EN | DE | FR
Jetzt Spenden

Burundi

Anhaltende politische und soziale Krisen prägen seit den 1970er Jahren die Geschichte des kleinen Staates in Ostafrika. Den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen Hutu und Tutsi in den 1990er Jahren fielen weit über 300.000 Menschen zum Opfer. Ein gescheiterter Putschversuch im Jahr 2015  verschlechterte die politische, soziale und ökonomische Lage des Landes weiter. Im Zuge der Krise flohen seit Mitte 2015 über 430.000 Menschen in die Nachbarländer Tansania, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Uganda.

Unsere Hilfe für Straßenkinder in Burundi

Vor allem Kinder sind die Opfer der seit Jahrzehnten anhaltenden politischen und sozialen Konflikte in Burundi. Seit Mitte 2015 haben 430.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die Zahl der Kinder, die alleine auf der Straße leben, hat besonders in den letzten Jahren zugenommen. In einem Straßenkinderheim, das von uns unterstützt wird, werden sie nicht nur versorgt, sondern auch psychologisch betreut, damit sie ihre Traumata überwinden können.

Mehr Sicherheit für Kinder und gute Gesundheitsversorgung in Burundi

Seit Januar 2018 unterstützt Malteser International in Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Partnerorganisationen die Bevölkerung Burundis in den Bereichen (psychische) Gesundheit, Choleraprävention und Kindesschutz.

Nahe der tansanischen Grenze bieten wir gemeinsam mit dem lokalen Partner CNPK psychologische und psychiatrische Betreuung an, die vor allem für rückkehrende Flüchtlinge aus Tansania und andere Menschen, die Gewalterfahrungen gemacht haben, äußerst wichtig ist.

An der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo wiederum tragen wir zusammen mit dem burundischen Roten Kreuz zur Vorbeugung von Cholera bei, indem wir die Menschen mit sauberem Wasser versorgen und Präventionskampagnen durchführen. Der Verbesserung der medizinischen Versorgung von benachteiligten Gruppen widmen wir uns in Zusammenarbeit mit unserem Partner ADP. 

Andere Leidtragende der Krise sind die Straßenkinder, deren Zahl in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. In zwei von Malteser International geförderten Heimen der Fondation Stamm erhalten diese Kinder nicht nur Schutz, sondern auch eine umfassende Betreuung und Versorgung.

Burundi gehört zu den ärmsten Ländern dieser Welt. Rund 65 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. In der Liste des Human Development Index, dem Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen, lag das Land 2017 auf Platz 184 von 188. Auch das Gesundheitssystem ist in weiten Teilen des Landes zusammengebrochen. Hinzu kommt, dass im Zuge der politischen Unruhen und Konflikte eine Großzahl an Menschen Gewalt erfahren musste und dringend auf eine psychologische Betreuung angewiesen ist, es jedoch nur einen unzureichenden Zugang gibt. Seit Mitte 2015 kam es in Konsequenz des gescheiterten Putschversuches zu Flüchtlingsbewegungen hunderttausender Menschen in die Nachbarländer Tansania, Ruanda, Sambia und die Demokratische Republik Kongo.

Da die Flüchtlingscamps in Tansania stark überfüllt sind, kehren derzeit immer mehr Geflüchtete nach Burundi zurück. In den Provinzen Rutana, Makamba und Muyinga unterstützen wir die zurückkehrenden Menschen und Anwohner mit einer psychologischen und psychiatrischen Betreuung.

Gleichzeitig sind aufgrund von Kämpfen in der an Burundi angrenzenden Region Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo bereits mehr als 8.200 kongolesische Flüchtlinge nach Burundi gekommen – meist über den Tanganjikasee. In den aufnehmenden Provinzen Rumonge und Bubanza widmen wir uns insbesondere der Prävention von Cholera und der Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Straßenkinder kämpfen in den großen Städten Burundis täglich um ihr Überleben. Gewalt und Willkür sind sie meist schutzlos ausgeliefert. Die Krise von 2015 ließ die Anzahl von Straßenkindern deutlich ansteigen. In der Hauptstadt Bujumbura sowie in Ngozi, einem Ballungszentrum im Inland, fördern wir daher die Aufnahme von Straßenkindern in zwei Heime der Fondation Stamm.

