Köln/Port Sudan. Mehr als drei Jahre nach Kriegsbeginn ist die humanitäre Situation im Sudan katastrophal. Über die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund 20 Millionen Menschen haben derzeit keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Viele Gesundheitseinrichtungen wurden zerstört, medizinisches Fachpersonal wurde getötet oder floh in Nachbarländer. Ein Nothilfeteam von Malteser International wird, ergänzt durch einen Experten für Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts (RKI), vom 1.-4. Juni Krankenschwestern und -pfleger, Wasserexperten und Ärzte und Ärztinnen in Port Sudan schulen. Das Team wird unter anderem das Erkennen von Herz-Kreislauferkrankungen trainieren und das Personal im sicheren Umgang mit Infektionskrankheiten schulen, da Cholera und Denguefieber große Herausforderungen für das Gesundheitspersonal sind.
„Die Situation in den Gesundheitseinrichtungen ist alarmierend. Durch den Mangel an Fachkräften sind viele Stationen in Krankenhäusern nicht ausreichend qualifiziert besetzt. Damit die Menschen auch unter diesen erschwerten Bedingungen weiterhin lebensrettende Hilfe erhalten können, werden wir das medizinische Personal vor allem in lebensrettenden Maßnahmen schulen“, sagt Edo Lihic, Einsatzleiter der Sudan-Nothilfe von Malteser International. Das Nothilfe-Team wird sich bei diesem Einsatz auf Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie auf Infektionsprävention und -kontrolle konzentrieren, um kritische Lücken in der Notfallversorgung und bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit übertragbaren Krankheiten in Krankenhäusern zu schließen. Die achtköpfige Gruppe besteht aus Rettungssanitätern, einer Ärztin, einem Arzt, Logistikern und Experten aus dem Bereich Wasser und Hygiene.
Der Einsatz erfolgt in Abstimmung mit dem sudanesischen Gesundheitsministerium und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bereits im Dezember 2025 war ein Team von Malteser International in Port Sudan und trainierte medizinisches Fachpersonal. Finanziert wird der Einsatz von Aktion Deutschland Hilft.
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