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Erster humanitärer Weltgipfel

Weltweit sind aktuell mehr als 125 Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Um die Verpflichtung diesen Menschen gegenüber zu verdeutlichen und um das humanitäre System zukunftsfähig aufzustellen, hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon den ersten humanitäre Weltgipfel ins Leben gerufen. Am 23. und 24. Mai 2016 findet in Istanbul der „World Humanitarian Summit“ (WHS) der Vereinten Nationen statt, dem ein dreijähriger globaler Konsultationsprozess vorausgeht.

Der humanitäre Weltgipfel hat den Anspruch, neben humanitären Akteuren auch andere Gruppierungen zu Wort kommen zu lassen, die sonst eher selten oder nur indirekt gehört werden. So wurden im Rahmen des Konsultationsprozesses auch Privatunternehmen, Diaspora-Organisationen, lokale Gruppen, die als lokale Ersthelfer bei Naturkatastrophen und Konflikten das Gros der Hilfe leisten, und viele Betroffene selbst in die Diskussionen miteinbezogen. Die Ergebnisse des Konsultationsprozesses sind in einem zusammenfassenden Bericht festgehalten, der einen umfassenden Überblick über den aktuellen Status des humanitären Systems gibt und Empfehlungen für weitreichende Verbesserungen bündelt.

Rolle religiöser Akteure im Fokus der Malteser in Istanbul

Malteser International hat sich in diesem Prozess gemeinsam mit dem Souveränen Malteserorden von Beginn an intensiv engagiert. Sid Johann Peruvemba, stellvertretender Generalsekretär von Malteser International und Dr. Jürgen Clemens, Senior Program Advisor von Malteser International, haben sich mit Beiträgen an diversen WHS-Konsultationen beteiligt. Sie thematisierten zum Beispiel den Wandel der Unterstützung von Partnerorganisationen zu mehr gleichberechtigter Teilhabe auch an Entscheidungsprozessen. Außerdem wurden Verbesserungen bei der Verwaltung der von öffentlichen Gebern finanzierten Unterstützungsprojekte vorgeschlagen. Peruvemba: „Wir wollen die Unterstützung der von Not und Vertreibung betroffenen Menschen effektiver und effizienter machen, also „weniger Bürokratie – mehr Hilfe!“

Darüber hinaus organisierte der Souveräne Malteserorden, mit Beiträgen von Malteser International, im Mai vergangenen Jahres in Genf ein Symposium zum Thema „Religionen gemeinsam für die Humanitäre Arbeit“. Dort berieten Experten, Akademiker und Vertreter verschiedener Religionen und Kirchen insbesondere über den Beitrag, den glaubensbasierte Organisationen in Krisenregionen leisten können sowie über die Rolle und Möglichkeiten der Religionen bei Versöhnung und Vertrauensbildung.

Partnerorganisationen und die Rolle religiöser Akteure in Konfliktsituationen sind auch die Themen, die auf dem Weltgipfel selbst im Fokus des Souveränen Malteserordens und von Malteser International stehen werden. Der Souveräne Malteserorden und Malteser International werden in Istanbul hauptsächlich zwei Veranstaltungen mitorganisieren und begleiten: eine Themensitzung des Hauptprogrammes zu: “Contributions of Faith Communities to our Shared Humanity", und eine Sitzung im Rahmenprogramm zum Thema “Humanity, Shared Responsibilities: Evidence for Religious Groups' Contributions to Humanitarian Response".

Unterstützung zur Lösung von fünf Kernverantwortungen gefordert

In seinem Bericht „Agenda für Humanität“ fordert der UNO-Generalsekretär alle Verantwortlichen dazu auf, sich im Namen der Mitmenschlichkeit zu fünf Kernverantwortungen zu bekennen sowie deren Lösung aktiv zu unterstützen:

1.    Betonung der politischen Führungsrollen, um Konflikten vorzubeugen und diese zu beenden
2.    Einfordern von Regeln zum Schutz der Menschen
3.    Niemand wird im Stich gelassen
4.    Das Leben der Menschen nachhaltig verbessern: Not lindern statt Hilfe leisten
5.    In die Menschheit investieren

Malteser International sieht den Weltgipfel als eine Chance schon lange von Insidern eingeforderte Veränderungen und Verbesserungen des humanitären Systems. „Ein Ziel der WHS-Teilnehmer ist, das bislang einzigartige Momentum dieses humanitären Weltgipfels zu nutzen, um notwendige Reformen nicht nur zu benennen, sondern zu beginnen – auch intern“, so Peruvemba. Das von den übrigen Weltgipfeln abweichende Verhandlungs- und Abstimmungsverfahren des WHS birgt nach Einschätzung der Fachleute jedoch auch Risiken: So soll es – anders als zum Beispiel beim Klima-Gipfel im Dezember 2015 in Paris – keine verbindliche UN-Resolution geben, sondern nur freiwillige Selbstverpflichtungen, deren Monitoring und Berichterstattung bislang noch offen blieb.

 

Malteser International und der Souveräne Malteserorden werden unter dem Hashtag #ShareHumanity vom Humanitären Weltgipfel berichten.


11.05.2016

Rede des Großkanzlers des Souveränen Malteserordens

"Ich möchte die internationale Gemeinschaft einladen, die manchmal verborgenen Vorteile von religiösen Organisationen zu entdecken und die lokalen Glaubensorganisationen und Glaubensgemeinschaften besser zu nutzen", so Boeselager. Lesen Sie hier die Rede zum Thema "Religiöses Engagement" im englischen Original. 

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09.02.2016

One Humanity: shared responsability

Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen  (in englischer Sprache) über den humanitären Weltgipfel

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11.05.2016

Der Malteserorden auf dem Weltgipfel

Der Malteserorden war von Beginn an stark in den Prozess um den Weltgipfel involviert. Der Orden wird an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen, darunter auch eine Sitzung im Hauptprogramm zu religiösem Engagement.

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22.05.2015

„Die Friedensbotschaften der Religionen stärker ins Spiel bringen“

Interview mit Sid J. Peruvemba, stv. Generalsekretär und Programmdirektor von Malteser International

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Kontakt

Dr. Jürgen Clemens
+49-(0)221-9822-205
Email: juergen.clemens(at)malteser-international.org


Termine

Hauptprogramm 23.05.2016

Religious Engagement: The Contributions of Faith Communities to our Shared Humanity

Rahmenprogramm 23.05.2016

One Humanity, Shared Responsibilities: Evidence for Religious Groups’ Contributions to Humanitarian Response