Provinzen Rutana, Makamba und Muyinga

  • Verbesserung des Zugangs zur psychologischen und psychiatrischen Versorgung


Provinz Bubanza

  • Vorbereitung auf erneute Cholera-Ausbrüche
  • Erweiterung der Trinkwasserversorgung und Verbesserung des Hygieneverhaltens

Provinz Rumonge

  • Aufbau eines Jugend-Netzwerkes
  • Verbesserung der Gesundheitsversorgung für benachteiligte Gruppen

Bujumbura und Ngozi

  • Förderung und Stärkung des Kindesschutzes vor Gewalt und Missbrauch

Provinzen Rutana, Makamba und Muyinga

  • Schulung des Personals und Bereitstellung entsprechender Medikamente für psychologische und psychiatrische Behandlungen
  • Renovierung von Krankenhäusern
  • Schulung von Gemeindegesundheitshelfern zur psychosozialen Betreuung, Aktivierung sozialer Netze und der Selbsthilfe-Aktivitäten


Provinz Bubanza

  • Bau einer Trinkwasserleitung und Schulung von Trinkwasserkomitees zur Instandhaltung
  • Schulung von Haushalten zu verbesserten Hygienemaßnahmen über Gemeindehygienehelfer
  • Anleitung der eigenständigen Konstruktion von Latrinen in einem Dorf der Batwa-Minderheit
  • Einrichtung eines Cholera-Komitees und Erstellung eines Krisenreaktionsplanes zur Bekämpfung von Cholera auf Provinzebene (inklusive Beschaffung von Notfall-Kits)


Provinz Rumonge

  • Aufbau eines Netzwerks von Jugendlichen für Sensibilisierungsmaßnahmen zur Ersten Hilfe und Gesundheitsberatung in ihren Gemeinden
  • Bau und Ausstattung eines Jugendzentrums
  • Übernahme der Kosten ärztlicher Versorgung für besonders vulnerable Personen


Bujumbura und Ngozi

  • Erarbeitung integraler Lösungsansätze für Straßenkinder
  • Beschaffung von notwendigen Ausstattungen für zwei Heime
  • Übernahme der Kosten ärztlicher Versorgung, Bereitstellung eines schulischen und beruflichen Angebotes sowie eines juristischen Beistands für Kinder und Jugendliche

Ihr Kontakt

Ricarda Stienhans
+49-(0)221-96441-217
Email: Ricarda.Stienhans(at)malteser-international.org

Länderinfos

Hauptstadt: Bujumbura
Fläche: 27.834 km²
Bevölkerung: ca. 11,5 Mio.

Projektdaten

Laufzeit: 01.01.2018 - 30.11.2018
Finanzierung: Auswärtiges Amt
Partner: Action pour le Développement et pour la Paix (ADP), Burundisches Rotes Kreuz (Croix Rouge Burundi), Centre Neuro-Psychiatrique de Kamenge (CNPK), Fondation Stamm (FS)

 

Letzte Änderung: Mai 2018

 

Schenke Zukunft: Ein liebevolles Zuhause für Kentia

Kentia ist elf Jahre alt und lebt im Kinderheim der Fondation Stamm in Bujumbura, der Hauptstadt Burundis. Seit Anfang 2018 unterstützt Malteser International zwei Kinderheime der Stiftung, die sich um Straßenkinder kümmert. Kentia bekommt ihr endlich ein liebevolles Zuhause und die Chance auf eine bessere Zukunft.

Weiterlesen
Unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende!
Jetzt Spenden