen ohnehin schwach. Dies hat zur Folge, dass die Menschen in diesen Bezirken vollkommen unterversorgt sind. Es gibt nicht ausreichend Nahrung und sicheres Trinkwasser. Die sanitären Anlagen reichen nicht aus. Wiederkehrende Ausbrüche von vermeidbaren Krankheiten wie Cholera und Durchfall sind ein großes Problem. Zudem wird die Nahrungsmittelknappheit durch die steigende Inflation verschärft. Viele Familien sind nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu ernähren. Insbesondere Kinder leiden an Hunger. Mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt, ein Viertel von ihnen leidet an Untergewicht und 20 Prozent an akuter Unterernährung.

Wir wollen gesunde Lebensbedingungen schaffen und die Ernährungssituation in den unterversorgten Außenbezirken Jubas verbessern. Unsere Ziele sind:

  • Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser in zwei Siedlungen in Juba

  • Verbesserung der sanitären Bedingungen durch den Bau von qualitativ hochwertigen Latrinen

  • Verbesserung der Gesundheit durch die Förderung guter Hygienepraktiken in Haushalten, Schulen und öffentlichen Räumen

  • Verbesserung der Ernährungssituation und der Einkommen von bedürftigen Familien
  • Schulungen für Wasserkomitees, die öffentliche Wasserstellen managen, die Wasserqualität der Haushalte kontrollieren, Bewusstsein über gute Hygiene schaffen und Latrinen warten

  • Schulung der Bevölkerung zum richtigen Umgang mit Trinkwasser

  • Bau von Regenwassersammelsystemen in Schulen und öffentlichen Gebäuden

  • Bau von Latrinen gemeinsam mit der Bevölkerung („Urban Led Total Sanitation“)

  • Aufklärungskampagnen über Hygiene in der Gemeinde und Gründung von Gesundheitsclubs in Schulen

  • Bau und Zuweisung von Flächen für Saatbeete und Modellgärten

  • Schulung zum effizienten Anbau von Grundnahrungsmitteln und lokalem Gemüse

  • Verteilung von Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten an Haushalte


Länderinfos

Hauptstadt: Juba
Fläche: 644,329 km²
Bevölkerung: ca. 12 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit Juli 2016

Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Letzte Änderung: August 2018