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Verbesserte Epidemievorsorge und -bekämpfung in der DR Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo kommt es immer wieder zu Ausbrüchen epidemischer Krankheiten. Während knapp zwei Jahren (2018-2020) kämpfte die Region mit dem zweitgrößten Ebola-Ausbruch der Welt. Gleichzeitig ist das Land seit 2019 von der weltweit schlimmste Masernepidemie betroffen. Zudem kommt es immer wieder zu Epidemien von Cholera, Beulenpest, Affenpocken, Tollwut, Gelbfieber, West Nile Fieber und Meningitis.

Das Gesundheitssystem ist bereits schwach und im Falle einer Epidemie sind nicht ausreichend Kapazitäten zur wirksamen Bekämpfung vorhanden.

Seit 2016 unterstützen wir Gesundheitseinrichtungen, Dörfer, Schulen und öffentliche Einrichtungen in der DR Kongo in der Epidemievorsorge und -bekämpfung.

Die humanitäre Situation in der Demokratischen Republik Kongo ist geprägt durch eine große Anzahl an intern Vertriebenen sowie Geflüchteten aus dem Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen. Zudem leiden fast 30% der Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit, wodurch die körpereigene Abwehr gegen Krankheiten geschwächt ist. 

Das bereits schwache Gesundheitssystem wird durch eine Vielzahl an infektiösen Krankheiten mit epidemischem Potential zusätzlich belastet. Immer wieder kommt es zu Epidemien von Ebola, Cholera, Masern, Beulenpest, Affenpocken (Monkey Pox), Gelbfieber, Tollwut, West Nile Fieber und Meningitis. Die 10. Ebola Epidemie im Osten der DR Kongo wurde nach fast 2 Jahren, mit 3470 Fällen und 2287 Todesfällen beendet, wobei gleichzeitig im Westen des Landes ein neuer Ebola-Ausbruch registriert wurde. Im Februar 2020 hat zudem die COVID-19 Pandemie die DR Kongo erreicht.

Durch die unmittelbare Grenzlage und intensiven Austausch der Nordostprovinzen zur Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Uganda besteht auch für die Nachbarländer ein erhebliches Epidemie-Risiko, was sich bei Ebola und auch bei COVID-19 wieder gezeigt hat.

Die DR Kongo verfügt nicht über ausreichende Kapazitäten, um größere Epidemien wirksam zu bekämpfen. So fehlt es an angemessener Infrastruktur der Gesundheitseinrichtungen mit dazugehörendem Equipment und Schutzausrüstung, die den Infektions- und Präventions-Standards entsprechen, sowie an Wasser- und Sanitäreinrichtungen. Zudem ist das Gesundheitspersonal nicht ausreichend zu Hygienepraktiken und dem Umgang mit Infektionskrankheiten und Epidemien sowie Risikokommunikation geschult. 

Die Bevölkerung ist von immer wiederkehrenden Epidemien stark betroffen und die Präventionsmaßnahmen können die alltäglichen Aktivitäten stark einschränken (insbesondere im Falle von COVID-19). Während der Ebola-Epidemie kursierten innerhalb der Bevölkerung Gerüchte und starkes Misstrauen gegenüber den Gesundheitseinrichtungen und beteiligten Hilfsorganisationen. Dadurch wurde die Epidemiebekämpfung stark erschwert, und es kam sogar zu Angriffen gegenüber Gesundheitspersonal und -einrichtungen. Gerüchte und Misstrauen entstehen größtenteils dadurch, wenn die Bevölkerung nicht von Beginn an ausreichend in die Maßnahmen einbezogen wird. Wir legen deswegen besonders Wert darauf, die Bevölkerung ins Zentrum unserer Projekte zu stellen und Sensibilisierungsmaßnahmen gemeinsam zu erarbeiten.

Verbesserte Epidemievorsorge und -bekämpfung durch:

  • Gestärkte Gesundheitssysteme
  • Verbesserte Reaktionsfähigkeit des Gesundheitssystems im Falle von Epidemien
  • Verbesserte Infektionsprävention und -kontrolle in Gesundheitseinrichtungen
  • Bessere Kenntnis und Anwendung von Hygienepraktiken innerhalb der Bevölkerung
  • Schulung des Gesundheitspersonals und der lokalen Gesundheitsmanagement-Teams zur verbesserten Infektionsprävention und -kontrolle, dem Umgang mit Infektionskrankheiten und Epidemien (Surveillance, Identifikation und Behandlung von Fällen, sichere Probenentnahme), sowie Risikokommunikation
  • Ausstattung der Gesundheitszonen mit strategischen Notfallbeständen an Schutzausrüstung, Medikamenten und medizinischem Material
  • Eine mobile Klinik mit Behandlungs- und Isolationseinheiten steht für den Fall einer Epidemie einsatzbereit.
  • Verbesserung der Wasser- und Sanitäreinrichtungen sowie der allgemeinen Hygienesituation in den Gesundheitseinrichtungen
  • Gemeindebasierter Bau von Latrinen in den Dörfern und Schulen, sowie Einfassung von Quellen und Sensibilisierung der Bevölkerung zu verbesserten Hygienepraktiken
  • Im Falle eines Epidemie-Ausbruchs (z.B. Ebola und COVID-19): Handwaschstationen und Screening von Personen an Grenzübergängen
  • Durchführen von gemeinsamen Sensibilisierungskampagnen mit der Bevölkerung, anhand eines partizipativen Ansatzes: interaktive Radiosendungen, Radio-Spots, Tür-zu-Tür Sensibilisierung, Verteilung von Postern und Flyern.

Länderinfo

Hauptstadt: Kinshasa
Fläche: 2.345.410 km²
Bevölkerung: ca. 85 Millionen

Projektdaten

Finanzierung: AA, ECHO, BMZ Übergangshilfe, Spenden
Partner: Gesundheitsbehörden der Provinz und der Gesundheitszonen, Gesundheitszentren und Referenzkrankenhäuser

Zuletzt aktualisiert: August 2020

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